Silvesterlauf ein Renner

Die Helfer dachten an alles. Die Verpflegungsstation inmitten der Strecke stoppt so manchen ambitionierten Läufer und verführt ihn zum Verweilen.
Lokales
Vorbach
03.01.2015
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31. Dezember, minus ein Grad, halb zehn morgens - die perfekte Zeit zum Entspannen, mal richtig ausschlafen oder in Ruhe frühstücken. Aber nicht in Vorbach, denn dort findet zum siebten Mal der Silvesterlauf statt.

Bei diesem Lauf geht es nicht ums Gewinnen, sondern um den Spaß. Es gibt weder Startgeld noch Siegerehrung, denn es ist eine reine Hobbyveranstaltung. Die Veranstalter Eduard Stopfer und Robert Biersack dachten nicht, dass die Zahl aus dem letzten Jahr nochmal übertroffen wird. Zu den 160 Angemeldeten kamen noch über 60 spontane Läufer. "Vor acht Jahren haben wir das zu fünft für uns alleine ausprobiert," erzählt Stopfer: "Im Jahr darauf haben wir Flugblätter verteilt und waren schon 60 Mann. Es wurden immer mehr, letztes Jahr waren wir über 200."

Buntes Wirrwarr

Das 500-Mann-Dorf ist so viel Betrieb kaum gewohnt: Ein Wirrwarr aus roten T-Shirts, schwarzen Leggings, neongrünen Pullis, blauen und roten Laufschuhen und kunterbunten Mützen herrscht in der Umgebung des Gemeindezentrums. Alle trotzen dem Winter und der Kälte: Einfach eine Leggings unter die kurze Laufhose und man ist bestens ausgerüstet.

Zwischen 9.30 und 10 Uhr treffen die Teilnehmer ein, nicht wenige aus Bayreuth, Eschenbach, Grafenwöhr, Speichersdorf, Weiden, Pressath oder Dießfurt. Es kommen Läufer aus einem Umkreis von 50 Kilometern. "Die Auswärtigen sind jetzt schon da, die Einheimischen kommen die letzten fünf Minuten," erläutert Stopfer lachend. Manche kommen sogar schon angejoggt. Frauen und Männer, Kinder und Senioren, auch einige Hunde - eine bunte Mischung macht sich auf den Weg durch eine besondere Winterkulisse. Schneebedeckte Felder und Wege, ein weißer Himmel und Winterbäume wie aus Bilderbüchern. "Heuer haben wir extra Schnee bestellt, das Wetter und die Temperatur passen," begrüßt Organisationschef Robert Biersack die Jogger und Walker.

Zwei Strecken sind geplant: Eine fünf und eine acht Kilometer lang. Wer mehr laufen will, kann die Strecken kombinieren. "Dann laufen wir doch vier Mal die Fünfer-Strecke," ruft ein älterer Mann aus der Gruppe. Mit dem Startsignal "Auf geht's, los, start ma", geht es vorbei an den Fußball- und Tennisplätzen in den Wald hinein.

Nach einem Anstieg bis zum Wasserhochbehälter kommt eine längere Flachpassage und kurz vor dem Waldende ein Schmankerl: Hier haben Heiner Schatz und Johann Bräutigam ihre Verpflegungsstation. "Da kommt schon wieder einer, wo haben sie denn die alle ausgelassen?," wundern sich die Serviceleute.

Bei Schokolade, Salzstangen, Plätzchen, Spekulatius, Kräuter- und Pfefferminztee, Wasser, Glühwein und Schnaps gibt es hier nach etwa drei Kilometern Gelegenheit zum Durchatmen und gemütlichen Plausch. "Ich bin fertig, ich bleib' hier", "Wenn ihr das schon extra aufgebaut habt, kann ich nicht einfach vorbei", "Pause, dehnen, ausruhen." - Wie kann man da nur widerstehen?

After-Run-Party

Dann geht es direkt weiter: Die kürzere Fünf-Kilometer-Route verläuft zum "Frankenweiher", die längere Acht-Kilometer-Route geht am Weiler Grün vorbei, runter nach Oberbibrach und auf dem Radweg zurück nach Vorbach. Die besonders Fitten und Motivierten machen sich gleich ein zweites Mal auf.

"Entschuldigung, wo ist das Ersatzteillager? Eine neue Lunge könnte ich jetzt gebrauchen," schnauft einer nach dem Lauf. Ein "Ersatzteillager" gibt es noch nicht, aber eine "Werkstatt" im Saal des Gemeindezentrums. Dort wird während des Silvesterlaufs übrigens auch gelaufen. Die fleißigen Helferinnen decken die Tische, kochen Suppe, servieren Leckereinen. Bei Obst, Lebkuchen, Nussecken und Suppe, Tee und Glühwein stärken sich die Läufer wieder. Auch die After-Run-Party ist ein absoluter Renner.
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