Fusion im Moment kein Thema
Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß mit Geschäftsjahr 2015 sehr zufrieden

Die Vorstände Werner Bäumler, Robert Stahl und Karl Völkl (von links) sind mit dem Geschäftsjahr 2015 sehr zufrieden und blicken optimistisch in die Zukunft. Bild: ms
Wirtschaft
Vohenstrauß
09.06.2016
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Erstmals seit ihrem 124-jährigen Bestehen hat die Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß 2015 bei den Krediten die 200-Millionen-Euro-Marke geknackt. Aber auch die übrigen Zahlen können sich sehen lassen.

Neustadt/Vohenstrauß. Unter den 273 Raiffeisen- und Volksbanken in Bayern nimmt Neustadt-Vohenstrauß mit zwölf Geschäftsstellen und 21 361 Kunden Rang 115 ein. Angesichts der geplanten Verschmelzung der Raiffeisenbank Weiden mit der Volksbank Nordoberpfalz und der Raiffeisenbank im Stiftland ist für Vorstandschef Karl Völkl und seine Kollegen Robert Stahl und Werner Bäumler eine Fusion zurzeit kein Thema. "Wir sind mittelfristig gut aufgestellt", betonte Völkl bei der Bilanzpressekonferenz in Vohenstrauß. "Es gibt derzeit keine Gespräche."

Weil 2015 "sehr erfolgreich war", werden zwei Millionen Euro den Rücklagen zugewiesen. Dank der hohen Eigenkapitalquote erfülle die Genossenschaft alle Vorschriften, vor allem bei Basel III, erklärte Vorstand Stahl. Die versteuerten Rücklagen und die Geschäftsguthaben erhöhten sich auf 28,8 Millionen Euro. Die Kernkapitalquote habe sich auf fast 14 Prozent verbessert.

Erfolgsmodell Riester


Die Bilanzsumme legte um 16,6 Millionen auf 381,2 Millionen Euro zu. Das bedeutet ein Plus von 4,6 Prozent (Bayern-Durchschnitt: 4,1 Prozent). Die Kundeneinlagen kletterten von 400,5 Millionen auf 421,3 Millionen Euro (plus 5,2 Prozent).

Auch das Kreditgeschäft entwickelte sich weiter positiv. Die Kundenforderungen stiegen von 191,7 auf 200,5 Millionen Euro und damit deutlich stärker als 2014, inklusive der Geschäfte mit den Verbundpartnern sogar von 202,9 Millionen auf 211,3 Millionen Euro (plus 4,1 Prozent). Das Kundenvolumen, die Summe der Einlagen und Kredite, nahm von 603,4 Millionen auf 632,6 Millionen Euro (plus 4,8 Prozent) zu. Nicht verstehen kann Völkl die negative Diskussion in der Öffentlichkeit über die Riester-Rente. Die Zahlen sagen etwas anderes: Die größte Genossenschaft im Landkreis schloss 3,1 Prozent mehr Verträge (von 2497 auf 2574) ab. Zum Jahreswechsel hatten die Sparer schon 13,3 Millionen Euro fürs Alter auf die hohe Kante gelegt. Davon kämen etwa 60 Prozent vom Vater Staat, rechnete Stahl die Riester-Förderung vor. "Wenn damit den künftigen Rentnern nicht geholfen ist", ergänzte Völkl.

Fördermittel-Champion


Die Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß muss 66,41 Cent ausgeben, um einen Euro zu verdienen. Damit liegt sie bei dieser Cost-Income-Ratio etwas höher als der bayernweite Schnitt (64,1 Cent). Unter der Benchmark (1,03 Prozent) liegt sie mit 0,97 Prozent auch beim Betriebsergebnis, wenn man die durchschnittliche Bilanzsumme hernimmt. In der Vertriebsregion Ostbayern rangiert Neustadt-Vohenstrauß bei den Fördermitteln innerhalb der Bilanzsummenklasse zwischen 250 und 500 Millionen Euro auf Platz eins. Dafür wird sie in den nächsten Tagen in Ingolstadt von der DZ-Bank ausgezeichnet, weil ihre Kunden von Eslarn bis Püchersreuth die bestmögliche Förderung erhalten. Eine erfolgreiche Säule ist nach wie vor das Warengeschäft. Auch wenn der Umsatz in den Märkten in Albersrieth, Eslarn und Moosbach um 3,17 Prozent von 13,7 auf 13,2 Millionen Euro sank, schreiben sie immer noch schwarze Zahlen. Der Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte sowie bei den Brenn-, Treib- und Schmierstoffen mache sich hier bemerkbar, weiß Vorstand Bäumler.

Über 10 000 MitgliederStolz ist die Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß auf die Mitgliederentwicklung. Trotz stagnierender Bevölkerung traten im vergangenen Jahr 209 neue Mitglieder der Genossenschaft bei. Das ergibt einen Zuwachs von 2,05 Prozent. 10 383 Männer, Frauen und Kinder gehören der Bank an. "Damit sind wir ganz vorne dabei", freut sich Vorstandssprecher Karl Völkl. Seit Jahren konstant ist die Mitarbeiterzahl. Zurzeit sind es 138. Unverändert hohe Priorität genießt die Ausbildung. Im Herbst kommen vier Bankkaufleute, eine IT-Kauffrau sowie eine Großhandelskauffrau dazu. Outsourcing ist für das Kreditinstitut kein Thema. Die Bank unterstützte mit über 75 000 Euro gemeinnützige und caritative Einrichtungen. (ms)
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