Polizei warnt Senioren vor Kaffeefahrten und Enkeltrick
Tricks der Abzocker

Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera (vorne, links) und Kriminalhauptmeister Dieter Melzner (Dritter von rechts) klärten die knapp 100 Senioren über die Machenschaften Krimineller auf. Die Idee dazu stammte vom Vohenstraußer Polizeichef Martin Zehent (rechts). Finanzielle Unterstützung kam vom Verein "Bürger und Polizei - Partner für Sicherheit" mit Vorsitzendem Andreas Wutzlhofer. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
24.06.2016
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Auf welche Gaunereien man bei Kaffeefahrten gefasst sein muss, erfuhren knapp 100 Senioren bei einer Präventionsveranstaltung der Polizeiinspektion Vohenstrauß im Berggasthof Weig. Dabei gab es für die älteren Damen und Herren eine Schrecksekunde.

Fahrenberg. Erster Polizeihauptkommissar und Chef der Inspektion, Martin Zehent, hatte die Männer und Frauen auf Kosten des Vereins "Bürger und Polizei - Partner für Sicherheit" eingeladen. Ziel war es, dass sich die Senioren mit diesem Thema ausgiebig beschäftigen. Unterstützung erhielt er von den Experten in Sachen Prävention, Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera und Kriminalhauptmeister Dieter Melzner von der Kripo Weiden.

Zwar werde vor solchen Fahrten gewarnt, doch die Erfahrung zeige, dass trotzdem viele Senioren immer wieder zu diesen vermeintlich preiswerten Ausflügen aufbrechen. Ein kostenloses Mittagessen und Geschenke locken ältere Menschen einfach an, noch dazu, wenn sie alleine leben und froh über Gesellschaft sind. Der Schreck fuhr so manchem Teilnehmer in die Glieder, als der Beamte für jedes Getränk plötzlich Geld abkassieren wollte. Zehent hatte zuvor nicht verraten, dass es sich um seine Kollegen von der Kripo handelte, als diese Decken und Kissen zum Verkauf vorstellten.

Gefahr vor der Haustür


Schnell klärte der Polizeichef aber die Situation auf, als die Senioren zunehmend beunruhigt waren. "Gewinnversprechen sind oftmals äußerst unseriös", sagten die Kripobeamten. Gefahren lauerten auch an der eigenen Haustür. Manche Täter suchten gezielt ältere Menschen auf, um sie an der Haus- beziehungsweise Wohnungstür zu überreden, einen Vertrag zu unterschreiben. Als Beispiele nannten die Experten ein Zeitschriftenabonnement, einen günstigeren Telefon- oder Stromtarif, eine Versicherung oder einen Staubsauger. Ziel sei immer, eine Unterschrift unter den Vertrag zu erhalten.

Aus Gutgläubigkeit, Angst, Mitgefühl oder um den aufdringlichen Verkäufer möglichst schnell wieder loszuwerden, unterschreiben sie einen Vertrag oder kaufen ein völlig überteuertes Produkt. Das könne unter Umständen teuer werden, warnten die Präventionsbeamten.

Besonders hinterhältig sei die Betrugsform mit dem Enkeltrick, der existenzielle Folgen haben könne. Etliche Senioren in der Region fielen auf diese Masche schon herein und verloren viel Geld. Die Betrüger täuschen bei diesem Trick Notlagen eines Angehörigen vor und setzen die älteren Menschen unter Druck. Boten holen dann das Geld ab.

Die Referenten mahnten die Senioren immer äußerst wachsam und vorsichtig zu sein. Je besser die älteren Frauen und Männer aber über die Vorgehensweise der Kriminellen Bescheid wüssten, desto besser könnten sie reagieren und viel für ihre Sicherheit tun.

Hilfe durch Gericht


Als Vorsitzender des Polizeivereins freute sich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer über das volle Haus. Die Vohenstraußer Seniorenbeauftragte Lotte Hofmann hatte eifrig die Werbetrommel gerührt. Nachdem das Amtsgericht Vohenstrauß die Vereinsarbeit immer wieder durch Bußgeldzuwendungen unterstütze, könnten derartige Veranstaltungen realisiert werden, dankte der Rathauschef.
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