Soldatenverein Vohenstrauß feiert 140. Geburtstag
Unvergessene Manöverbälle

Ehemalige Kriegsteilnehmer organisierten sich im Krieger- und Soldatenverein Vohenstrauß.
Vermischtes
Vohenstrauß
05.10.2016
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Der Krieger- und Soldatenverein Vohenstrauß war eine feste Größe im Vereinsleben der Stadt. Der damalige Vorsitzende Hans Jungkunst (rechts) führte die Gemeinschaft zu einer wahren Blüte. Neben Jungkunst marschierte der ehemalige Bürgermeister Max Steger. Repro: dob

Fast auf den Tag genau feiert der inzwischen zum reinen "Soldatenverein Vohenstrauß 1876" umgeschriebene frühere Soldaten- und Kriegerverein sein 140-jähriges Bestehen. Am 8. Oktober 1876 stellte sich die Organisation in der ehemaligen Kreisstadt auf.

Deswegen lädt Vorsitzender Josef Roderer die Mitglieder am Freitag, 7. Oktober, zur Feier in das Vereinslokal "Zur Post". Beim Kommersabend frischt Dr. Volker Wappmann die geschichtlichen Erinnerungen auf. Die Schirmherrschaft übernahm Bürgermeister Andreas Wutzlhofer.

Erster Vorsitzender bei der Gründung war Freiherr von Tucher. Bereits zwei Jahre später, am 30. Juli 1882, feierten die Vohenstraußer die Fahnenweihe. Bis zur Auflösung des Vereins durch die Besatzungsmacht 1945 standen Johann Lehner, Johann Müllner, Johann Koller, Fritz Janner, Hans Jungkunst senior, Josef Stadler, August Sperl, Johann Huber und Theo Stümpfler an der Spitze.

Neues Kriegerdenkmal


Die Organisation befasste sich schon 1927 mit der Errichtung eines neuen Kriegerdenkmals, aber erst 1934 wurde dieser Plan verwirklicht. Die Segnung folgte am 12. Mai 1935. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten trat 1933 eine Wende ein: Der Verein wurde umbenannt und erhielt den Namen "Soldaten- und Kriegerkameradschaft im NS-Reichs-Kriegerbund".

Der Umsicht des damaligen Vorsitzenden und Kreisobmanns Stümpfler war es zu verdanken, dass die Verantwortlichen die Unterlagen und besonders die Fahne vor der Beschlagnahme durch die Amerikaner retteten. Die Wiedergründungsfeier war am 17. September 1950, als "Bund Deutscher Soldaten". Als der bayerische Soldatenbund seine Tätigkeit wieder aufnahm, schlossen sich auch die Vohenstraußer an.

Durch intensive Werbung war innerhalb weniger Jahre ein Stand von 250 Mitgliedern erreicht worden. In größerem Rahmen feierten die Vohenstraußer 1956 das 80-jährige Bestehen. Ab 1962 führte Hans Jungkunst den Verein. Die Mitgliederzahl steigerte sich bis auf 400 Personen. Besonders kameradschaftliche Beziehungen bestehen seit 1964 zur Pateneinheit der Stadt Vohenstrauß, der dritten Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 Oberviechtach. Unvergessen bleiben die Manöverbälle in der alten Turnhalle sowie die Biwakfeste.

Nach dem plötzlichen Tod von Jungkunst 1988 führte Xaver Höllerer den Verein über ein Jahr lang kommissarisch weiter. Im November 1989 trat Josef Kreisl die Nachfolge an. Oberstes Gebot war die Betreuung der Mitglieder. In der Jahreshauptversammlung am 9. März 2003 ernannte die Gemeinschaft Kreisl zum Ehrenvorsitzenden. Sein Nachfolger wurde Werner Pickel.

Umschreibung des Namens


In den vergangenen Jahren baute der Verein zur Reservistenkameradschaft partnerschaftliche Beziehungen auf. Nach sechs Jahren gab Pickel das Amt an Roderer weiter. Der Hauptfeldwebel glich durch Neuaufnahmen aktiver Soldaten und Reservisten sowie Förderern den Rückgang der Mitgliederzahlen, bedingt durch Todesfälle, aus. Im April 2014 erfolgte auf Wunsch des Vorstands die Umschreibung auf Soldatenverein, um jüngeren Bundeswehrdienstleistenden den Eintritt zu ermöglichen.

Der heutigen Führungsriege gehören Vorsitzender Roderer, Stellvertreter Günter Schober, Schriftführer Heiner Jungkunst und Finanzchef Christian Roderer an. Fahnenträger sind Martin Lang und Richard Meier. Fahnenbegleiter ist Willi Wenzl und Organisationsleiter Heinz Feneis. Im Ausschuss arbeiten Gerhard Graf, Stephan Meisinger, Dieter Höllerer, Richard Meier, Heinz Feneis, Dr. Volker Wappmann, Josef Kreisl und Rudolf Hüttl mit.

Ein besonderer Dank des Vereins gilt den verstorbenen Chronisten Hans Portner und Georg Ponader. Im Sommer 2011 feierte die Gemeinschaft mit Schirmherr und Oberstleutnant Christian Nawrat, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122 das 135-jährige Bestehen. Damals nahmen auch die dritte Kompanie mit Hauptmann Stefan Schapitz sowie der österreichische Kameradschaftsbund aus Gamlitz am großen Festzug teil, der sich von der Friedrichsburg über den Marktplatz zum Kriegerdenkmal formierte.
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