Vor dem Klassiker Deutschland gegen Italien
„Wir gewinnen!“

Das klassische Interview zum Fußball-Klassiker Deutschland gegen Italien: Sandro Scotta (links) und Helmut Bäumler stehen am Samstag auf verschiedenen Seiten. Beide rechnen fest mit einem Sieg ihrer Mannschaft. Bild: ck
Vermischtes
Vohenstrauß
01.07.2016
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Die Fußball-EM präsentiert am Samstag beim Viertelfinale einen Klassiker. Wieder einmal heißt es Deutschland gegen Italien. Die Statistik spricht klar für die Squadra Azzurra. Die Deutschen gingen bislang bei Pflichtspielen nie als Sieger vom Platz. Vor dem erneuten Kräftemessen bringen sich die Vohenstraußer Fanlager in Position.

Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Fußballnationen ist es mittlerweile gute Tradition, mit Deutschland-Fan Helmut Bäumler und Eisdielen-Chef Sandro Scotta über Befindlichkeiten der Teams und Spielausgang zu sprechen. Beim Tipp überlegen sie nicht lange. Beide sind sich sicher: "Wir gewinnen!"

"Irgendwann müssen wir ja mal gewinnen", meint der 64-jährige Rentner. Er tippt auf ein 2:0 für Deutschland. Die Tore machen Thomas Müller und Julian Draxler. Von einem Angstgegner will Bäumler nicht sprechen. Trotzdem sollten Jogis Jungs seiner Meinung nach von Anfang an auf der Hut sein. Das Motto müsse lauten: "Pressen, pressen, pressen! Dann machen die Italiener Fehler." Scotta gibt sich nicht weniger kämpferisch: "Auch wenn uns die Deutschen technisch überlegen sind, wir gewinnen nach 90 Minuten mit 1:0." Ausschlaggebend sei, dass der italienische Trainer Antonio Conte das Team zu einer echten Mannschaft geformt habe. Die einzelnen Spieler seien vielleicht nicht so herausragend wie die Deutschen. "So ein Spiel wird aber oft vom Geist entschieden. Und den haben wir mehr denn je", schwärmt Scotta. Eins sei sicher: "Wer Italien schlägt, wird Europameister." Das ist das Stichwort für Bäumler: "Ganz genau. Und das sind dann wir!"

Keine hohen Erwartungen


Die Erwartungen der Italiener an ihre Mannschaft seien am Anfang nicht hoch gewesen. Scotta: "Ich hätte nie gedacht, dass wir Gruppenerster werden. Im Nachhinein wäre es auch besser gewesen, wir wären Zweiter geworden. Dann hätten wir einen schwächeren Gegner bekommen." Bäumler widerspricht sofort: "Wenn du Europameister werden willst, musst du alle schlagen - egal wann."

Die Tatsache, dass das jüngste Team gegen das älteste antreten muss, sei von keiner großen Bedeutung. Scotta: "Obwohl unsere schon aufpassen müssen, dass ihnen nicht nach 70 Minuten die Luft ausgeht." Auch an den Tormännern könne man das Ergebnis nicht festmachen. Bäumler: "Das sind die zwei besten der Welt. Der eine ist jünger, der andere erfahrener." Der 38-jährige Gigi Buffon sei jedenfalls zumindest in Sachen Gesang ein echtes Vorbild. Da schwärmt selbst der deutsche Fan: "Der legt bei der Nationalhymne los wie die Feuerwehr. Das find ich klasse. Deswegen sind die Spanier ja auch ausgeschieden. Weil die keinen Text haben."

Unveränderte Taktik


Scotta rechnet nicht mit großen taktischen Veränderungen im Spiel der Italiener: "Die ziehen das durch wie bisher." Bäumler erinnert sich an die dramatische Niederlage vor vier Jahren nach den Toren von Mario Balotelli, "aber der ist ja diesmal nicht dabei." "Na gottseidank", meint der Eisdielen-Chef, "mit dem wären wir bestimmt nicht soweit gekommen." Scotta wird das Viertelfinale voraussichtlich mit seinem Vater Bruno in der Wohnung über der Eisdiele verfolgen. Seine Mutter Maria wird sich derweil um die vermutlich wenigen Gäste kümmern.

"Wenn die Deutschen gewinnen, ist danach bestimmt einiges los bei uns." Die Freude und eventuelle Häme seiner Gäste werde er dann aushalten. "Sollte es so kommen, bin ich ab Sonntag wieder Deutschland-Fan."
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