Stadthalle erhält Verschönerungskur
Keine Flickschusterei

Das Abschleifen des Parkettbodens in der Stadthalle verlangt dem Fußbodenleger Markus Reil von der Firma Schwab aus Spielberg viel Gefühl ab. Bahn um Bahn zieht er seine Runden in der 15 mal 24 Meter großen Halle und schleift eine feine Holzschicht vom Stirnholzparkett ab. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Außendienstleiter Karl Frey (rechts) überzeugten sich vom Fortschritt. Bild: dob
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Vohenstrauß
18.02.2016
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Die Stadthalle erhält nach der "Feuerlöscher-Aktion" eines DJ im vergangenen Jahr doch noch einmal eine Verschönerungskur. Dabei glänzt nicht nur der Boden.

"In den nächsten vierzehn Tagen wird der Parkettboden komplett abgeschliffen", informierte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer zusammen mit seinem Außendienstleiter Karl Frey. Ein Teilbereich werde nun doch von der Versicherung getragen. Dies sei erst vor Kurzem entschieden worden.

Kompletter Boden im Visier


Es mache aber keinen Sinn, den durch den Vorfall beschädigten Teil zu erneuern und den Rest auszunehmen, "denn das wäre Flickschusterei". Deswegen entschloss sich die Stadt, den Holzboden im Saal auf eigene Restkosten komplett zu erneuern. Die über 350 Quadratmeter des Stirnholzparketts schleift die Firma Schwab aus Spielberg derzeit mit Spezialmaschinen ab und verfüllt mit einem Holzkitt die Fugen. Gleichzeitig wurden die kaputten Steckdosen entfernt, die im Boden eingelassen waren.

An der großen Fensterreihe entlang werden die Parkettstreifen zu den Lüftungsgittern ebenfalls heraus genommen und mit Estrich-Material verfüllt. In den vergangenen Jahren war dieser Bereich durch die Witterung und eindringendes Wasser von außen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Zuge der Renovierung werde nun dieser Problembereich gleich mit ausgebessert.

Danach werden die Facharbeiter den Holzboden wieder wachsen und ölen. Dadurch erhalte er seine Schönheit zurück und die Maserierung komme wieder voll zur Geltung. Durch das Öl sei der Boden strapazierfähiger, als wenn der Boden lackiert werden würde, wusste Frey. Auch seien Gebrauchsspuren mit dieser Oberflächenbehandlung geringer. Gerade wenn kleine Steinchen an den Schuhen der Besucher haften.

Überdies bevorzuge man die seidenmattere Erscheinungsweise des Parketts, um ein möglichst natürliches Aussehen zu erreichen. Durch das Wachs erreiche man die Wasser- und Fleckenabweisung und es erhalte die Atmungsfähigkeit des Holzes, nennt der Experte weitere Vorzüge. Mittlerweile sind über das Parkett über 40 Jahre gezogen, aber es erscheine nach der Behandlung als sei es neu verlegt.

Neue Getränketheke


Fußbodenleger Markus Reil zieht mit seinem schweren Gerät gefühlvoll und ruhig Bahn für Bahn auf dem Massivparkett ab, um etwaige Dellen, Kratzer oder Laufwege heraus zu schleifen. Der feine Staub fängt sich in einem Rückhaltesystem an der Maschine, so dass feinste Partikel nicht im ganzen Saal durcheinanderwirbeln.

"Nach 40 Jahren sei es auch an der Zeit gewesen, die stark in Mitleidenschaft gezogene Getränketheke im Saal zu ersetzen", informierte Frey. In diesem 15 Quadratmeter großen Bereich wird der Parkett nun durch einen pflegeleichten Fliesenbelag ausgetauscht, bevor die neue Särve-Theke mit verschiedenen Kühlfächern und einen Spülbereich wieder an gleicher Stelle eingebaut wird.

Der Stadtrat entschied sich mittlerweile ebenso für eine neue Bestuhlung mit mehr Sitzkomfort. Rund 45 000 Euro sind für diesen Zweck investiert worden. Auch die Tische stünden mittlerweile in der Diskussion und werden wahrscheinlich erneuert, stellte Wutzlhofer in Aussicht.
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