Vohenstraußer Flurdenkmäler
Geschenk dankend abgelehnt

Der St.-Erhard-Brunnen (links) steht seit 1993 innerhalb des Kirchengrundstücks. Bei der Renovierung des Gotteshauses und der Neugestaltung des Vorplatzes vor 23 Jahren haben die Verantwortlichen auch das Kriegerdenkmal (rechts) aufgestellt. Bilder: tss (3)
Vermischtes
Vohenstrauß
27.05.2016
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In und um Roggenstein gibt es etliche Marterln sowie Gedenksteine. Über neun haben wir kürzlich in der Serie "Vohenstraußer Flurdenkmäler" berichtet. Im zweiten Teil steht diesmal ein besonderer Wanderer im Mittelpunkt.

Roggenstein. 1983 hatte der ehemalige Bürgermeister Max Steger den zwei Tonnen schwere St.-Erhard-Brunnen gestiftet. Der Stein aus Granit, den die Stadt kostenlos bekommen hatte, stammte aus dem Roggensteiner Steinbruch. Der Brunnen stand früher etwa zehn Meter nördlich rechts neben dem Eingang zum Kirchenvorhof. Im Laufe der Zeit war er undicht geworden. Neben Wasserschäden war im Winter tückisches Glatteis die Folge.

Auf öffentlichem Grund


"Der spätere Bürgermeister Josef Zilbauer wollte ihn daher der katholischen Kirche Roggenstein schenken. Pfarrer Gerhard Schmidt lehnte dies jedoch dankend ab", weiß Marterlforscher Rudolf Großmann. Nachdem der Brunnen aufgestellt war, merkten die Verantwortlichen, dass er nicht auf Kirchen- sondern öffentlichem Grund stand. Nach der Renovierung des Gotteshauses und des Vorplatzes 1993 kam der Wasserspender schließlich an seiner heutigen Stelle.

Im Zuge der Sanierungsmaßnahme wurde auch das neue Kriegerdenkmal erstellt. Im vergangenen Jahr hatte es sich seitlich etwas abgesenkt, mittlerweile ist es jedoch wieder gerade.

Den Stoffel-Bildstock 250 Meter südöstlich von Trauschendorf hatten die Besitzer des Kühbachhofs aufgestellt. Der Hausname war Stoffel. Die Familie hat mittlerweile den Hof verkauft und ist weggezogen. Während der Flurbereinigung wurde der Bildstock an seinen heutigen Platz versetzt. Er steht jetzt auf dem Grund der Familie Reil aus Roggenstein. "Nähere Angaben sind weder bei den Stiftern noch beim heutigen Besitzer zu bekommen", bedauert Großmann. "Der Bildstock muss in den letzten sechs Jahren geöffnet worden sein. Die Figur ist gerade gestellt und die Glasscheibe neu abgedichtet."

Unbekannter Bildstock


Abseits der Straße zwischen Waldau und Kaimling hängt 250 Meter östlich der Ziegelhütte etwas versteckt, aber nicht weit im Wald ein Bildstock an einem Baum. Er zeigt Maria und Jesus. Auch eine schon etwas verblichene Inschrift "mater boni consilii, o. p. n. (ora pro nobis)" ist zu sehen, zu deutsch: "Mutter des guten Rates, bitte für uns." Der Vohenstraußer Heimatforscher weiß leider nichts weiter über dieses Flurdenkmal. Wer hat es an dem Baum angebracht? Wie lange befindet es schon dort? Wer ihm helfen kann, kann sich mit ihm unter Telefon 09651/9180142, Fax 09651/1321 oder per E-Mail an rudolf.grossmann@web.de in Verbindung setzen.

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Die weiteren Roggensteiner Flurdenkmäler Voith-Marterl ("Wendelin"), Wolf-Gedenkstein, Wurm-Feldkreuz, das Hauskreuz an der Binnermühle sowie das Förster-Kreuz kurz vor Kaimling waren bereits früher Thema in der Serie.
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