Generationswechsel in der Flur

Sie wurden als neue Feldgeschworene in Vorbach vereidigt: Willi Hofmann (links) und Hubert Lins (Dritter von links) sowie Albert Groher, Stefan Hefner und Stefan Kastner (Vierter bis Zweiter von rechts). Mit im Bild: Bürgermeister Werner Roder (rechts), Leitender Vermessungsdirektor Anton Hösl (Zweiter von links) sowie Feldgeschworenen-Sprecher Christoph Seemann (Vierter von links). Bild: stg
Lokales
Vorbach
25.03.2015
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Es hört sich fast etwas mysteriös an, wenn von der "eingeschworenen Gemeinschaft der Siebener" die Rede ist. Diese ist aber ganz harmlos. Auch in Vorbach erfüllen die Feldgeschworenen einen wichtigen kommunalen Dienst. Und gleich fünf "Neue" sind darunter.

Diese traten nun offiziell ihren Dienst an: Nachdem sie Anfang März einstimmig vom Gemeinderat gewählt worden waren, erfolgte am Montag die offizielle Vereidigung. Zur Feierstunde im Sitzungssaal begrüßte Bürgermeister Werner Roder auch Anton Hösl, Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Weiden.

Künftig sind damit in Vorbach sieben Feldgeschworene im Einsatz. Neben den fünf "Neuen" Albert Groher, Stefan Hefner, Willibald Hofmann, Stefan Kastner und Hubert Lins sind auch weiterhin Christoph Seemann und Johann Meier in dieser Funktion tätig. Bereits zum Jahresende ausgeschieden und verabschiedet worden waren Emil Lehner und Ludwig Schwemmer. Ende Februar hatte Ludwig Groher sein Amt nach 32 Jahren aus Alters- und Gesundheitsgründen niedergelegt.

Anton Hösl hob in einer kurzen Ansprache die wichtige Bedeutung des Feldgeschworenen-Amts hervor. "Die Mitwirkung angesehener Gemeindebürger bei der Sicherung der Grundstücksgrenzen ist ein Modell lebendiger, bürgernaher Verwaltung", sagte er. Daher hätten auch moderne gesetzliche Regelungen am Instrument der Feldgeschworenen im gemeindlichen Leben festgehalten. Der Ursprung des Dienstes liege vermutlich im fränkisch-alemannischen Raum des 12. und 13. Jahrhunderts, erläuterte Hösl: Die Grenzbeaufsichtigung in einer Zeit, in der vielfach die in der Natur vorhandenen Grenzmarken wie Bäume, Wasserläufe und Bodenerhebungen nicht mehr genügten, oblag schon damals Feldgeschworenen. Diese bildeten eine "eingeschworene Gemeinschaft der Siebener".

Zum heutigen Aufgabenbereich, merkte Bürgermeister Werner Roder an, gehörten die Mitwirkung bei den von Behörden geleiteten Abmarkungen, das Aufrichten oder Auswechseln von Grenzzeichen, das Höher- und Tiefersetzen von Grenzzeichen, das Sichern gefährdeter Grenzzeichen, das Suchen und Aufdecken von Grenzzeichen, das Unterlegen von Grenzzeichen mit geheimen Zeichen sowie Grenzbegehungen. "Am Anfang wird sicher noch Vieles neu sein", erklärte Roder. Mit Christoph Seemann gebe es aber einen "alten Hasen", der als Feldgeschworenen-Sprecher mit Rat, Tat und großem Wissen bereit stehe.

Mit der Vereidigung der "Neuen" werde nun ein gewisser Generationswechsel eingeleitet, da drei sehr erfahrene Feldgeschworene ausgeschieden seien. "Aber ihr alle kennt die Grundstücksverhältnisse in unserer Gemeinde und genießt Anerkennung und Respekt in der Bevölkerung", hob der Bürgermeister hervor.

An die Vereidigung zur gewissenhaften und unparteiischen Erfüllung der Amtspflichten, zur Verschwiegenheit und Bewahrung des "Siebener-Geheimnisses" schloss sich ein kleiner Umtrunk mit Imbiss an.
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