WBV Eslarn-Vohenstrauß
In Sachen Fichte umdenken

Auch wir Waldbesitzer müssen unternehmerisch denken.
Vermischtes
Vohenstrauß
18.03.2016
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Der heiße Sommer war für Waldbesitzer kein einfaches Jahr. Mit dem Sturm Niklas, der Trockenheit und großen Hitze sowie den ersten stärkeren Auftreten von Borkenkäfern bekamen sie zu spüren, wie sie von Natur und Wetter abhängig sind. Zudem fror die Pleite und Insolvenz des Brennstoffherstellers und Ökokonzerns German Pellets den Absatzmarkt ein.

Über 160 Teilnehmer


Gleichzeitig zeigte aber das von Staatsminister Helmut Brunner ausgerufene Waldnaturschutzjahr deutlich, welch herausragende Bereitschaft bei den Waldeigentümern für Schutzmaßnahmen im Rahmen des "Schützen durch Nutzen" besteht. "Nicht umsonst stellte uns die dritte Bundeswaldinventur ein hervorragendes Zeugnis aus", war der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Eslarn-Vohenstrauß, Hans-Peter Lang, stolz. Über 160 Teilnehmer hatten sich zur Jahreshauptversammlung in der Stadthalle eingefunden, so viele wie selten zuvor.

Prognosen deuteten darauf hin, dass sich extreme Wetterlagen in Zukunft häufen könnten. Diese Entwicklung zeige, dass die Waldbesitzer um langfristig angelegten Waldumbau nicht herumkommen werden. Vor allem in Sachen Fichte sei ein Umdenken erforderlich.

Der Waldumbau geschehe entweder durch Naturverjüngung oder durch gezielte Anpflanzung. Heuer habe es bisher ausreichend Niederschläge gegeben, so dass sich die Wasserspeicher wieder füllten. Allerdings fehlte für den Holzeinschlag im Winter der Frost. Deswegen waren die nunmehr 1170 Mitglieder mit dem Holzeinschlag sehr zurückhaltend.

Wenn auch die Preise rückläufig waren, weil die Nachfrage nicht gegeben war, sei dies kein Grund, die Holznutzung ganz einzustellen. Vernachlässigt dürfe auch der Wegebau nicht werden, denn nur ein bewirtschafteter Wald habe Zuwächse. "Auch wir Waldbesitzer müssen unternehmerisch denken und können nicht erwarten, dass immer nur dann, wenn es uns gerade passt, das Holz auch mit einem sehr guten Preis nachgefragt wird." Leider gebe es jedoch bei den Abnehmern, den Sägewerken, fast nur noch große Betriebe, die den Preis diktieren. Dem Vorsitzenden fehle es an einer Akteurs-Vielfalt, um durch einen gesunden Wettbewerb gute Preise zu erzielen.

Optimistischer Ausblick


In einer Zeit, in der Schnittholz nicht so nachgefragt werde, riet Lang zu Pflegemaßnahmen. Denn wer nicht pflege, könne auch nicht ernten. Im Ausblick auf das laufende Jahr sei er recht optimistisch. Sollte es zu keinen starken Käferbefall und anderen Ereignissen wie einem Sturm kommen, sei er recht guter Dinge, dass auch die Holzpreise wieder anziehen werden.
Auch wir Waldbesitzer müssen unternehmerisch denken.WBV-Vorsitzender Hans-Peter Lang
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