Sanierung der Simultankirche St. Johannes Baptist
Ökumenische Baustelle

Stadtpfarrer Peter Peischl, Architekt Josef Schönberger, Kirchenpfleger Günter Hassmann und Dekan Alexander Hösl (von rechts) besprachen die derzeitige Baumaßnahme an der Simultankirche in Altenstadt. Bild: dob
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Vohenstrauß
19.06.2016
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Der gesamte Putz wurde vom Sockel der Kirche entfernt, um diesen fachgerecht zu sanieren. Putzschäden am oberen Mauerwerk liegen ebenfalls sichtbar offen.

Was die Vorfahren im Bauwesen früher Großartiges leisteten, wird dieser Tage an den Außenmauern der Simultankirche St. Johannes Baptist sichtbar. Deren Sanierung ist unausweichlich.

Altenstadt. Als 1124 Bischof Otto von Bamberg die Kirche "Vohendreze" im heutigen Altenstadt weihte, gehörte das Kirchlein zum mächtigen Geschlecht der Grafen von Sulzbach. Heute ist das Gotteshaus mit dem angrenzenden mittelalterlichen Wehrfriedhof in der Obhut beider Konfessionen, die sich um den Erhalt des wunderschönen Kleinods, der den Mittelpunkt des Ortes skizziert, kümmern. Derzeit steht die Außenrenovierung mit der Fassadensanierung an. Seit zwei Wochen buddeln sich Handwerker der Baufirma Reger durch das Fundament, nachdem zuerst das Sockelmauerwerk abgeschlagen und das Mauerwerk freigelegt wurde.

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Architekt Josef Schönberger aus Tännesberg klärte im Vorfeld alle Schritte mit den Behörden ab. Seinen Berechnungen zufolge sind Kosten von 238 000 Euro zu erwarten. Sowohl die Diözese als auch die evangelische Landeskirche Bayern beteiligen sich mit je 22,5 Prozent an Zuschüssen aus Kirchensteuermitteln. Weitere Anträge stellte Schönberger im Auftrag der Simultankirchen-Stiftung an die Stadt und beim Landesamt für Denkmalpflege.

Den Rest müssen beide Kirchenstiftungen aus Eigenmitteln aufbringen. Bis Mitte Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Im Zuge des Bauprojekts entschloss sich die Kirchenverwaltung mit den Pfarrherren Dekan Alexander Hösl und Stadtpfarrer Peter Peischl, den Zugang von der "Schloßwirt"-Seite seniorengerecht zu gestalten.

Im weiteren Verlauf sollen auch die Außenanlagen bearbeitet werden. Mängel in der Dachkonstruktion sowie bei Fenstern werden behoben. "Kleinere Sockelputzarbeiten stehen in der Sakristei an", informierte Schönberger bei einer Begehung mit den beiden Pfarrern und Bauleiter Peter Kick. Die Maßnahme sei dringend erforderlich, da an den Wetterseiten der Grundputz bereits stark abgewittert war und Schädigungen sichtbar wurden.

"Warten wir noch länger, sind die Schäden in einigen Jahren viel größer", machte Schönberger deutlich. Wenn die Kirche schon eingerüstet ist, werden die Ziffern und Zeiger der Turmuhr überarbeitet. Die Fassade erhält in Mineralfarbe einen komplett neuen Anstrich. Im Sockelbereich platzte der Putz ab. "Die Ursache liegt in einer mangelhaften Ausbindung des Fundaments mit Sperrputz und Dämmanstrich."

Das Regenwasser floss nicht ab und stieg an den Mauern auf. Deswegen werde das Fundament bis zur Sohle freigelegt und die Sperrschichten entfernt. "Danach können Fugen und Fehlstellen mit Trassmörtel abgeglichen sowie umlaufend eine Filterpackung aus Kies mit einer Drainage-Leitung eingebaut werden", erklärte der Architekt.

Handläufe


"Der schadhafte Betonstein-Zugang ist bereits entfernt und derzeit zur Baustellenzufahrt umfunktioniert", sagte Schönberger. Der Zugang soll zweimal drei Steigungen mit zwischenliegenden Podesten mit Granitstufen und -belag sowie beidseitige Handläufe erhalten.

Die Bearbeitung der Außenanlage erfolge in Anlehnung an die vorhandene Ausführung. Die Pflasterung schließe nicht mehr an das Gebäude an, sondern werde im Abstand von rund 40 Zentimetern eingearbeitet. Der mit Kies aufgefüllte Abstandsgraben soll dafür sorgen, dass das Regenwasser direkt zur Drainage abläuft.

Ein weiterer Vorteil liege darin, dass die Feuchtigkeit gar nicht erst an den Sockelputz gelangt. In kleinerem Umfang setzen die Handwerker die Mängel am Dachtragwerk und der Eindeckung instand. Überholt werden Blitzschutz und Außenbeleuchtung. In Ergänzung mit den Rundum-Erneuerungen an der Kirche erfolge die Putzinstandsetzung am Sakristei-Gebäude.
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