"Häufchen" sind gefährlich

Die Augen offen zu halten: Dazu forderte Jagdvorsteher Albert Groher (stehend) auf. Erste Anzeichen der Schweinepest bei Wildschweinen müssten sofort gemeldet werden. An der Jahreshauptversammlung nahmen vier aktive Jäger teil: Martin Biersack, Walter Biersack, Josef Dötsch und Bettina Stickling (rechts), die ihren erkrankten Ehemann Peter Stickling vertrat. Bild: ilt
Lokales
Vorbach
27.03.2015
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In Vorbach gibt es viele Hundeliebhaber, die mit ihren Haustieren gerne Gassi gehen. Gehwege und Wiesen sind deshalb allerdings mit Hundekot verunreinigt. Besonders kritisch bewerteten dies die Jagdgenossen.

Jagdvorsteher Albert Groher appellierte in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft an die Hundebesitzer, doch die "Häufchen" mittels Tüten zu entfernen. Denn: "Die Ausscheidungen auf Wiesen verunreinigen das Futter und führen zu Erkrankungen der Futtertiere."

Unter Leitung Grohers wurde die Tagesordnung in der Jahreshauptversammlung kurz und knackig abgearbeitet. Zum ersten Mal seit 1967 fand diese nicht bei der "Resl" statt. Aus gesundheitlichen und sicherlich auch aus Altersgründen ist die über 90 Jahre alte Wirtin nicht mehr in der Lage, die "Mannschaft" zu versorgen. Ihr neues Domizil fanden die Jagdgenossen im Sportheim in Vorbach.

"Wir hatten wie in den letzten Jahren ein ruhiges Jagdjahr", teilte der Jagdvorsteher mit. Es seien keine großen Wildschäden gemeldet worden. Kleinere Schäden seien unbürokratisch zwischen Beteiligten und Jagdpächter "ausgemacht" worden.

Auf Schweinepest achten

Um die Wildschweine ist es rar geworden in dem ungefähr 590 Hektar großen Jagdrevier. Dennoch wurde auf die nach wie vor bestehende Schweinepest bei Wildschweinen eingegangen. "Auch wenn die Medien das Thema weniger aufzeigen: Sie besteht immer noch", sagte Groher und forderte Jagdgenossen und -pächter auf, die Augen offenzuhalten. Es gelte, wachsam zu sein und erste Anzeichen sofort zu melden.

2013 sei nahe der polnischen EU-Außengrenze die Schweinepest festgestellt worden. Der Virus breite sich mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Jahr aus, erläuterte der Jagdvorsteher. Auch bei der Jagdgenossenschaft Vorbach setzt das Digitalisieren der Daten ein. Der Vorstand habe beim Vermessungsamt die aktuellen Grundstücksdaten eingeholt, um das Jagdkataster auf den neuesten Stand zu bringen.

Zuschuss für Dorfladen

Erfreut zeigte sich der Jagdvorsteher über den vom Staat festgesetzten Abschussplan, der erfüllt worden sei. Auch machten Vorstand und Pächter sich ein Bild von den Verbissschäden. "Wir müssen enorme Vorschriften bei der Punktaufnahme berücksichtigen", berichtete Groher. Für die Schäden sehe er nach wie vor den Jagdpächter als erste Adresse an.

Die Abstimmung über die Verwendung des Jagdpachtschillings 2015/2016 brachte einen neuen Punkt auf die Liste: Neben Auszahlung und Verwendung für den Wegebau wurde auch ein Zuschuss für den Dorfladen angesprochen. Für das vergangene Jahr erhielten die Jagdgenossen fünf Euro je Hektar ausbezahlt.

Bürgermeister Werner Roder bedankte sich beim Vorstand für die gute Arbeit, ebenso Bettina Stickling, die ihren erkrankten Ehemann, Jagdpächter Peter Stickling, vertrat. "Die Pacht ist schon lange in unserer Familie, und es wurde zwischen den einzelnen Parteien immer alles souverän abgewickelt", erklärte sie und lud zum Dank zum Wildessen ein.
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