Umfrage unter den Bürgermeistern im Altlandkreis Vohenstrauß
Heiligabend geht’s um die Wurst

Hier kocht der Rathauschef: Nicht nur an Weihnachten übernimmt Eslarns Bürgermeister Reiner Gäbl auch in der Küche das Kommando. Bild: tss
Vermischtes
Vohenstrauß
23.12.2015
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Bei einer NT-Umfrage verraten die neun Bürgermeister aus dem Altlandkreis Vohenstrauß, was an Heiligabend auf den Tisch kommt. Außerdem blicken sie auf 2016. Und ein Rathauschef gibt preis, welche Flüssigkeit notwendig ist, um "das Böse auszutreiben".

(rti/tss) Bürgermeister Andreas Wutzlhofer feiert mit seiner Familie heuer das Weihnachtsfest zum ersten Mal nicht zu Hause, sondern bei Lotte Hofmann. "Wir wollen sie mit ihrem schwer kranken Ehemann Heinz nicht alleine lassen." Zum Essen gibt es Sauerbraten. Üblicherweise läuft bei den Wutzlhofers der Heilige Abend so ab: Nach der Bescherung und dem Essen geht es in die Christmette. Auch die bekannten Weihnachtslieder singen die Familie daheim noch.

Frieden in Deutschland


Das Wichtigste im neuen Jahr ist für Wutzlhofer die Gesundheit. Neben einer weiterhin positiven Entwicklung der Stadt liegt ihm vor allem noch eins am Herzen: dass es auch nach dem Einsatz der Bundeswehr in Syrien "friedlich in Deutschland bleibt". Verhältnisse wie nach den Anschlägen in Paris möchte sich der Rathauschef lieber nicht vorstellen.

"Ganz traditionell Bratwürste mit Kraut" gibt es am Heiligen Abend bei Pleysteins Stadtoberhaupt Rainer Rewitzer . Zuerst geht die Familie aber in die Kinderchristmette, denn der Rewitzersche Nachwuchs "macht beim Krippenspiel" mit. Nach dem Essen müssen die Kleinen vor der Wohnzimmertür warten, bis ihnen eine Glocke signalisiert, dass Bescherung ist. Weihnachtslieder kommen von einer CD, selbst singt die Familie nicht. Für 2016 wünscht sich Rewitzer Gesundheit, "dass es der Familie weiter gut geht und schulische Erfolge der Kinder". Auch politisch sollte es so weitergehen wie bisher. Der Rathauschef lobte in diesem Zusammenhang nocheinmal ausdrücklich die "Harmonie im Stadtrat".

Beim Georgenberger Gemeindeoberhaupt Johann Maurer gibt es an Heiligabend ebenfalls Bratwürste, allerdings selbst gemachte. Zuvor geht es um 18 Uhr in die Christmette. Nach dem Essen folgt die Bescherung, dann betet die Familie gemeinsam und singt "Stille Nacht". Am ersten Weihnachtsfeiertag kommt bei den Maurers Gansbraten auf den Tisch. Für 2016 wünscht sich er sich ebenfalls "hauptsächlich Gesundheit". Er kann nicht klagen, aber seiner Frau steht eine Knieoperation bevor. Als Bürgermeister hofft er, dass alle geplanten Aufgaben reibungslos über die Bühne gehen.

Abstinenz endet


Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler freut sich fast wie ein Kind auf Weihnachten. Grund: vier Wochen Abstinenz im Advent. "Da rauche und trinke ich nicht." Umso mehr lässt er sich an Heiligabend dann die Bratwürste schmecken. Am Nachmittag trifft er sich aber zuerst noch mit Bekannten bei Dr. Nikolaus Globisch, "um das Böse mit einem Glas Cognac auszutreiben. Das machen wir seit 30 Jahren so".

Außerdem stehen dann auch Rückblick und Vorschau an. Denn auch 2016 will Beimler "nicht nachgeben beim Bürokratieabbau". Es brauche nicht für jede Maßnahme ein Konzept oder ein Programm, meint er. Außerdem hofft er weiter auf die gute Zusammenarbeit mit seinen Amtskollegen in den Nachbargemeinden.

Die einzige Dame unter den Rathauschefs im Altlandkreis, Margit Kirzinger , serviert am 24. Dezember ebenfalls Bratwürste. "Das erinnert mich immer an meine Kindheit." Besonders freut sie sich auf das kleine Bläserkonzert an Heiligabend ab 18 Uhr bei ihr in der Siedlung "Froschlohe". Wie in vielen Teilen von Waidhaus treffen sich die Bürger dort zu einer kleinen Kurzweil.

Zurück geht dieses Treffen auf den 40. Geburtstag von Hermann Mack. Zur Überraschung für den musikalischen Leiter des Musikvereins spielten an allen Ecken im Ort die Instrumentalisten auf. Dies hat sich mittlerweile seit über zehn Jahren zu einer Tradition entwickelt. "Das ist eine richtig schöne Einstimmung auf Weihnachten", erklärt Kirzinger. Sie greift an diesem Tag selbst zum Instrument. Rund 15 Bläser unterhalten in der "Froschlohe" die Nachbarn. Dazu gibt es Glühwein und Punsch. Für 2016 wünscht sie sich viel Kraft und Gesundheit, um die gemeindlichen Projekte umzusetzen.

In Eslarn steht an Heiligabend Bürgermeister Reiner Gäbl selbst am Herd. Er tischt saure und gebratene Bratwürste auf. Kochen ist sowieso die große Leidenschaft des Gemeindeoberhaupts. "Wenn ich nicht mehr im Amt bin, kann ich das noch mehr machen. Der Traum wäre die Eröffnung einer Zoiglstube", plaudert er aus dem Nähkästchen. Zu Weihnachten bekommen im Hause Gäbl auch Hund, Katze, Ziegen und Schafe "ein Leckerli".

Mehrere Kilos durch Amt


Für 2016 hat sich der Eslarner vorgenommen, etwas mehr auf den Körper zu achten und etwas mehr Sport zu treiben. "Jedes Jahr als Bürgermeister - ich bin mittlerweile 13 Jahre im Amt - kommt leider ein Kilo mehr drauf", erklärt er. Gäbl ist aber fest entschlossen, dass diese Rechnung im neuen Jahr nicht mehr aufgeht. Die Gemeinde hat sich nämlich schon für den Nofi-Lauf am 4. Mai angemeldet. "Meine Mädels in der Verwaltung üben schon immer sanften Druck auf mich aus, dass ich dabei bin."

In Tännesberg bei Bürgermeister Max Völkl kommt an Heiligabend nicht jedes Jahr das gleiche Gericht auf den Tisch. "Das entscheiden bei uns die Kinder mit." Heuer gibt es aber ganz klassisch Bratwürste mit Sauerkraut. Da der Rathauschef auch noch zwei jüngere Kinder hat, wird der Christbaum am 23. Dezember geschmückt und dann die Türe des Zimmers versperrt. Am nächsten Tag ist nach der Kinder-Christmette Bescherung. Mehr sportliche Aktivitäten hat sich Völkl auf seine persönlich Agenda 2016 geschrieben. Vor allem will er sich wieder öfter aufs Rad schwingen.

Feiern nur mit der Familie


"Da wir noch kleine Kinder haben, ist für uns Weihnachten noch Weihnachten", freut sich Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl auf die nächsten Tage. Dazu gehören natürlich die Kinderchristmette und die Bratwürste (sauer und gebraten). Zudem stehen 24. und 25. Dezember ganz im Zeichen der Familie. "Da bleiben wir konsequent unter uns." 2016 will er sein "persönliches Zeitmanagement" ändern. Dies sei ihm in den vergangenen Monaten "etwas davongelaufen". Neben dem Job bei der Bundeswehr und dem Bürgermeisteramt müsse auch Freiraum für seine Frau und die Kinder bleiben.

Wie offenbar fast überall, lässt sich auch Bürgermeister Hermann Ach an Heiligabend Bratwürste schmecken. Allerdings hat er einen Tipp: "Das Sauerkraut wird schon vorher einmal aufgekocht. Wenn es dann am Abend zum zweiten Mal auf den Herd kommt, schmeckt es noch besser." Das nächste Jahr will der Moosbacher Rathauschef etwas ruhiger angehen als 2015 und sich mehr Zeit fürs Privatleben nehmen.
Der Traum wäre die Eröffnung einer Zoiglstube.Bürgermeister Reiner Gäbl
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