Übung mit Spezialanzügen bei Feuerwehr Vohenstrauß
Schutz vor ätzender Chemie

Feuerwehrnachwuchskräfte aus Vohenstrauß, Altenstadt und Waidhaus unterzogen sich einem CSA-Lehrgang. Alle Teilnehmer absolvierten die Prüfung mit Erfolg. Bild: dob
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Vohenstrauß
19.05.2016
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Damit Feuerwehrleute bei etwaigen Chemieunfällen gut gewappnet sind, brauchen sie eine Ausbildung mit Chemikalienschutzanzügen (CSA). In Ernstfällen kann jede Minute zählen. Die Übungsszenarien sollten möglichst realitätsnah sein.

Ein solcher Kurs ging vor Kurzem am Gerätehaus der Stützpunktwehr über die Bühne. Die Ausbilder Albert Burger und Matthias Neumann hatten mit Lehrgangsleiter Günter Sommer den Ablauf organisiert, in dem etliche Schwierigkeiten und Anforderungen eingebaut waren. Der Kreisbrandinspektor für Atemschutz im Landkreis Neustadt/WN, Ulrich Kraus, war bereits bei der ersten Zusammenkunft dabei, da er bei der Abnahme verhindert war.

Wie Michelin-Männchen


In den grünen Schutzanzügen sahen die Teilnehmer wie Michelin-Männchen aus. Aufbau, Schutzfunktion und Einsatzgrundsätze des Chemikalienschutzanzugs wurden in der Theorie gelehrt, gefolgt von einer ersten Gewöhnungsübung. Die Bewegungen werden in den festen Ganzkörperanzügen zur Herausforderung, denn schnell einmal bücken und ein heruntergefallenes Utensil aufheben wird damit fast unmöglich.

Der Vollkörper-Schutzanzug soll die Einsatzkräfte hauptsächlich vor giftigen und ätzenden Chemikalien schützen, sollte jemals ein Gefahrgut-Lastwagen umkippen oder in einem Unfall verwickelt sein. Im Ernstfall müssten die "grünen Männer" erst einmal ermitteln, um welche Art von Stoff es sich handelt und ob das Leck repariert werden kann. Zwei Mann erkundeten den "Unfallbereich", suchten nach Hinweisen, welche Stoffe der Lastkraftwagen geladen hatte. Ein weiterer Trupp setzte verschiedene Messinstrumente ein, um die Luft auf Schadstoffe zu überprüfen. Erschwerend kam hinzu, dass auch das Sichtfeld in den schweren Anzügen eingegrenzt ist. Wegen der Pressluftatemgeräte auf dem Rücken war auch eine Kommunikation untereinander nicht möglich. Rund 20 Minuten dauert es, bis die Atemluft verbraucht ist. Spätestens dann findet ein Wechsel der eingesetzten Trupps statt.

"Die Anforderungen an die CSA-Feuerwehrleute sind extrem hoch", sagte Kreisbrandmeister Martin Weig. Umso stolzer war er, dass mit Rebecca Rupprecht auch eine Frau die Ausbildung auf sich nahm. Hätte jemand Platzangst, würde es nie funktionieren. Die Anforderungen dürften die Teilnehmer grundsätzlich nicht unterschätzen, warnte der Lehrgangsleiter. Falls noch die Hitze des Sommers bei Einsätzen dazukomme, werden die Anzüge schnell zu den reinsten Treibhäusern.

Hinterher entsorgen


Kehren die CSA-Träger vom Einsatzort zu ihren Kameraden zurück, die ebenfalls in leichteren Schutzanzügen stecken, müssen sie erst einmal mit ihren kontaminierten Anzügen durch eine Schleusenwanne steigen und sich einer gründlichen Dusche unterziehen. Die Anzüge müssen hinterher entsorgt werden. Der praktische Teil endete mit einem Notfalltraining im Chemikalienschutzanzug. Voraussetzung für die CSA-Lehrgangsteilnahme ist die erfolgreich absolvierte Ausbildung als Atemschutzträger. Nur wer diese Prüfung bestanden hat, kann sich für den CSA-Lehrgang anmelden.

Die TeilnehmerFolgende Feuerwehrleute absolvierten die Prüfung: Christoph Schmid, Markus Schmid, Tobias Simon, Johannes Sommer und Jakob Gleixner (alle Vohenstrauß), Wolfgang Müller und Christian Hilpert (Waidhaus) sowie Christian Mößbauer, Michael Sollmann und Rebecca Rupprecht (Altenstadt). Kreisbrandmeister Martin Weig überreichte ihnen die Zertifikate. (dob)
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