Riesenglück mit dem Wetter
Traumhafte Vohenstraußer Kulturnacht

Vermischtes
Vohenstrauß
10.07.2016
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"Zwoa Achterl, bitte" aus Kallmünz mit Roland Winkler und Rainer Kapalla (von links nach rechts) schenkten dem Publikum zweimal an diesem Abend eigene Songs und Hits von Rainhard Fendrich oder Konstantin Wecker ein. Das Publikum nahm die "Gschichtl'n für's Herz" gerne an.
Besser hätte es für die Veranstalter am Freitag bei der zweiten Vohenstraußer Kulturnacht vermutlich nicht laufen können. Bombastisches Wetter ließ den Mittelständischen Wirtschaftskreis (MWV), die Musikinitiative und die Stadtverantwortlichen regelrecht durchschnaufen, denn der Organisationsaufwand hatte sich gelohnt und die lange Kultur- und Einkaufsnacht nahm langsam, aber sicher Fahrt auf.
Während sich die ersten Gäste auf dem Rathausplatz bei der Showbühne niederließen, auf der Josef Forster durch das Programm führte, steuerten andere die verschiedensten Stationen an. Wenn Bayerischer Charme auf Wiener Schmäh trifft, sind Rainer Kapalla und Roland Winkler aus Kallmünz vom Duo „Zwoa Achterl – bitte“ nicht weit. Im Schalterraum der Sparkasse erzählten sie musikalische und humorvolle „Gschicht’n aus’m Leb’n“. Mit eigenen Titeln oder denen von Rainhard Fendrich („Bergwerk“) oder Konstantin Wecker („So a saudummer Dog“) oder („Du entschuldige i kenn di“) von Peter Cornelius schenkten sie den vielen Zuhörern ein „Achterl“ nach dem anderen ein.
Die Aufführungen der orientalischen Bauchtanzgruppen „Munisah“ und „Ahlam“ von der Volkshochschule zeigten die große Leidenschaft und Faszination, mit der die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ihrem Hobby frönen. Wie aus Tausend und einer Nacht tauchten sie mit den Zuschauern in eine andere Welt ein. Bewegungen, Musik und die Atmosphäre begeisterten.
Komische Eigendynamik
„In mir denkt’s immer“ hatte sich der unvergessene Karl Valentin einmal beklagt. Seine Komik entwickelte in ihm eine derartige Eigendynamik, die selbst in Briefen nicht zu stoppen war. Deshalb nahm sich Christian Höllerer unter anderem den berühmten Münchener Komiker vor, als er im vollbesetzten Café „Carpe Diem“ zur Lesung einlud. Er nahm sich mit dem Trio „Gschwind“ mit Benjamin Jung aus Vohenstrauß (Posaune), Siegfried Wifling aus Nabburg (Flügelhorn) und Benedikt Scheidler aus Wernberg (Akkordeon) drei exzellente Musikanten zur Seite, die passend zum „Jozef Filser Briefwexel“ oder der Polt-Satire Zwiefache, die Amtsgerichtspolka oder „Kleine Magdalena“ aufspielten. Im Schloss Friedrichsburg kooperierten Pfalzgraf-Friedrich-Mittelschule und das Landestheater der Oberpfalz (LTO). Im ersten Stock durften sich die Besucher den Kulturschönheiten der Grenzlandschaften beim Kunstsommer ergeben.
Die Museumsräume in den Ackerbürgerhäusern leuchteten den Besuchern bei Anbruch der Dunkelheit einladend entgegen, um einiges „Neues im Museum“ zu entdecken. Unter dem Sternenhimmel füllten sich auch zusehends die Gehwege. Die Geschäftsleute hatten sich Besonderheiten einfallen lassen und gewährten den Kunden Rabatte. Die kulinarischen Versorgungsstationen hatten passend dazu genügend Verpflegung geordert. Rappelvoll waren den ganzen Abend über die Bänke bei der Weißbier-Brauereigaststätte Behringer. Der Stadt- und Brauereiführung mit Rektor a. D. Hannes Sennert schlossen sich viele geschichtsinteressierte Besucher an, die sich schließlich von Brauer Karl-Heinz Fiebig die Sudkessel und Abfüllanlagen erklären ließen, bevor sie sich zu einem gemütlichen Plausch mit einem frisch gezapften „Behringer“ zusammensetzten.
Interesse steigt sprunghaft
Philipp Bauriedl aus Eslarn sowie Marina und Reinhard Zilk aus Schönsee als „die Z’s“ spielten dazu bayerisch auf. Viel Geduld war in der langen Menschentraube vor der Eisdiele Scotta gefragt. Sprungstarken Spaß gab es beim Kriegerdenkmal vor der evangelischen Stadtkirche, als die „Crazy Jumpers“ mit Trainerin Manuela Vogt eine Kostprobe dem dicht umlagerten Rund gaben. Unterschiedliche Bands, die bis aus der Partnerstadt Stríbro angerückten waren, beschallten den Marktplatz.
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