Stadtrat Vohenstrauß bringt Neubaugebiet weiter voran
Lärm bleibt im Gespräch

Der Tachetsbergweg wird kein Zubringer für Autos zum Neubaugebiet "Sommerwiesen". An der aktuellen Situation wird sich nichts ändern. Anlieger dürfen den Weg benutzen. Bild: ck
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Vohenstrauß
03.06.2016
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Die Stadt schreitet mit der Planung des neuen Baugebiets "Sommerwiesen" zügig voran. Nachdem der geänderte Flächennutzungsplan öffentlich auslag, beschäftigte sich am Donnerstag der Stadtrat mit den Einwendungen.

Handwerkskammer, Sachgebiete des Landratsamts, Regierung der Oberpfalz, Bayernwerk und Wasserwirtschaftsamt hatten zum Flächennutzungsplan und Bebauungsplan Stellung genommen. So bat die Handwerkskammer darum, den Bestandsschutz der Gewerbebetriebe in der unmittelbaren Nachbarschaft des neuen Baugebiets ausreichend zu sichern.

Schlosserei nicht gefährdet


In diese Richtung ging auch das Schreiben von Schmiedeeisen Betz. Die Schlosserei befürchtet trotz des vorgesehenen Lärmschutzwalls Einschränkungen in der Ausübung ihrer Arbeiten. Für die Firma sei es essenziell, dass der Bestandsschutz aufrechterhalten bleibt. Landschaftsarchitekt Andreas Thammer erklärte, dass in dem Lärmschutzgutachten der regelmäßige Betrieb berücksichtigt worden sei, "natürlich nicht, wenn da um 24 Uhr gearbeitet wird." Außerdem liege die Schlosserei nicht in einem Industriegebiet, sondern in einem Gewerbegebiet. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer erklärte, dass der Bestand des Unternehmens nicht gefährdet sei. Außerdem sei bei der Firma kein dauerhafter nächtlicher Lärm zu erwarten. Uli Münchmeier meinte, dass es ja bislang auch keine Probleme mit den Nachbarn gebe.

Die Naturschutzbehörde wollte in den Plänen der Kommune vor allem den Naturschutz berücksichtigt wissen. Die Kompensationsfläche in Kaimling sei von der Stadt noch nicht erworben worden. Außerdem müsse sich das Rathaus um eine passende Bewirtschaftung dieser Flächen kümmern (Monitoring).

Die Regierung der Oberpfalz wies darauf hin, dass die Gemeinde im Zuge der Ausweisung des neuen Baugebiets andere Wohnbauflächen beispielsweise "In der Leiten" in Landwirtschaftsflächen umwidmen sollte. Genau dagegen wehrt sich ein betroffener Grundstücksbesitzer mit einer schriftlichen Stellungnahme. Er bittet er, dass seine Flächen nicht aus dem Wohnflächen-Gebiet herausfallen. Dies bedeute für ihn eine erhebliche Wertminderung. Wutzlhofer und sämtliche Räte gaben dieser Bitte nach. Der Bürgermeister wies jedoch darauf hin, dass man nun abwarten müsse, was die Regierung dazu sage. Den Einwand der Regierung, der Bebauungsplan sei nicht bedarfsgerecht, wollte der Rathauschef so nicht stehenlassen. "Die Bedarfsentwicklung können wir angesichts des Interesses am besten selbst einschätzen." In Vohenstrauß gehe man davon aus, dass die Nachfrage nach Bauland groß bleibe.

Baulärm unvermeidbar


Von einer Anwohnerin am Tulpenweg kam die Anregung, ein Wegekonzept zu entwickeln, das den Hauptzugang zum neuen Baugebiet an ihren Grundstücken entlang vermeidet. Sie befürchtet eine Störung ihres "ruhigen Arbeits- und Lebensraums". In der Antwort der Stadt heißt es: "Baulärm und gewisse Einschränkungen sind leider für die Entwicklung von Baugebieten nicht zu vermeiden. Eine Anbindung des neuen Wohngebiets erfolgt an die Tulpen- beziehungsweise Nelkenstraße lediglich in Form eines Fuß- und Gehwegs." Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, das Änderungs- und Bauleitplanverfahren für die "Sommerwiesen" fortzuführen.

Mitteilungen und AnfragenLaut Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wird es auch künftig auf der Staatsstraße 2166 von Vohenstrauß nach Weiden bei der Abzweigung Waldau kein Hinweisschild nach Roggenstein geben. Johann Gösl hatte dies angeregt. Das Straßenbauamt habe in einem Schreiben erklärt, dass Roggenstein nicht direkt im Zuge der Staatsstraße liege und keine "Über-Eck-Beschilderung" mehr vorgenommen werde.

Die Anfrage von Dr. Heinrich Gref, welche Mengen an dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat die Stadt verbrauche, beantwortete Wutzlhofer ebenfalls. Pro Jahr sind es fünf Liter. "Diese Menge wollen wir weiter einschränken", sagte der Rathauschef. Auch die Nitrat-Werte im Wasser, die auf der Homepage der Stadt nachzulesen sind, liegen weit unter dem Grenzwert.

Dr. Volker Wappmann sprach den Winklergarten an, in dem es nach Regengüssen "Land unter" heiße. Das Wasser fließe hier nicht ab. Außendienstleiter Karl Frey erklärte, dass die Regenwasserkanäle hier defekt seien und beizeiten erneuert werden müssen. (ck)
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