Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts eingeschaltet
Besitzer entfernten unerlaubt Hecke

Auf einer Länge von rund 45 Metern entfernte der Bauherr eine Busch- und Baumreihe auf einem Grundstück in der Fliederstraße. Eine Genehmigung lag nicht vor. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
15.07.2016
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Dieser Schnitt ging daneben. Kreisheimatpfleger Peter Staniczek traute vergangenen Samstagvormittag seinen Augen nicht, als er aus seinem Fenster beobachtete, wie auf dem gegenüberliegenden Grundstück in der Fliederstraße eine dichtbewachsene Hecke mit hohem Baumbewuchs auf rund 45 Metern Länge maschinell gerodet wurde. Die Gehölze ließ der Besitzer bis auf den Stock setzen.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind innerorts zwar Rodungen an sich erlaubt, jedoch nicht in der Zeit zwischen 1. März und 30. September. Diese Vorschrift diene in erster Linie dem Schutz wildlebender und heckenbewohnender Tiere sowie Pflanzen, heißt es. Nachdem die Polizei informiert wurde und sich die Beamten vom Vorgang überzeugten, schaltete sich auch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamts ein.

"Es hat sich bestätigt, dass auf dem Grundstück eine etwa 45 Meter lange und 3 bis 5 Meter breite Hecke mit großen Hainbuchen abgesägt wurde", teilte Pressesprecherin Claudia Prößl vom Landratsamt mit, nachdem ein Sachbearbeiter noch am Montag das Grundstück in Augenschein genommen hatte.

Für das Grundstück sei vom Landratsamt Ende April eine Baugenehmigung für ein Einfamilienwohnhaus mit Garage, Carport und Geräteschuppen erteilt worden. Für die Entfernung der Büsche und Bäume gab es aber keine Ausnahmegenehmigung. Lediglich kleinere, untergeordnete Heckenentfernungen oder ein Form- und Pflegeschnitt wären erlaubt gewesen, aber nicht in einem derartigen Umfang, stellte Prößl klar.

Geldbuße droht


Sobald im Landratsamt die Anzeige der Polizei auf dem Tisch liege, werde nun gegen den Eigentümer ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, erklärte die Pressesprecherin. Werde gegen Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verstoßen, könne die Kappung der Baum- und Buschreihe als Ordnungswidrigkeit (Paragraf 69) mit Geldbußen bis zu 10 000 Euro geahndet werden, teilte die Polizei mit.

Der Bauherr begründete sein Vorgehen gegenüber dem "Neuen Tag" in einer Stellungnahme, dass er sobald als möglich mit dem Bau des Einfamilienhauses beginnen wolle. Zudem habe er die Bäume sogar vor der Fäll-Aktion eingehend nach Brut- und Nistplätzen abgesucht.
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