Vohenstraußer Flurdenkmäler
Harte Nuss endlich knacken

Über den Bildstock (links) im Elm wusste Rudolf Großmann bisher nichts, nun zeichnet sich des Rätsels Lösung ab. Das Geheimnis des Kreuzes (rechts) bei der Iltismühle hat der Marterlforscher vor Kurzem gelüftet.
Vermischtes
Vohenstrauß
20.09.2016
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Über den Bildstock (links) im Elm wusste Rudolf Großmann bisher nichts, nun zeichnet sich des Rätsels Lösung ab. Das Geheimnis des Kreuzes (rechts) bei der Iltismühle hat der Marterlforscher vor Kurzem gelüftet.

Ein unbekannter Bildstock im Elm bereitet Marterlforscher Rudolf Großmann Kopfzerbrechen. Unter Plexiglas geschützt hängen Maria und das Jesuskind 900 Meter nördlich der drei Handkreuze an einem Baum.

Die Serie "Vohenstraußer Flurdenkmäler" behandelt diesmal die Marterln rund um Waldau. Der unbekannte Bildstock im Elm ist 80 Zentimeter hoch, 54 Zentimeter breit und 31 Zentimeter tief. Seit wann er an dem Baum befestigt ist und wer das getan hat, weiß Großmann nicht.

Waldbesitzer bekannt


Er hat inzwischen immerhin herausgefunden, wem der Wald gehört. Der Mann meinte, den Besitzer des Bildstocks ausfindig machen zu können. Wer noch etwas darüber weiß, kann sich bei Großmann unter Telefon 09651/9180142, Fax 09651/1321 oder rudolf.grossmann@web.de melden. Vielleicht lässt sich diese harte Nuss dann endlich einmal knacken.

Geheimnis gelüftet


Dafür hat der Heimatforscher vor Kurzem das Geheimnis des Kreuzes bei der Iltismühle 1 gelüftet. Josef Bäumler hat Jesus und Maria selbst geschnitzt. "Es wurde 1965 auf dem Feld der Familie als Flur- beziehungsweise Feldkreuz aufgestellt. Bei der Flurbereinigung wurde es dann hinter den Stadel des elterlichen Hofs versetzt. Bäumlers Bruder Johann, Besitzer des Hofs, kümmert sich seitdem auch um das Kreuz, das nun zum Hauskreuz wurde, und veranlasst nötige Renovierungsarbeiten", informiert Großmann.

"Gegrüßt seist du Maria" prangt in goldenen Lettern an der Mariengrotte in Trasgschieß. Im "Neuen Tag" hieß es am 28. Oktober 1978: "Tiefer religiöser Glaube, innige Muttergottesverehrung, vor allem aber die Einlösung eines Versprechens ließen in Trasgschieß auf dem Anwesen der Familie Georg und Barbara Wild diese herrliche Mariengrotte erstehen. Auf einem Granitsockel wurde aus Bruchsteinen im Sommer 1978 die Außenwand aufgemauert: eine Grotte entstand. Darin steht die Muttergottes, eine Lourdes-Nachbildung aus dem Jahr 1899. Der Innenraum wurde mit Edelputz verschönt. Die Grotte wird von zwei Zypressen flankiert und das ganze Jahr über mit Blumen geschmückt. Die Mariengrotte, ein religiöses Kleinod in der Ortschaft Trasgschieß, dient den Einheimischen als Gebetsstätte, lädt aber auch den Wanderer zu einem ,Ave Maria' ein."

300 Meter nordöstlich von Trasgschieß steht das Feldkreuz Ertl. Josef und Maria Ertl hatten es 1912 "Zur Ehre Gottes" aufgestellt. Zuletzt wurde es 1978 renoviert. In der Nähe waren früher außerdem Totenbretter, weiß der Marterlexperte. An der Abzweigung von Waldau nach Neumühle befindet sich vermutlich seit 1978 das Mages-Marterl. Es wurde nach dem Abklingen einer Viehseuche aus Dankbarkeit aufgestellt. "Das genaue Jahr ist leider nicht mehr zu ermitteln. Die Restauratoren fanden es zerbrochen im Straßengraben vor", bedauert Großmann. Kunstmaler Werner Wewior hat das Bild 1991 erneuert.

Kreuz verschwunden


Ein eisernes Kreuz, das bis 1978 noch vorhanden war, ist mittlerweile verschwunden. "Es wurde abgesägt oder abgebrochen." Ende 2013, Anfang 2014 bekam das Flurdenkmal ein neues Kreuz. Es wurde an den Rest seines Vorgängers angeschweißt und schwarz lackiert. "Allerdings beginnt es im unteren Teil auch schon wieder zu rosten", sagt der Experte.

600 Meter nordwestlich vom "Schanzel" erinnert schließlich ein knapp 1,30 Meter hoher und 1,20 Meter bereiter Gedenkstein an Rudolf Pruy (12. Juli 1928 bis 17. Juni 2012). Er war zwischen 1974 und 2012 Jäger im Revier von Peter von Heemskerck. Pruys Sohn Richard errichtete das Flurmal 2013.
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