Wie Papst Franziskus sich die Kirche vorstellt
Mensch muss in den Mittelpunkt

Birgitt Pfaller. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
25.01.2016
27
0

"In der Kirche geht es um die Menschen", versichert Papst Franziskus unumstößlich. Dies wissen nun auch die Besucher eines Vortrags im vollbesetzten blauen Saal des Prälat-Walter-Siegert-Caritasheims.

"Wie Papst Franziskus sich die Kirche vorstellt": Unter diesem Motto hatte der Katholische Frauenbund Diplomtheologin Birgitt Pfaller aus Regensburg am Donnerstagabend nach Vohenstrauß eingeladen. Zunächst wollte die Referentin wissen, wie sich die Teilnehmer selbst die Kirche vorstellten.

Frauen sollten mitreden


Oft sei gerade von Frauen der Wunsch zu hören, die Kirche solle weiblicher werden, Frauen sollten in der Kirche bei Entscheidungen mitreden und das kirchliche Leben ebenso wie Männer prägen können. "Papst Franziskus hat mehrfach betont, dass Frauen viel zu sagen haben und deswegen in der Kirche mehr gehört werden sollen", sagte Pfaller. Es müsse sich aber erst zeigen, ob und wie dieser sich Wunsch erfülle.

Wenn man sich an die Sprache der anderen anpassen will, um sie mit dem Wort Gottes zu erreichen, muss man viel zuhören und das Leben der Leute teilen.Papst Franziskus

Wichtig sei dem Papst, eine Sprache zu verwenden, die die Menschen verstehen. Dazu schreibe der Pontifex in seinem Apostolischen Schreiben "Evangelii Gaudium - Die Freude des Evangeliums": "Wenn man sich an die Sprache der anderen anpassen will, um sie mit dem Wort Gottes zu erreichen, muss man viel zuhören und das Leben der Leute teilen." In seiner Aufgabe, die katholische Kirche zu leiten, verstehe sich der Papst als Erster unter Gleichen. Er lege viel Wert auf die Gemeinschaft der Bischöfe und wolle die Entscheidungen nach Austausch und Beratung gemeinsam treffen.

Wichtigstes Anliegen


Die Verkündigung der frohen Botschaft, dass Gott jeden Menschen liebt, sei für Franziskus das wichtigste Anliegen der Kirche. "Die Christen haben die Pflicht, das Evangelium ausnahmslos allen zu verkünden, nicht wie jemand, der eine neue Verpflichtung auferlegt sondern wie jemand, der eine Freude teilt." Die Morallehre der Kirche leite sich aus der Botschaft ab, werde aber in der öffentlichen Meinung oft allein dargestellt. Dadurch entstehe vor allem bei Außenstehenden der Eindruck, dass es in der Kirche vor allem um moralische Vorschriften gehe. "So wird die Einladung Gottes, ihm zu antworten und seine Liebe weiter zu verschenken, verdunkelt", sagte Pfaller.

Es gehe dem Papst um die Menschen, denen die Botschaft des Evangeliums Leben und Freude schenke. Dies beweise ein weiteres Zitat aus seinem Schriftstück: "Die Seelsorge ist auf das Wachstum der Gläubigen ausgerichtet, damit sie immer besser und mit ihrem ganzen Leben auf die Liebe Gottes antwortet." Papst Franziskus habe in seiner Amtszeit bereits viel verändert in der katholischen Kirche. Er mache Mut, neue Wege zu gehen. Der Papst wünsche sich eine offene Kirche, die auf die Menschen zugeht, sie einlädt und sie ernst nimmt. "Eine Kirche, die für die Menschen da ist, nicht für sich selbst."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.