"Aktueller denn je"

Zusammen mit dem Vorsitzenden der Krieger- und Soldatenkameradschaft, Richard Hofmann (rechts), legte Bürgermeister Werner Roder am Sonntagvormittag am Vorbacher Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Bereits am Samstagabend tat dies zweite Bürgermeisterin Angelika Thurn bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Oberbibrach. Bild: wmi
Lokales
Vorbach
17.11.2015
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Ist es heute - 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg - überhaupt noch zeitgemäß, sich an dieses Geschehen zu erinnern und der Opfer zu gedenken? Die aktuellen Ereignisse, speziell die Terrorakte am Freitag in Paris, beantworten die Frage von selbst.

"Der Volkstrauertag ist aktueller denn je", sagte Bürgermeister Werner Roder am Sonntagvormittag beim Gedenken an die vielen Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaften. "Denn Zukunft und Vergangenheit sind eng miteinander verbunden."

Millionen Tote und Verwundete, Trümmer und Zerstörung, Hunger, Not und Elend seien Ergebnisse der beiden Weltkriege gewesen. Aber als Erkenntnis daraus folgte kein dauerhafter Friede, bedauerte er. Als traurige, aktuelle Beispiele zählte er den Bürgerkrieg in Syrien, Kriege in Afrika, den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, den nicht enden wollenden Terror im Irak und in Afghanistan sowie die Anschläge in Paris am Freitagabend mit über 120 Opfern und vielen Verletzten auf.

"Diese Kriege und Terrorakte in anderen Ländern gehen auch uns an. Millionen Menschen sind deswegen weltweit auf der Flucht", machte er deutlich. Hundertausende Menschen suchten in diesem Jahr auch in Deutschland Zuflucht. Die allermeisten "sind zu uns gekommen, weil sie vor Krieg, Verfolgung und Hunger flüchten". Bei uns hofften sie auf ein Land, in dem sie geachtet werden - unabhängig von Religion und Nation, politischer Gesinnung, Armut oder Krankheit, betonte Roder.

Eine alte jüdische Weisheit besage: "Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung." Nicht Verschweigen oder Verdrängen, sondern die Erinnerung an das Geschehene bereite den Weg zur Versöhnung. "Nur wenn wir aus den Fehlern unserer Geschichte lernen, werden wir diese Fehler nicht wiederholen."

Die Verantwortlichen dieser Welt forderte er deshalb auf: "Nie wieder Krieg, nie wieder Gewaltherrschaft, sondern Versöhnung, Verständigung und Frieden."
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