Michael Winter macht in Vohenstrauß eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker
Lehrplan ohne Vergaser und Zündverteiler

Oft als erstes in den Fehlerspeicher schauen muss auch Michael Winter während seiner Ausbildung. (Foto: Harald Mohr)
Vermischtes
Vohenstrauß
27.04.2016
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Lehrherr Peter Dobner ist auch Mitglied im Vorstand der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Oberpfalz und Kreis Kelheim/Ndb. (Foto: Harald Mohr)
(Harald Mohr)

Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitgebern klagen die Autowerkstätten nicht über die Zahl der Bewerber, die eine Ausbildung – in diesem Fall als „Kfz-Mechatroniker“ - machen wollen. Doch die Anforderungen sind hoch, was die Bewerberzahlen wieder relativiert.

Ein Beispiel ist Michael Winter aus Waldthurn, der gerade bei einem Kfz-Betrieb in Vohenstrauß (Landkreis Neustadt/WN) im zweiten Lehrjahr ist. Er ist schon 18 Jahre alt, was daher kommt, dass er den M-Zug der Mittelschule besucht hat und somit einen Mittleren Bildungsabschluss hat. Der ist fast schon Voraussetzung für eine Lehre als „Kfz-Mechatroniker“. Wichtig sei zwar zu allererst „das Interesse“, so Lehrherr Peter Dobner, der auch Mitglied im Vorstand der Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Oberpfalz und Kreis Kelheim/Ndb. ist. Er fügt aber gleich hinzu: „Ich empfehle aber jedem, den Mittleren Abschluss zu machen.“

Berufsbild im Wandel


Denn der klassische Kfz-Mechaniker hat sich gewandelt. Selbst Autos der Kleinwagenklasse sind heute mit Elektronik vollgestopft. Die klassischen Wartungsarbeiten haben sich beinahe komplett geändert. Während früher die Zündung und der Vergaser eingestellt und das Ventilspiel geprüft werden mussten, sind die entsprechenden Systeme heute praktisch wartungsfrei. Bei Störungen beginnt die Reparatur zumeist mit dem Auslesen der Fehlerspeicher der Steuergeräte. Und damit ist Verständnis der Zusammenhänge gefragt, denn zuweilen gibt der Computer nur mehr oder weniger kryptische Hinweise auf den Fehler, der dann durch Nachdenken eingekreist und behoben werden muss. Oft geschieht das in Teamarbeit, so dass der Mechatroniker auch hierfür geeignet sein muss.

Wegen des veränderten Berufsbildes wurde in Deutschland im Jahr 2003 aus dem Kfz-Mechaniker und dem Kfz-Elektroniker der Kfz-Mechatroniker. Im Jahr 2013 trat dann auch eine neue Ausbildungsordnung in Kraft. Michael Winter wird demnächst nach einer schriftlichen und praktischen Zwischenprüfung seine Grundausbildung hinter sich haben und muss dann sich auf eines der Fächer Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik, System- und Hochvolttechnik und Karosserietechnik spezialisieren. Er hat sich schon jetzt für Personenkraftwagentechnik entschieden, und damit für den Nachfolgeberuf des früheren Kfz-Mechanikers.

Ständige Weiterbildung gehört zum Berufsbild. Schon in der Ausbildung kommen zur Berufsschule Kurse dazu, die zum Beispiel von der Handwerkskammer angeboten werden. Später im Beruf bieten die Hersteller von Autos oder Komponenten immer wieder Zusatz-Qualifikationen an. Bei der rasanten Entwicklung der Kfz-Technik kann es zum Beispiel sein, dass künftig mehr Elektroautos unterwegs sein werden, für die die Mitarbeiter entsprechend ausgebildet werden müssen. Auch sind Weiterbildungen etwa zum Kfz-Servicetechniker oder Automobilverkäufer möglich. Und natürlich steht einem auch die klassische Meister-Ausbildung offen. In jedem Fall sind die Anstellungschancen auch nahe der Heimat sehr gut, versichert Peter Dobner.
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