Bürger, Brücken und Projekte

Interessiert verfolgten die rund 60 Besucher der Bürgerversammlung die Ausführungen von Bürgermeister Werner Roder. Bild: wmi
Lokales
Vorbach
04.12.2015
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In der Bürgerversammlung hatten die Bürger das Wort. Und die hatten viel vorzubringen. Dabei fassten sie sich auch an die eigene Nase.

Josef Busch aus Oberbibrach brachte mehrere Anliegen vor: "Wir haben in Oberbibrach ungefähr 30 Witwen beziehungsweise Witwer. Vermutlich stehen in 10 bis 20 Jahren zig Häuser leer. Macht es wirklich Sinn, noch mehr Baugebiete zu erschließen?", verwies er auf das Aussterben der Ortskerne.

Zudem bedauerte er, dass die Bürger nicht die Möglichkeiten - und auch manchmal den Mut - hätten, unabhängig von großen Stromkonzernen zu werden. Das Hauptaugenmerk müsse noch stärker auf erneuerbare Energien und hier vor allem auf die Windkraft in Händen der Bürger gelegt werden, forderte er. "Wir haben in Oberbibrach zwar eine schöne neue Ortsdurchfahrt, aber das Brückengeländer am Biberbach ist das alte geblieben und der Gehsteig daran entlang ist mit 70 Zentimeter oftmals zu eng für Kinderwagen", bemängelte Josef Busch.

Bauplätze für junge Leute

"Die demografische Entwicklung ist für die Gemeinde durchweg ein ernstzunehmendes Thema", stimmte Bürgermeister Werner Roder zu. Ziel der Gemeinde sollte es sein, die Dorfkerne zu erhalten. Man könne leerstehende Häuser Bauwilligen schmackhaft machen. Leider seien die Förderungen für die Sanierung von Altbauten gerade in ländlichen Gegenden noch nicht reizvoll. Die Baulandausweisung durch die Gemeinde habe eher defensiven Charakter. Marga Kreutzer befürwortete die Erweiterung der Baugebiete: "Die jungen Leute suchen Bauplätze und wollen in der Gemeinde bleiben. Deshalb ist es höchste Zeit, diesen Schritt zu gehen."

Für den Bürgermeister ist Windkraft essenziell. Leider hätte die 10-H-Regelung den Ausbau der Anlagen in Bayern fast zum Stillstand gebracht. Am Biberbach strebt er eine große Lösung an - auch die Brückenmauer sei schadhaft. Zur Zeit suche er nach geeigneter Fördermöglichkeit. Norbert Schecklmann monierte, dass der Kegelverein die Bestuhlung für die Kegelbahn ohne die Beteiligung der Gemeinde finanzieren müsse. Schließlich hätte gerade der Kegelverein durch den Betrieb der Bahn das Gemeindezentrum belebt. Roder entgegnete, der Kegelverein habe jegliche Beteiligung an den Kosten an der Einrichtung abgelehnt. Im Sinne der Gleichberechtigung für alle Vereine müsse der Gemeinderat auf eine Kostenbeteiligung bestehen.

Dorfladen in Frage gestellt

Heinz Stickling bat Bürgermeister und Gemeinderat, ihre Entscheidung "pro Dorfladen" nochmals zu überdenken. "Bei welcher Summe ziehen Sie später mal die Reißleine, wenn sich der Laden nicht rechnet?", wollte er wissen. Roder antwortete, das Thema sei lang und breit diskutiert worden. Es gäbe viele Beispiele, dass sich ein solches Projekt rechne. Manfred Plößner bezeichnete den Dorfladen als ein "wirtschaftliches Wagnis", das sich jedoch letztendlich für den Bürger rentieren werde. Ehrenbürger Adolf Meier aus Vorbach würdigte die Arbeit von Bürgermeister sowie Gemeinderat, sprach den Verantwortlichen seinen Dank und Respekt.
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