7,5 Kilometer Glasfaserkabel

Lokales
Vorbach
31.10.2015
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Die Verfügbarkeit von schnellem Internet gehört heutzutage zur Grundversorgung - wie Strom, Wasser und eine gute Verkehrsanbindung. Deshalb geht nun auch die Gemeinde Vorbach in die Offensive. Ab 2017 soll jeder Haushalt mit einer Übertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde im Download erreichbar sein.

Bürgermeister Werner Roder nennt die kommunale Digitalisierungsoffensive "die mit Abstand größte freiwillige Leistung in der Geschichte der Gemeinde". Zusammen mit den Geldern, die bereits vor fünf Jahren in die Verbesserung des flächendeckenden Hochgeschwindigkeitsinternets investiert wurden, summiert sich das finanzielle Engagement der Kommune im Zuge des neuen staatlichen Förderprogrammes auf nahezu eine Million Euro, bilanziert er.

In der Sitzung des Gemeinderats veröffentlichte der Bürgermeister die einstimmige Entscheidung des Gremiums zur Billigung des Planungsentwurfs. Die Planung durch das Fachbüro IKT aus Regensburg sieht den Ausbau einer leistungsfähigen Breitbandversorgung im gesamten Gemeindebereich vor.

Kabel und Hausanschlüsse

Dabei erhalten der Südosten von Vorbach, der Ortsteil Höflas und weite Teile von Oberbibrach Megabit-Power, die fast keine Wünsche offen lässt. Mit neuer Technik in sogenannten Kabelverzweigern soll das Download-Tempo erhöht werden. Zudem ist vorgesehen, dass außerorts circa 3,8 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt werden. Insgesamt sollen etwa 7,5 Kilometer Glasfaserkabel in vorhandene Leerrohre eingeblasen oder oberirdisch durch Nutzung von Telefonmasten neu verlegt werden.

Aus technischen Gründen erhalten 75 Grundstücke in Vorbach und Unterbibrach Glasfaser-Hausanschlüsse bis in die Gebäude hinein. Gewährleistet sind dann bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download und mindestens 10 Mbit/s im Upload. "Das ist das beste Angebot, das man bekommen kann", urteilte Werner Roder.

Mit der aktuellen Glasfasertechnologie seien die Grundstückseigentümer für die Zukunft bestens gerüstet. Künftig sei gewährleistet, dass der Verbraucher im Zuge von Leistungs- und Gebührenvereinbarungen mit dem Anbieter selbst über das Tempo seiner Anschlussgeschwindigkeit entscheiden könne, merkte der Bürgermeister an: "Das steht jetzt im Ermessen des Einzelnen." Er bedauerte, dass das Premiumangebot aus förderrechtlichen und finanziellen Gründen nicht in allen Gemeindeteilen zur Verfügung stehe.

Hohe Förderung

Für das Großprojekt rechnet der Rathauschef mit Kosten von circa 800 000 Euro. Diesen Betrag hat jedenfalls das Fachbüro errechnet. Eine Kostenbeteiligung in eher bescheidenem Umfang erwartet Roder vom Netzbetreiber, der erst noch im Zuge eines vorgeschriebenen Auswahlverfahrens zu ermitteln ist. Bei einer hohen staatlichen Förderung von etwa 580 000 Euro kalkuliert die Gemeinde mit einem Eigenanteil von ungefähr 150 000 Euro.

"Der Bahnanschluss ist verloren und der Autobahnanschluss wird nicht kommen. Aber beim Hochgeschwindigkeitsnetz nähern wir uns städtischen Standards an", resümierte der Bürgermeister, auf den Zugewinn an Attraktivität und wirtschaftliche Erfordernisse eingehend.
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