Den Löwenanteil zahlen andere

Lokales
Vorbach
12.12.2014
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Die Region wächst zusammen. Ein neuer Radweg zwischen Oberbibrach und Speinshart in landschaftlich reizvoller Umgebung demonstriert die gute Nachbarschaft, fördert das interkommunale Denken und schafft eine bessere Anbindung.

Möglich wird das Millionen-Projekt der Gemeinden Vorbach und Speinshart durch die Unterstützung des Landkreises und des Amtes für Ländliche Entwicklung, die den finanziellen Löwenanteil übernehmen. Für Vorbach bleibt eine Restfinanzierung von zirka 13 Prozent. "Ein angemessener Prozentsatz", wie Bürgermeister Werner Roder in der Sitzung des Gemeinderats schmunzelnd anmerkte.

Mit zirka 40 000 Euro werde die neue Trasse die Kasse der Kommune "unterm Strich" belasten, rechnete er vor: ein akzeptabler Betrag für eine auch für den landwirtschaftlichen Verkehr taugliche Strecke - voll asphaltiert, 3,50 Meter breit und auf Oberbibracher Territorium zirka 1,3 Kilometer lang. Die geschätzten Kosten für den Bauabschnitt im Gemeindebereich bezifferte Roder mit rund 300 000 Euro.

Der Bürgermeister sprach von einem bestandsnahen Ausbau: Bis auf zirka 150 Quadratmeter sei kein Grunderwerb notwendig. Diese Entwicklung hin zu einem sparsamen Flächenverbrauch ist einem Umdenken in der Obersten Baubehörde zu verdanken. Dass Radwege als unselbstständige Teile einer Kreisstraße geplant werden müssen mit einer Trassenführung direkt neben der Fahrbahn, gehört nicht mehr zu den Förderbedingungen.

Modell mit Sparpotenzial

Werner Roder freute sich deshalb über ein neues Modell des Radwegebaus auf vorhandenen Feldwegen und Gemeindeverbindungsstraßen. Bereits vor vier Jahren habe er dies im Zusammenhang mit der Errichtung des Radwegs entlang der Kreisstraße zwischen Vorbach und Oberbibrach dem Landkreis vorgeschlagen, sagte der Bürgermeister.

Mit dem bedingungslosen Wegfall der straßenbegleitenden Trassierung von Radwegen an Kreisstraßen sei für das Oberbibrach-Speinsharter Projekt ein Durchbruch gelungen - hin zu einer effizienten Anlage mit Sparpotenzial für alle Leistungserbringer. Mit der Übernahme der Verkehrssicherungspflicht durch die beiden Gemeinden spare der Landkreis zudem dauerhaft Unterhaltskosten, erklärte Roder.

Auf Umweg ins Klosterdorf

Weniger ideal nannte er die Streckenführung und die Ausbauqualität auf Speinsharter Seite: Dort seien Teile der Ausbaustrecke in wassergebundener Bauweise vorgesehen - "ein Wermutstropfen für passionierte Radlfahrer", mutmaßte er Bürgermeister. Zudem führe die Trasse auf Speinsharter Gebiet nicht direkt in das Klosterdorf, sondern mache einen Umweg in Richtung Tremmersdorf.

Insgesamt sah Werner Roder mit der neuen Verbindung aber eine deutliche Verbesserung des Radwegenetzes in Richtung Eschenbach und nach Oberfranken hin. Den Entwurf der Finanzierungsvereinbarung mit dem Landkreis und der Nachbargemeinde Speinshart genehmigte der Gemeinderat einstimmig. Der Kreisausschuss hat das Modellprojekt bereits abgesegnet. Ebenso einmütig war die Zustimmung für die Objektplanung der Trasse von der Scheckengasse in Oberbibrach bis zur Gemarkungsgrenze nach Speinshart durch den Verband für Ländliche Entwicklung Oberpfalz.

Für den Entwurf zum Ausbau der Wirtschaftswege zum Radweg entstehen Kosten von voraussichtlich 7740 Euro. Die Planung ist Voraussetzung für den Förderantrag.
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