"Nein" zu Containerdorf

Lokales
Vorbach
06.10.2015
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Ein Containerdorf für 100 Asylbewerber in einem Ort mit 500 Einwohnern? Das sei der ansässigen Bevölkerung nicht zumutbar, erklärte Bürgermeister Werner Roder in der Sitzung des Gemeinderats.

Grund für die deutlichen Worte war ein Brief von Landrat Andreas Meier, der schriftlich bei der Gemeinde wegen einer möglichen Pacht von 3000 bis 4000 Quadratmetern großen Grundstücken für die Unterbringung von Flüchtlingen angefragt hatte. Die Kommune habe nicht die nötige Infrastruktur, um so viele Menschen aufzunehmen, waren sich die Räte einig.

Nur dezentral unterbringen

"Eine Unterbringung von Flüchtlingen in kleineren Gemeinden und Dörfern sollte nur dezentral - also in einzelnen Häusern beziehungsweise Wohnungen - und in kleinerer Personenzahl in Betracht gezogen werden", lautete daher die einvernehmliche Stellungnahme mit Beschluss des Gremiums. Eduard Stopfer, der Fraktionssprecher der Freien Wähler, merkte an, dass die Gemeinde interessierten Vermietern beratend zur Seite stehen sollte.

Kostendeckende Friedhofsgebühren will die Gemeinde ihren Bürgern nicht zumuten - umsonst ist allerdings auch die letzte Ruhe nicht. Für eine der 60 neuen Kammern in den sechs Urnenstelen in Vorbach und Oberbibrach werden künftig 40 Euro pro Jahr fällig.

Nach einer Kalkulation, basierend auf den Werten 2011 bis 2014, entspreche dies der Hälfte der tatsächlichen Kosten, erklärte Bürgermeister Werner Roder in der Sitzung des Gemeinderats. Alle anderen Gebühren bleiben unverändert.

Dem demografischen Wandel, der bereits begonnen hat und in zehn Jahren zu voller Größe angewachsen sein wird, müsse man sich jetzt bereits stellen, lautete das einvernehmliche Credo des Gremiums. Hierzu seien vor allem im ländlichen Raum kreative Lösungen nötig, betonte Roder.

Elisabeth Gottsche, die Seniorenbeauftragte der Stadt Eschenbach, stellte ein innovatives Konzept dafür vor: eine zentral organisierte, ehrenamtliche Hilfe für Senioren, zum Teil auch von Senioren, und über die Gemeindegrenzen hinaus - die Seniorengenossenschaft "Generationen Hand in Hand", die sogenannte "Gehih", der alle Kommunen im westlichen Landkreis Neustadt/WN angehören sollen.

An sie können sich ältere Menschen wenden, die beispielsweise Hilfe bei der Hausarbeit, beim Arztbesuch, beim Umgang mit neuen Medien oder beim Einkaufen benötigen. Die Koordinationsstelle in Eschenbach wird telefonisch Anfragen entgegennehmen, die Senioren werden dann gegen eine geringe Gebühr Hilfe von Ehrenamtlichen aller Altersstufen erhalten.

Auszahlen oder Ansparen

Die Helfenden wiederum werden mit einer finanziellen Zuwendung entschädigt, die sie sich entweder auszahlen lassen oder für den Fall ansparen können, dass sie selbst einmal die Dienste anderer benötigen. Zur Finanzierung tragen neben Mitgliedsbeiträgen und einer Förderung des Bundes auch die Gemeinden bei: mit 50 Cent jährlich pro Einwohner.

Einer Beteiligung für die nächsten zwei bis drei Jahre stimmte auch der Vorbacher Gemeinderat zu. "Eine tolle Idee", nannte Seniorenbeauftragter Gerd Retzer dieses Konzept, das sich - wie Beispiele aus Baden-Württemberg und Oberfranken zeigen - nach einigen Jahren und entsprechender Resonanz selbst tragen kann.

Nicht zuletzt genehmigten die Räte den Bauantrag von Fabian Uttner für den Neubau eines Einfamilienhauses.
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