und sterben lassen - Ist die Kirche noch zu retten?
Evangelische Christen machen sich Gedanken über die Zukunft der Kirche

Rund um die evangelische Stadtkirche in Vohenstrauß versammelten sich die Gemeindemitglieder aus dem Floßer Amt zu einem Freiluftgottesdienst, in dem es um Zukunftsfragen der Kirche ging.
Vermischtes
Vohenstrauß
02.08.2016
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Der Titel klingt bewusst provokant: "Leben und sterben lassen - Ist die Kirche noch zu retten?" Diese Frage beschäftigte am Sonntag evangelische Gläubige. Dabei zeigte sich: Mit ein paar neuen Ideen könnte das mit der Rettung durchaus klappen.

Was muss sich verändern, damit Kirche nicht stirbt? Fragen wie dieser gingen viele evangelische Gläubige am Sonntag rund um die Stadtkirche beim "Gemeindetreff Flosser Amt" nach. Ein Babykorbbettchen und ein offener Sarg wiesen symbolisch am Freiluftaltar auf die entscheidenden Themen hin. "Was soll geboren, was zu Grabe getragen werden?"

Stadtpfarrer Peter Peischl, die Flosser Pfarrerin Lisa Weniger und der Flossenbürger Pfarrer Herbert Sörgel feierten den Gottesdienst und gingen auf die zentralen Fragen ein (der Plößberger Pfarrer Michael Kelinske war wegen Verpflichtungen in seiner eigenen Kirchengemeinde verhindert). Gleichzeitig wollten sie mit den Beteiligten ganz ungezwungen ins Gespräch kommen und sich Gedanken über die Zukunft der Kirche machen. Pfarrer Herbert Sörgel führte in das Thema ein und wollte wissen, was Christ sein für den Einzelnen bedeutet. Kirche sei Bekenntnis, Gemeinschaft, Diakonie und Gottesdienst. Gottesliebe und Nächstenliebe bildeten eine Einheit. Dieser geistliche Lebensstil mache Kirche zu allen Zeiten attraktiv. Das Leben der christlichen Gemeinden sei von Anfang an ein gelebtes Glaubensbekenntnis gewesen.

Gläubige gefragt


Nur: Gerät alles ins Wanken? Was kann man sterben lassen und was sollte wachsen oder vielleicht auch erst geboren werden? Dazu durften sich die Gemeindeglieder selbst Gedanken machen und diese zu Papier bringen. Zu einem späteren Zeitpunkt wollen die Geistlichen die Ergebnisse auswerten.

Aber schon jetzt machte sich Pfarrer Peischl Gedanken, ob man "alte Zöpfe abschneiden" müsse. Der Gottesdienst um 9 Uhr mit festen Strukturen und zu viel Beschäftigung mit sich selbst könnte einer Begutachtung unterworfen werden, meinte er. Oft passten der Lebenswandel und der Gottesdienst einfach nicht zusammen. Beispiel: Wenn Jugendliche erst am frühen Morgen vom Feiern kommen, rafften sie sich einfach oft nicht mehr auf zum Gottesdienst. In die Kirche rennen und dann über andere ablästern, gehöre sich ebenfalls mehr in die Nähe des Sarges.

Dagegen wurden eine Abendmahlfeier mit Kindern, kreative Gottesdienste, neue Musik und Konfirmanden stärker in das Gemeindeleben einbinden oder der liebe- und respektvolle Umgang miteinander ganz klar der Wiege zugeordnet. Die Vereinigten Posaunenchöre unter Leitung von Erwin Scholz gestalteten die Gottesdienstfeier musikalisch mit. Am Ende des Freiluftgottesdienstes setzte wieder Regen ein, und so bauten die Helfer, die den gemeinsamen Mittagstisch bereits vorbereitet hatten, alles eilig wieder ab und wechselten ins Gemeindehaus.
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