Alternative zum Discounter

Die Absichtserklärung der Deutschen Bahn AG zur Erneuerung des Brückenbauwerks ab dem Jahr 2022 betrachten Bürgermeister und Räte für viel zu spät. Bild: do
Lokales
Vorbach
29.10.2015
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An die Region glauben und ihre Schätze nutzen, dafür plädiert Bürgermeister Werner Roder und meint damit ganz aktuell die Einrichtung eines Dorfladens. Doch nicht jeder Gemeindebürger und schon gar nicht alle Gemeinderäte sind von dieser Idee begeistert.

Wer gegen die großen und zudem oft billigeren Discounter antreten will, muss eine gute Alternative bieten. Und die heißt Dorfladen. Nicht nur im Dorf wohnen, sondern dort auch Lebensmittel einkaufen können, das gehört zum Leben auf dem Land, sagt eine Mehrheit der Gemeindebürger, wie sich bei einer Umfrage herausstellte.

Ein vielfältiges Sortiment, frische Waren, regional erzeugte Produkte, ein freundlicher Service, dazu vielleicht eine Kaffee-Ecke für eine gemütliche Plauderstunde oder zum Verbreiten von Dorfnachrichten, das hat schon was. Ein Wohlfühlort soll es werden. Von solchen Extras hängt oft der Erfolg ab, weiß Wolfgang Gröll, der Ladengründer professionell berät und der auch in Vorbach das Projekt auf den Weg bringen soll. Viele Schritte hin zur Vorbacher "Servicestation" sind schon getan, bilanzierte Bürgermeister Werner Roder in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Umfrage, Bürgerversammlung, Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, ein Planungsauftrag an das Architekturbüro Mages & Mages in Wernberg und ein Ingenieurvertrag mit dem Büro Zwick aus Weiden. Seit kurzem steht auch ein Arbeitskreis mit der Anfangsgröße von 14 Personen bereit, um beim Dorfladenprojekt mitzuwirken, frohlockte der Bürgermeister. "Eine gute Größe, noch überschaubar und arbeitsfähig", wie Roder bemerkte. Eine erste Sitzung des Arbeitskreises werde im November stattfinden, gab Roder bekannt.

In der Planungs- und Gründungsphase baut die Gemeinde auf professionelle Hilfe. Mit im Dorfladenboot sitzt Unternehmensberater Wolfgang Gröll. Der Starnberger hat Erfahrung in diesem Geschäft. Schon mehr als 100 Gründer hat Gröll schon betreut. Auch die Vorbacher bauen auf das Insiderwissen des Oberbayern. Zudem soll Wolfgang Grölls Firma die Bauplanung begleiten. Dabei gibt es viel zu tun. Sortiment-Auswahl, Raumaufteilung, Ladeneinrichtung, Auswahl der Lieferanten und Preisverhandlungen: Wolfgang Gröll ist stets dabei. Der Experte soll auch bei der Personalauswahl mitmischen. Dieses Engagement kostet und auch die Erstellung eines Soll-Ist-Vergleichs nach der Eröffnung mit Installation eines dauerhaften Controllings geht ins Geld. Gröll soll den Laden auf schwarze Zahlen trimmen. Endverhandelt kostet der Leistungsumfang der Kommune 7400 Euro netto einschließlich aller Neben- und Reisekosten.

Der Sitzungsleiter erinnerte an die Förderfähigkeit der Leistungen durch das Amt für Ländliche Entwicklung. Bei einem Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von rund 3700 Euro empfahl Werner Roder dem Rat, das Angebot zu akzeptieren. Auftragnehmer ist offiziell die Firma "New Way" in Starnberg-Percha. Immer noch kritisch begleiten einige Gemeinderäte das Dorfladen-Projekt. Ohne weitere Begründung gab es aus dem Gremium drei Gegenstimmen.
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