Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß
Holzpreis stark unter Druck

Die Holzpreise sind nicht sensationell.
Vermischtes
Vohenstrauß
18.03.2016
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Sturm Niklas hinterließ im vergangenen Jahr nicht nur im Forst deutliche Spuren, sondern auch in den Geldbeuteln der Waldbesitzer. Die Preise knickten ein wie die Bäume.

Bei der Fichte lagen die Festmeterpreise bei 2-b-plus-Ware bei 101 Euro und bei Kiefer bei 81 Euro. Fixlängen brachten zwei Euro weniger ein. Den Faserholzpreis gab Geschäftsführer Josef Maier von der Waldbesitzervereinigung Eslarn- Vohenstrauß mit 38 Euro pro Raummeter an.

338 Mitglieder (29 Prozent) verkauften 31 918 Festmeter Holz, etwa 10 000 Festmeter weniger als im Vorjahr. 29 Waldbesitzer lieferten über 200 Festmeter, 50 zwischen 100 und 200 Festmeter sowie 63 zwischen 50 und 100 Festmeter. 128 Waldbesitzer lieferten bis zu 25 Festmeter Holz. Mit 29 246 Festmetern nimmt die Fichte den Löwenanteil ein, Kiefer (2334) und Laubholz (338) folgten.

Bestände kontrollieren


Im dritten Quartal sanken die Preise noch einmal um sieben Euro, informierte Maier. In den Schadensgebieten wirkte sich der extrem heiße Sommer dann zusätzlich aus, aber auch in Tschechien, der Slowakei und Slowenien, in denen erhebliche Käferholzmengen anfielen. Der Holzpreis geriet daraufhin noch mehr unter Druck und wurde erneut um fünf Euro reduziert. Maier riet eindringlich, die Bestände auf Käfer zu kontrollieren.

Derzeit werden für Fichte (2-b-plus) pro Festmeter 85 Euro bezahlt und für Kiefer (2-b-plus) 70 Euro, plus Mehrwertsteuer und jeweils minus 2 Prozent Skonto. Faserholz werde mit 35,50 Euro pro Raummeter plus Mehrwertsteuer abgerechnet. "Die Holzpreise sind nicht sensationell." Der Newsletter auf der Homepage www.wbv-eslarn-vohenstrauss. de informiere stets über Neuerungen. In der Geschäftsstelle im Neuwirtshaus erhalten die Mitglieder jeglichen Forstbedarf. Nachdem noch immer einige Waldgebiete nicht erschlossen sind, könne er nur auffordern, die staatlichen Förderungen zu nutzen.

An 54 Tagen mit 230 Kranstunden lief der WBV-Rücke-Anhänger, den 30 Mitglieder ausgeliehen hatten. 13 Mitglieder setzten 82 Stunden den Sägespalter ein. Zukünftig müsse sich überlegt werden, ob es sich angesichts der niedrigen Ausleihzahlen rechne, diese teuren Geräte von der Organisation vorzuhalten, gab der Geschäftsführer zu bedenken.

Erstmals unter seiner Amtszeit schrieb sich in diesem Jahr in die Kassenbücher ein kleines Minus ein. Grund sei allerdings nur der geringere Holzeinschlag, begründete Maier. Die Kassenprüfer Michael Bauer und Hermann Helm attestierten korrekte Buchführung. Den Haushaltsplan genehmigten die Mitglieder ohne Gegenstimme.

Markus Schaller, Geschäftsführer der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß, gab Zahlen zum Biomasseheizwerk bekannt. Der zweite zu warme Winter wirke sich natürlich auch auf die Wärmeabnahme und den Hackschnitzelverkauf aus. Wenngleich der Umsatz seit 2011 stetig nach oben zeige. Die Gewinn- und Verlustrechnung stellte er mit dem Jahresüberschuss dar. Pro Jahr wurden kontinuierlich 4800 Megawattstunden verkauft.

"Richtiger Schritt"


Deutlich zeige sich mittlerweile die Richtigkeit der Erweiterung in der Sophienstraße und Pfarrgasse. "Das war ein wichtiger Schritt", meinte Schaller. Zu bedenken gab der Geschäftsführer, dass nur 8 der 47 lieferberechtigten Waldbauern Hackschnitzel brachten. "Wald ist die Tankstelle für Mensch und Leben mit einem komplexen Ökosystem und vielen Wirtschaftszweigen wie der Holzvermarktung", hob Bürgermeister Andreas Wutzlhofer in seinem Grußwort hervor. Forstamtmann Stefan Stangl, der neuer forstlicher Berater der WBV ist, informierte über Förderrichtlinien.

Zeitgemäßer Waldbau bildet den Schlüssel für die Entwicklung wirtschaftlicher und ökologisch ausgewogener Behandlungskonzepte für die heimischen Wälder. Der Schwerpunkt liege dabei - ausgelöst durch den Klimawandel - auf dem Umbau fichtendominierter Wälder in stabilere, baumartenreichere und zukunftsfähige Mischwälder. Ludwig Straßer von der Abteilung Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising, sprach in der Jahreshauptversammlung über das Thema "Aktuelle Waldschutzsituation".

"Es gibt immer noch Leute, die den Klimawandel bezweifeln", sagte er. Nach 10 000 Jahren sei der Kilimandscharo in Tansania bald eisfrei. Die Gletscher auf Afrikas höchstem Berg verschwinden noch schneller als befürchtet. Vögel wie der Bienenfresser, der warme Gefilde vorzieht, die Gottesanbeterin, das Taubenschwänzchen oder die Tigermücke wurden in Bayern schon gesichtet und die Zecken sind gehörig auf dem Vormarsch. "Klimaschwindler gehören in den Knast", überzog Straßer seine Formulierung.

Der Trockenstress und nachfolgend der Blattverlust der Bäume brachten einen durchschnittlichen Zuwachseinbruch von 30 Prozent und bei den Fichten Durchmesser-Veränderungen bis 50 Prozent. Die Schädlingsdichten nahmen im vergangenen Sommer erschreckend zu und so schwärmten drei Generationen von Borkenkäfern aus. War bereits das Jahr 2007 ein sehr schlechtes Jahr in Bezug auf den Waldschädling wurde es 2014/2015 sehr kritisch.

Hinzu komme das Doppelereignis Sturmtief Niklas und die Trockenheit im vergangenen Jahr. Die Schadstoffmengen an Fichtenholz bezifferte Straßer mit 40 Prozent. Buche und Eiche seien dagegen zu vernachlässigen. "Schwingen sie ihre Motorsägen und halten sie ihre Augen nach Schädlingen offen", riet der Referent. Doch nicht nur die Borkenkäfer sind lauernde Gefahren im Wald. Rüsselkäfer, Mistelbefall bei Kieferbäumen, Diplodia-Triebsterben und der Blaue Prachtkäfer tun ein Übriges. Selbst die Tanne sei nicht vor Eindringlingen gefeit, gab Straßer zu bedenken.

Mit den Nordmanntannen schleppte man Triebläuse ein und auch die Douglasie sei mit Sicherheit nicht der absolute Zukunftsbaum. Der Douglasie setzen der Furchenflüglige Fichtenborkenkäfer, der Hallimasch und der Kupferstecher zu. Überhaupt sei der Hallimasch ein Pilz, der vom Klimawandel profitiere. Buchen zeigten Dürreschäden und Sonnenbrand und darüber hinaus leisten der Buchenprachtkäfer oder der Holzbrüter bei dieser Baumart ganze Arbeit. Wüsste er einen Rat, wie sich die Waldbesitzer aus diesen misslichen Lagen befreien könnten, wäre er Hellseher, dämpfte Straßer die Erwartungen um eine gültige Lösung.

Waldbesitzer, Jäger und Förster müssten gemeinsam die Waldentwicklung in die gewünschte Richtung steuern. "Sie alle sind durch den Pachtschilling Millionäre", gab sich Straßer am Ende provokativ. "Aber sie wirtschaften schlecht, weil sie doppelt so viel Geld für den Zaunbau im Wald ausgeben, anstatt mit den Jägern die Abschusspläne zu erhöhen." Mit dieser Aussage "Wald vor Wild" war jedoch einer der Waldbesitzer gar nicht einverstanden und tat dies auch kund. "Die Leute wollen Rehe sehen." Offenbar prallen bei diesem Thema gänzlich unterschiedliche Meinungen aufeinander. Bauern und Jäger sind Partner, die im Sinne des Naturschutzes zusammenarbeiten müssen, hieß es.

Die Holzpreise sind nicht sensationell.WBV-Geschäftsführer Josef Maier
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