Quartiergeber in und um Vohenstrauß zufrieden
Wer investiert, wird belohnt

Den Bocklweg nutzen nicht nur Einheimische gerne. Immer mehr Radler aus dem Raum Nürnberg sind auf der 52 Kilometer langen Strecke unterwegs und gönnen sich eine Nacht Ruhe in einer Unterkunft in der Großgemeinde. Bild: ck
Wirtschaft
Vohenstrauß
05.09.2016
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Bocklweg, Wanderrouten und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis sind die Faktoren, mit denen die Gemeinden im Altlandkreis bei Urlaubern punkten. Rudolf Gruber, Leiter des Tourismusbüros der Stadt Vohenstrauß, ist mit den aktuellen Übernachtungszahlen recht zufrieden.

Im Vergleich zum Vorjahr verbucht die Stadt für den Zeitraum von Januar bis Juni mit 9874 Übernachtungen ein Plus von 16,2 Prozent. Gruber schätzt, dass die Zahl der Übernachtungen auf 20 000 ansteigen wird. In die Statistik laufen in Vohenstrauß nur die gewerblichen Quartiergeber mit über zehn Betten ein. Die Entwicklung bei den privaten Anbietern könne er nicht einschätzen.

Zulauf aus Nürnberg


"Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei zwei Tagen", erklärt der Leiter des Tourismusbüros, schließlich zähle Vohenstrauß sehr viele Geschäftstouristen, die auf der Durchreise nach Tschechien sind. Die rosigen Zeiten der regionalen Tourismusbranche nach der Grenzöffnung seien natürlich längst vorbei. "In den 90-er Jahren hatten wir bis zu 120 000 Übernachtungen im Jahr", weiß Gruber. Nach dem Ende des Feriendorfs in Böhmischbruck brachen in der Großgemeinde Zigtausende Übernachtungen pro Jahr weg.

Mit dem Bocklweg hätten sich jedoch für die anliegenden Gemeinden neue Wege für den Tourismus eröffnet. Auch die Gastronomen der ehemaligen Kreisstadt würden von den Radlern profitieren. "Ich habe mit einer Gastgeberin geredet, die mittlerweile sehr viele Gäste aus dem Nürnberger Raum hat." Die Urlauber radeln den Bocklweg ab, bleiben eine Nacht und fahren erst am nächsten Tag wieder nach Hause.

Als Grund für den Zulauf von Gästen aus dem Nürnberger Raum nennt Gruber den Stand des Naturparklands Oberpfälzer Wald bei der Freizeitmesse in Nürnberg im Februar. Außerdem sei man bei Touristikmessen in Roth und Erlangen vertreten: "Das macht sich dann in den Übernachtungszahlen schon bemerkbar."

Im Naturparkland Oberpfälzer Wald, das als "Ferienland zwischen Waldnaab und Böhmerwald" um Gäste wirbt, würden die elf beteiligten Gemeinden als "Elf Freunde" gut zusammenarbeiten. In dem gemeinsamen Gastgeber-Prospekt wird neben dem Bocklweg, den Kultur- und Freizeitmöglichkeiten auch das Nachbarland Tschechien präsentiert. In jährlichen Neuauflagen haben die Quartiergeber eine gute Plattform, ihre Zimmer und Ferienwohnungen vorzustellen. Unverzichtbar sei für jeden findigen Quartiergeber laut Gruber ein gut betreuter und stets aktueller Internet-Auftritt.

Als Wanderregion gefragt


Genauso wichtig sei, dass die Hoteliers und privaten Quartiergeber laufend ihre Unterkünfte modernisieren. In dieser Hinsicht seien die Unternehmer der Großgemeinde Vohenstrauß vorbildlich. Etliche hätten in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen und konsequent investiert. So komme es nicht von ungefähr, dass die Gastgeber in und um Vohenstrauß mit den Übernachtungszahlen durchaus zufrieden sind. Gruber: "Von manchen kann man sogar hören, dass es gar nicht besser laufen könnte."

Online-Buchungen würden für die Quartier-Anbieter zwar etwas mehr Aufwand bedeuten, "aber für die, die es machen, rentiert es sich. Es sind bei uns aber noch nicht sehr viele, die Online-Buchbarkeit anbieten", weiß der Leiter des Tourismusbüros.

Bei Anfragen von Urlaubern gehe es immer wieder um die Wandergebiete der Region und deren Steigungen. Gruber betont die Bedeutung einer guten Infrastruktur. Gelobt werde von den Gästen nach wie vor das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis in der Gegend. "Hier ist die Welt noch in Ordnung", sei von den Urlaubern des Öfteren zu hören.
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