Vohenstraußer Bauernmarkt
Ein Meer an Attraktionen

Rund 20 000 Menschen strömten am Sonntag zum zweiten Bauernmarkt mit Schlossfest, autofreier Spielstadt und Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung in die Pfalzgrafenstadt. Bis in die kleinsten Winkel und Ecken war die ansteckende Fröhlichkeit zu spüren.
Vermischtes
Vohenstrauß
23.05.2016
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Der städtische Kindergarten Anton-Ferazin aus Roggenstein hatte unterhalb des Kriegerdenkmals einen abwechslungsreichen Bewegungsparcours aufgebaut, der bei den kleinen Besuchern bestens ankam. Unermüdlich hüpften und kletterten die Buben und Mädchen. Bilder: dob (4)

Gut und gerne 20 000 Besucher kannten am Sonntag nur ein Ziel: Schlossfest, autofreie Spielstadt, Bauernmarkt und Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung in Vohenstrauß. "Bombastisch, exzellent und spitzenmäßig", waren nur einige Aussagen der vielen Gäste.

Langsam laufen die Vohenstraußer den Neustädtern und Eschenbachern den Rang ab, vermuteten schon einige Beobachter zu Recht. Kreisbäuerin Christa Kick kürte Vohenstrauß kurzerhand zum Zentrum des östlichen Landkreises. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, der mit Landrat Andreas Meier die Schirmherrschaft übernommen hatte und für herrlichstes, nicht mehr zu überbietendes Sommertraumwetter gesorgt hatte, sprach gar vom "Mittelpunkt Europas".

Unbeschreiblicher Erfolg


Sieben Stunden präsentierten sich die Teilnehmer in Festtagsstimmung und servierten Regionalität und vor allem Qualität. Kulinarische Leckerbissen an allen Orten waren Genuss pur. Es war eine Freude, die vielen fröhlichen Menschen in Gemeinschaft zu sehen und zu erleben. Bayerischer Bauernverband und Stadt konnten sich angesichts des unbeschreiblichen Erfolgs als gemeinsame Veranstalter zufrieden auf die Schulter klopfen.

Am "schönsten Tag des Jahres" eröffneten die Gottesdienste in beiden Kirchen das Spektakel. Der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl stellte den Gottesdienst in der Stadtkirche unter das Motto aus dem Jeremiabuch "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort" mit Originaltönen der drei Landwirte Christine Stahl, Karl Bäumler und dem BBV-Ehrenkreisobmann Erich Schieder zur Landwirtschaft als Teil unserer Kultur. Danach eröffnete die Giech'sche Vorderladergruppe aus Roggenstein unter Leitung von Johann Gösl mit lauten Salven und die Jagdhornbläser der BJV-Kreisgruppe mit Hornmeister Eduard Forster bliesen mit ihren Jagdhörnern eine wohlklingende und freudige Halali-Komposition zur Jagd auf den Bauernmarkt und den vielen Anziehungspunkten.

Mekka für Genießer


Der bunte und lebhafte Markt bot den Besuchern zu regionalen Anbietern und Organisationen Kontakte zu knüpfen und den Erzeugern über die Schultern zu blicken, die ökologisch, biologisch und vor allem artgerecht Lebensmittel produzieren. Vohenstrauß wurde an diesem Tag ein Mekka für Genießer.

Vom Schlossareal bis zum Raiffeisenplatz eröffnete sich ein Meer an Attraktionen und glich einer riesigen Spielwiese, die mit Auftritten auf der großen Showbühne vor dem Rathaus die Besuchermassen musikalisch oder tänzerisch begeisterte.

Selbst als um 17 Uhr bei einer Uraufführung mit der Kapelle Bayrisch Blech und der Band um Benjamin Jung die Bayernhymne das Ende der Veranstaltung einläutete, nutzten die Gäste noch etliche Gelegenheiten am Schloss und am unteren Marktplatz, sich in geselligen Runden zusammenzusetzen und den Tag ausklingen zu lassen.

Gerade in der kritischen wirtschaftlichen Situation, in der die Milch-, Fleisch- und Agrarpreise Existenzen gefährden, sei dieser Markt primär ein Mittel der Vertrauensbildung zwischen Erzeuger und Verbraucher, aber auch eine Informations- und Kommunikationsbasis, unterstrich Kreisbäuerin Kick. Dementsprechend äußerte sich auch Landrat Meier, der die Tatsache, dass eine Zigarette aus der Packung genommen heute teurer sei als ein Liter Milch, anprangerte, und deshalb den Menschen ins Bewusstsein redete: "Wir brauchen unsere Bauern."

Ein Gegenmodell


Dass einiges mittlerweile aus den Fugen geraten sei, beweise die Tatsache, dass am Freitag das Oberverwaltungsgericht Münster darüber entschieden hatte, dass einem Hühnermastbetrieb nicht zuzumuten sei, die männlichen Küken aufzuziehen und diese millionenfach vergast und geschreddert werden dürfen. Das Ganze sei dann auch noch mit dem Tierschutz zu vereinbaren. Für ihn sei das ein Zeichen, dass manches in die Perversion abgleitet. Ihn stoße das gewaltig auf, sagte der Landkreischef. Der Bauernmarkt an diesem Tag sei dazu ein Gegenmodell.
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