OWV und Stadt bringen Strecke bei Braunetsrieth auf Vordermann
Marterlweg zweigeteilt

Zwei übersichtliche Wandertafeln markieren nun die Ausgangspunkte in Braunetsrieth zum geteilten Wanderweg mit einer Gesamtstrecke von 8,8 Kilometern. OWV- und Stadtvertreter halfen dafür zusammen. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
15.11.2016
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Braunetsrieth. Den Marterlweg mit 22 Stationen an Feld-, Weg- und Hofkreuzen, historischen Grenzsteinen, Bildstöcken und einem Stein-/Sühnekreuz haben die Wegewarte des OWV unter Regie von Karl Senft auf Vordermann gebracht. Das Team hat diese Strecke in zwei Abschnitte mit Nord (3,3 Kilometer) und Süd (5,5 Kilometer) aufgeteilt.

"Der alte Marterlweg wurde immer weniger begangen", wusste Marterlforscher Rudolf Großmann. "Durch Baumaßnahmen wie die Verlegung der Bundesstraße 14 und dem Bau der Autobahn A 6 wurde der Weg praktisch in der Mitte doppelt durchschnitten und war teilweise nur mehr sehr schwer oder gar nicht mehr zu überqueren." Außerdem sei die Markierung in der Vergangenheit durch die Verwitterung nur mehr schwer lesbar gewesen und teilweise mit Gestrüpp zugewachsen.

In der Ausgabe "Schönere Heimat - Erbe & Auftrag" von 1984 hatte Kreisheimatpfleger Peter Staniczek einen Artikel über den Marterlweg verfasst. Darin hieß es, dass bereits 1977 auf Initiative der verstorbenen OWV-Mitglieder Karl Schmidt ("Stahauer-Koarl") und Heiner Hofmann mit ihren Helfern Hans Eckl und Helmut Weig über 100 Kleinflurdenkmale in der Großgemeinde auf Spendenbasis mit viel Mühe und Arbeit repariert sowie restauriert worden waren.

Halbkreis mit Kreuz


Da diese äußerst günstig und fast kreisförmig um den Vohenstraußer Ortsteil verliefen, war schnell die Idee eines Wanderwegs geboren. Eine Strecke wurde markiert, die die Kleindenkmäler verband. Allerdings sei sie in Vergessenheit geraten, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Im Schulprojekt "Denkmalpflege im Unterricht" legten Neuntklässler im Schuljahr 1982/83 mit Lehrer Staniczek den Marterlweg wieder neu an und erstellten dazu einen Kulturführer in Form einer Faltkarte. Ausgangspunkt war die Dorfkapelle, als Markierungszeichen wurde ein Halbkreis mit aufgesetztem Kreuz gewählt.

Zwei Infotafeln


Die derzeitigen aktiven OWV-Wegewarte sowie Großmanns "Forschungsarbeiten" und Dokumentierungen ließen beim OWV die Idee eines neuen Wanderwegs reifen. Der Plan von der Unterteilung war schnell geboren, da sich die Strecke nicht mehr anders umsetzen ließ. Viel Eigeninitiative und Kraft steckten die Helfer in dieses Projekt, denn die Wege brauchten nicht nur eine neue Markierung, sie mussten teilweise auch erst wieder begehbar gemacht werden, berichtete Großmann. Für beide Ausgangspunkte wurde nun jeweils eine Infotafel angefertigt.

Richard Reger aus Böhmischbruck lieferte die Holzrahmen. Mit Rudolf Gruber vom Tourismusbüro wurden die Druckdaten für die Kartenbilder erstellt und gefertigt. Unter Leitung von Außendienstleiter Karl Frey stellten die Mitarbeiter des Bauhofs den Rahmen und die Beschilderungen auf. Die Kosten in Höhe von rund 1000 Euro für die beiden Wandertafeln übernimmt der OWV.

Auf dem nördlichen Wanderweg können folgende Ziele erreicht werden: Dorfkapelle, Völkl-Kreuz, "Schuster-Marterl", Zilbauer-Kreuz, historischer Grenzstein, Steinkreuz, "Schwedenkreuz", Ulrichsbild und Hoch-Kreuz. Auf der südlichen Route kommen die Wanderer an folgenden Sehenswürdigkeiten vorbei: Krapf-Kreuz, Flurbereinigungsdenkmal Granitbogen am ehemaligen Milchbachldurchlass, Bildstock Rösl-Marterl, Vohenstraußer "Pulverturm", Sturm-Kreuz, Reil- oder "Schuhbauern"-Kreuz, Völkl-Kreuz, Hamoner-Kreuz, Delling-Kreuz, der Bildstock Schmidt- oder "Fuchs'n"-Marterl und das Eckl-Kreuz. Außerdem liegen auf der Strecke drei historische Grenzsteine.
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