Zweite Pferdesegnung im Schlosshof der Friedrichsburg
Treueste Helfer des Menschen

Vermischtes
Vohenstrauß
07.06.2016
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Nach der verregneten Premiere im vergangenen Jahr haben die Pferdefreunde im Grenzland Vohenstrauß erneut eine Pferdesegnung organisiert. Diesmal hatte sich der Aufwand gelohnt.

Bestes Wetter mit viel Sonnenschein begleitete am Sonntag die Zeremonie im Schlosshof der Friedrichsburg. Vorausgegangen war eine lange Reiter-Prozession über den Marktplatz. Viele Zuschauer wollten sich diese farbenprächtige Attraktion nicht entgehen lassen. Polizei und Feuerwehr gaben sicheres Geleit.

Standesgemäß


Kaplan Sebastian Scherr durfte mit den Ministranten Anna Bäumler und Martin Gürtler im Gespann von Otto Peugler Platz nehmen und wurde standesgemäß mit schwarzem Birett und Chorrock den Berg hinauf kutschiert. Nach der Aufstellung der Reiter und Fahrzeuge im Schlosshof hieß Vorsitzender Anton Birner die vielen Teilnehmer und Gäste willkommen, vor allem die Haflingerzüchter und Pferdefreunde aus Kemnath am Buchberg, die Haflinger- und Pferdefreunde aus Moosbach sowie die Ehrenmitglieder des Vereins.

Die Jagdhornbläsergruppe Weiden und Neustadt mit Hornmeister Wolfgang Hohlmeier begleitete die Zeremonie. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier fand den Rahmen mehr als passend, denn das historische Gebäude stamme aus einer Zeit, als Pferde noch eine viel wichtigere Bedeutung für den Mensch als heute hatten. "Mensch und Pferd bilden in fast allen Kulturen seit Jahrhunderten eine einzigartige Symbiose. Mit den Pferden zu arbeiten und von diesen wunderbaren Geschöpfen zu lernen, bereichert immer wieder das Leben vieler Pferdefreunde und Pferdeliebhaber weltweit", versicherte Münchmeier. Heute stehen die Freizeitgestaltung oder das Erleben von Tier und Natur für den Menschen, neben dem Leistungs-, Reit-, Dressur- und Rennsport im Vordergrund. Die Tradition der Pferdesegnungen aufrechtzuerhalten, sei trotzdem richtig und wichtig. Noch dazu erfreue sie sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit.

Schon seit alters her nahm der Mensch in allen Nöten Zuflucht zu den höheren Mächten. Den Tieren als dem treuesten Helfer des Menschen wurde schon in frühester Zeit die Schutzgöttin Epona beigegeben, die noch heute auf älteren Steindenkmälern abgebildet sei, informierte Kaplan Scherr. Als das Christentum das Heidentum ablöste, waren die Glaubensboten beflissen, dem alten Aberglauben eine christliche Basis zu schaffen. In unserer Gegend werden in diesem Zusammenhang vor allem die heiligen Bischöfe Willibrord, Martinus, Hubertus, Nikolaus und Maxim verehrt.

Besonders die heiligen Eligius, Celsus und Leonhard stehen als Patrone für Pferde und Reiter. Letzterer sei einer der 14 Nothelfer und werde bereits seit dem elften Jahrhundert in Altbayern als Schutzpatron für das Vieh, insbesondere die Pferde, in der Bevölkerung verehrt. Deswegen verlieh ihm der Volksmund die Beinamen "bairischer Herrgott" oder "Bauernherrgott". "So vertrauen auch wir auf die verdienstvolle und mächtige Fürsprache der Heiligen, die unentwegt vor Gott um Gnade und Segen für uns arme Sünder flehen", betete der Kaplan. Anschließend besprengte er Pferde, Reiter und Gespanne mit Weihwasser.

Viel Lob


Danach gab es beim gemütlichen Beisammensein Kaffee und Kuchen oder Grillspezialitäten. Albert Höfner unterhielt die Gäste musikalisch. Natürlich durfte auch der Oldie "Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand" von Countrysänger Ronny nicht fehlen. Unter den schattenspendenden Bäumen hatte der Verein eine Futter- und Anbinde-Stelle mit Heu für die Tiere eingerichtet. Claudia und Otto Peugler erhielten viel Lob für die Organisation der Veranstaltung.
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