Schwere Vorstandswahlen bei der Feuerwehr Böhmischbruck
Umdenken nach Fusionsdrohung

Es brauchte diesmal lange und viel geduldiges Zureden, bis sich ein Vorstand für die Feuerwehr in Böhmischbruck gefunden hatte. Der bisherige Vorsitzende Reinhard Wiesent (rechts) sprang noch einmal in die Bresche. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
25.02.2016
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In der Großgemeinde scheint unter den Feuerwehren ein ansteckender Virus zu grassieren. Dieser ist nun auch bis ins Pfreimdtal vorgedrungen.

Böhmischbruck. Nachdem im vergangenen Jahr die Feuerwehren in Kaimling und Roggenstein einen zweimaligen Anlauf gebraucht hatten, um eine neue Mannschaft zu installieren, stand es nun auch bei den Böhmischbruckern Spitz auf Knopf. Erst nach langen Debatten sowie Bitten des Bürgermeisters Andreas Wutzlhofer und des Kreisbrandrats Richard Meier rafften sich Mitglieder zur Übernahme der freigewordenen Posten auf.

Wiesent macht weiter


Der bisherige Vorsitzende Reinhard Wiesent warf in der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus den Ball um sein Amt unter die 45 anwesenden Mitglieder, von denen 42 stimmberechtigt waren. Fast jeden Einzelnen sprach Wutzlhofer als Wahlleiter an. Doch überall erntete er ablehnendes Kopfschütteln.

"Eure Wehr wurde 1886 gegründet, im Jahr 2011 fand eine unvergessene 125-Jahrfeier statt und 2013 folgte die Fahnenweihe - wollt ihr diese Tradition jetzt wegschmeißen", befürchtete der Rathauschef das Schlimmste. Sogar eine eventuelle Vereinsauflösung spielte er durch und brachte eine Fusion mit der benachbarten Etzgersriether Wehr zur Sprache.

Daraufhin machte sich Raunen breit und Wiesent entschloss sich, wieder in die Bresche zu springen. Der Vorsitzende wurde aber dennoch deutlich: "Ich weiß nicht, ob ich das noch sechs Jahre mache, denn ich kann jederzeit ohne Angabe von Gründen zurücktreten." Außerdem bat er, "nicht immer nur den Vorsitzenden anzubeißen, falls mal etwas nicht so gut klappt, wie sich das der eine oder andere vorstellt". Wenn er diese Wahlperiode doch nicht bis zum Ende durchziehen sollte, wolle er aber keine bissigen Bemerkungen hören.

Bei der Wahl zum Stellvertreter war es das gleiche Spiel. Nachdem sich niemand breitschlagen ließ, das Amt von Andreas Ogarek zu übernehmen, blieb diese Stelle vakant. Laut Satzung muss Ogarek im Amt bleiben, bis ein Ersatz gefunden werde.

Etwas schneller ließ sich Bernhard Keck als Schriftführer von seinen Kameraden überzeugen. Einzig Kassiererin Gabriele Frischholz übernahm ohne Murren wieder ihr Amt. Martin Vater wird als zweiter Kassenwart mithelfen. Zu Beisitzern gaben Michael Meier, Andreas Hilburger, Alexander Ring und Vincent Steger ihr Einverständnis. Die Kasse prüfen Barbara Höning und Konrad Feneis, nachdem Peter Bayerl und Reinhard Steger nicht mehr angetreten waren.

Zukunftsängste


Kreisbrandrat Meier hatte deutliche Worte parat: Er habe bei der Neuwahl den Eindruck gewonnen, die Anwesenden würden ihr Handeln nicht so ernst nehmen. "Viele junge Nachwuchskräfte sind im Raum und keiner nimmt ein Amt an. Ihr würdet eure jahrhundertealte Vereinstradition einfach so wegschmeißen, da wird mir angst und bange um die Zukunft."

"Ich bin heilfroh, dass diese Wahlen doch noch so über die Bühne gingen", sagte Wutzlhofer. Wahrscheinlich habe die Androhung der Fusion mit Etzgersrieth Wirkung gezeigt, vermutete er. Zudem appellierte der Bürgermeister: "Geht's in euch und lasst's euren Vorsitzenden nicht in Stich." Die Stadt werde alles, was möglich sei, für ihre Wehren unternehmen. Allein 14 600 Euro zahle man jährlich für den laufenden Unterhalt des Gerätehauses im Ortsteil.

Ogarek stellte beim letzten Tagesordnungspunkt einen Antrag, dass die bisherige Amtszeit von sechs auf drei Jahre verkürzt werden sollte. Mit 18 Ja- und 17 Nein-Stimmen entschieden die Anwesenden, dass dieser Punkt bei der nächsten Generalversammlung behandelt wird. Als Wiesent vor sechs Jahren den Feuerwehrverein als Vorsitzender übernahm, zählte er 166 Mitglieder, aktuell gehören 197 Mitglieder dazu. (Im Blickpunkt)
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