Stadt Vohenstrauß muss sich mit Neubau einer Aussegnungshalle beschäftigen
Im Leichenhaus wird es eng

Die Aussegnungshalle wird bei Verabschiedungen immer häufiger zu klein für die Trauergemeinden. Die Stadt muss sich laut Bürgermeister Andreas Wutzlhofer mit einem Neubau beschäftigen. Bild: ck
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Vohenstrauß
15.01.2016
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Im Eiltempo ackerte der Stadtrat am Donnerstag die Tagesordnung durch. Nach 36 Minuten war die Sitzung beendet. Dann machten sich die Damen und Herren auf den Weg zur Stadthalle, wo sich die Prinzenpaare der nördlichen Oberpfalz ein Stelldichein gaben.

Angesichts der knappen Themenliste im öffentlichen Teil war die zeitliche Begrenzung keine große Herausforderung für Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Schnell war einstimmig beschlossen, eine Teilfläche des Parkplatzes an der Waidhauser Straße (alter Aldi-Parkplatz) für eine Betriebserweiterung auf diesem Gelände zu veräußern.

Zusätzliche Arbeitsplätze


Der Verkauf des Areals setzt die Einziehung des betroffenen Teils des öffentlichen Parkplatzes voraus. Hierfür muss das öffentliche Wohl als Grund vorliegen. Bauamtsleiter Johann Balk erklärte den Räten, dass diese Voraussetzung gegeben sei, da durch die geplante Expansion der Firma zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dagegen hatte das Gremium keine Einwände.

Danach stimmte der Rat einhellig für kleine textliche Änderungen der Erschließungsbeitragssatzung der Stadt. Wie Balk meinte, handle es sich um Formulierungen, die der Kommune eine gewisse Rechtssicherheit bringen. Johann Gösl schlug vor, beim alten Eingang des Vohenstraußer Friedhofs über eine zusätzliche Beleuchtung nachzudenken. Bei Aussegnungen am späten Nachmittag wäre der Zugang nicht ausreichend beleuchtet. Wutzlhofer wird dies von Außendienstleiter Kar Frey prüfen lassen.

Zum Thema Friedhof brachte Dr. Volker Wappmann vor, dass die Stadt früher oder später wohl nicht um den Bau einer neuen Aussegnungshalle kommen würde. "Die Beerdigungen in den Kirchen werden immer weniger, die auf dem Friedhof immer häufiger." Die Leichenhäuser könnten bei großen Verabschiedungen die Trauergemeinden nicht mehr fassen.
Der Bürgermeister stimmte Wappmann zu und meinte, dass auch Dekan Alexander Hösl bereits den Anstoß zum Bau einer Aussegnungshalle gegeben habe.

Kapazität beschränkt


Wie Wutzlhofer erklärte, wünschten immer mehr Angehörige die Verabschiedung von den Verstorbenen ohne kirchlichen Beistand. Das Leichenhaus sei mit einer Kapazität von 40 bis 50 Leuten sehr beschränkt und biete nicht mehr den gewollten, würdevollen Rahmen. Ein passender Standort für einen Neubau sei nicht das Problem. "Allerdings", so der Rathauschef, "müssen wir bei einer ansprechenden Gestaltung zum Beispiel mit Glas mindestens mit einer Viertelmillion Euro rechnen."

Auf Anfrage des NT gab Wutzlhofer am Freitag zu bedenken, dass letztlich die Bürger die Ausgaben für eine ansehnliche Ausstattung mit entsprechenden Kühl- und Nebenräumen zu spüren bekämen. Man müsse in diesem Fall mit einer deutlichen Erhöhung der Gebühren rechnen: "Es handelt sich bei der Aussegnungshalle um eine kostenrechnende Einrichtung. Und da müssen wir - wie bei Wasser und Abwasser - alle vier Jahre neu kalkulieren." Das Thema stehe demnächst auf der Agenda.
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