Vohenstraußer Serenadensommer mit heimatlichen Klängen
Schönheitskönigin am Busheisl

Vermischtes
Vohenstrauß
07.07.2016
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Der Auftritt im Vohenstraußer Serenadensommer mit der "Busheislmuse" und "d'Seebauer Moidln" war weder geübt, noch wussten die Mitwirkenden, wann sie an der Reihe waren. Geklappt hat der Auftritt aber trotzdem bestens.

Rund 250 Zuhörer kamen am Mittwoch zusammen, um einen beschwingten Abend zu verbringen. Zwei Stunden lang waren die Akteure Botschafter für alte Oberpfälzer Lebensart. "Ihr habt heute im wohl größten Busheisl der Stadt gespielt, an dem nie ein Bus hält", meinte dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer nach der Aufführung.

Wirtshausmusik war früher fester Bestandteil der dörflichen Lebenskultur und klingender Begleiter der Menschen in schweren Zeiten. Walzer, Polka, Märsche und Zwiefache sind es, die die "Busheislmuse" mit Chef Stefan Scheufler aus Georgenberg, Karl-Heinz Deisinger, Johann Fröhlich, einem gebürtigen Waldthurner, sowie Dr. Uwe Maas (alle aus Weiden) aufspielt.

Fehler sind gewollt


Für die Auftritte darf es sogar ein Busheisl und braucht keine große Bühne sein, in dem die Musikanten wie in einer Wirtsstube locker darauf los musizieren. Fehlerhafte Töne - sollten sie dennoch passieren - seien ohnehin gewollt, verriet Deisinger, der in seiner unnachahmlichen Art durchs Programm führte. Denn dann wüssten die Leute, dass die Musik echt sei und nicht aus der Musikbox komme. Er stellte zudem unumstößlich klar: "Wir sind Musikanten und keine Musiker." Im Zwoagsang schlugen "d'Seebauer Moidln" mit Marille Kett und Marga Roßmann (aus Weiden) eher ruhige Töne an. Vor allem die von Roßmann erzählten Witze und Anekdoten, die sie mit viel Talent zwischendurch vortrug, kamen beim Publikum bestens an.

Viele Musikanten und Gäste von Erika Grötsch vom musikantenfreundlichen Wirtshaus in Pfifferlingstiel kamen an diesem Abend nach Vohenstrauß, um den schönen Tönen zu lauschen. Deswegen wurde auch das "Liedl vom Pfifferlingstiel" gesungen. Im Altlandkreis Vohenstrauß dürften sich die Leute glücklich schätzen, denn nirgends werde so viel musiziert wie hier.

Weidener Pfarrer ein Thema


So mancher fröhliche Juchzer aus dem Publikum wurde zu den Liedern beigesteuert. Bei der letzten Strophe des bekannten Jander-Sepperl-Lieds "As Henneraug" könne Deisinger die letzte Strophe nur in Vohenstrauß singen. Denn würde es der Stadtpfarrer in Weiden von St. Josef hören, dann "schmeißt er uns raus". Damit spielte Deisinger auf die Vorkommnisse in der Weidener Stadtpfarrei an, die am selben Tag im "Neuen Tag" die Runde machten.

Stücke vom Kreuzer Sepp und Wührl Franz aus Georgenberg fehlten bei diesem kurzweiligen und wunderschönen Abend ebenfalls nicht. Ihren großen Auftritt hatte Roßmann noch bei der "Schönheitskönigin von Schneitzlreuth". Sie stand dem Original, der gefeierten Münchner Volkssängerin Bally Prell, in nichts nach.
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