Margareta Voit feiert 90. Geburtstag
Nach Vertreibung mit Schirm im Bett

Dekan Alexander Hösl gratulierte Margareta Voit zum 90. Geburtstag.
Vermischtes
Vohenstrauß
07.10.2016
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"Is des schöi, dass wir alle beieinander sind", freute sich Margareta Voit an ihrem 90. Geburtstag. Die gemeinsame Feier war wohl das schönste Geschenk, das ihr die Enkel Norbert Dirscherl aus Irchenrieth, Christian Dirscherl aus Altenstadt und Claudia Ganserer aus Altdorf mit ihren Ehepartnern sowie den fünf Urenkeln ihrer Großmutter und Urgroßmutter machen konnten.

An der großen Festtagstafel im Walter-Siegert-Caritasheim versammelten sich außerdem Dekan Alexander Hösl , Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Pfarrgemeinderätin Kunigunde Hanauer , die der liebenswürdigen Jubilarin zum gesegneten Alter gratulierten. In der kleinen Ortschaft Ströbl, die etwa fünf Kilometer von der Gemeinde Roßhaupt in Tschechien im Kreis Tachau entfernt war, kam die Jubilarin als Margareta Sima am 2. Oktober 1926 als einziges Kind der Familie zur Welt.

Leider wurde der Geburtsort dem Erdboden gleichgemacht, berichtete Heribert Kett , der für die ehemaligen Roßhaupter die Glückwünsche stellvertretend für seine Ehefrau überbrachte, mit der er in der Vergangenheit Heimattreffen organisiert hatte. Zuerst besuchte die Jubilarin die Landwirtschaftsschule im Sudetenland an der deutsch-tschechischen Grenze.

Am 13. Januar 1945 vertrieben die Tschechen die Menschen aus Ströbl. "Nur das Nötigste durften wir mitnehmen", erinnerte sich Voit. Als Vertriebene kam die Familie in ein Lager nach Bayreuth und später nach Vilseck. Die 90-Jährige wusste auch noch, dass das Dach dieser neuen Unterkunft undicht war und sie sich mit einem Schirm ins Bett legte.

Eslarn wurde nach zwei Jahren ihr zweiter Heimatort. Hier arbeitete sie in einer Handschuhfabrik, legte jedoch wegen ihrer Asthmaanfälle die Tätigkeit nieder. In der Ehe mit einem Rheinländer bekam sie Tochter Sieglinde und Sohn Karl , die sie aber beide kurz hintereinander 2005 und 2006 durch eine schlimme Krankheit verlor.

"Mit Leidenschaft hat unsere Oma für uns immer die böhmischen Spezialitäten wie Wuchter aufgekocht", berichteten die Enkel mit ihren Familien. Vor sechs Jahren hatte sie selbst den Wunsch ins Walter-Siegert-Caritasheim zu wechseln, nachdem sie zuvor eine Wohnung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft an der Waidhauser Straße bewohnt hatte.

Den Pflegekräften in der Einrichtung fühlten sich die Verwandten ausdrücklich zu großem Dank verpflichtet. "Hier wird sie fürsorglich gepflegt und umsorgt. Unsere Oma fühlt sich in der Gemeinschaft richtig wohl", schwärmten die Angehörigen.
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