Von euphorisch bis distanziert

Lokales
Vorbach
24.11.2014
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Das Thema Dorfladen beschäftigt nicht nur den Vorbacher Gemeinderat. Jetzt startet eine Bürgerbefragung.

Post aus dem Rathaus bekommen in diesen Tagen die Bürger der Gemeinde: Sie werden befragt zu ihrem Einkaufsverhalten vor dem Hintergrund, dass eventuell ein Dorfladen in Vorbach etabliert werden soll. Mit der Thematik hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Mehrheitlich steht man dem Projekt dort wohlwollend gegenüber.

"Haben Sie Schwierigkeiten Ihre Lebensmittelkäufe zu erledigen?", "Sollte Ihrer Meinung nach die Versorgungssituation in der Gemeinde verbessert werden", "Würden Sie im Vorbacher Dorfladen einkaufen, wenn der Laden ein Vollsortiment aufweist?" oder "Wo kaufen Sie derzeit ihre Grundnahrungsmittel ein?" - insgesamt sind es etwa 15 Fragen wie diese, die Bürgermeister Werner Roder den Bürgern stellt und gerne bis zum 5. Dezember beantwortet hätte. Die Erhebung erfolgt anonym. Befragt werden alle Bürger ab 16 Jahren - und zwar nicht nur im Hauptort Vorbach, wo der Dorfladen entstehen soll, sondern auch in Oberbibrach sowie in den weiteren Gemeindeteilen. Um eine Zuordnung des Meinungsbildes in den jeweiligen Orten auszumachen, wird mit verschiedenfarbigen Fragebögen gearbeitet.

In der Sitzung des Gemeinderates ließ Bürgermeister Roder den Besuch im Dorfladen Rögling Revue passieren. "Was die Bürger dort und in anderen Dörfern und Gemeinden erreicht haben, sollte uns anspornen, es ihnen gleich zu tun", stellte er fest. Immerhin gebe es schon etwa 100 Dorfläden in Bayern. Man habe damit die Chance, die Infrastruktur und die Lebensqualität zu verbessern. Für ihn stehe außer Frage, das Projekt anzupacken. Aber natürlich müsse man nun abwarten, was die Bürgerbefragung bringe.

Bei der Diskussion im Gremium wurde deutlich, dass die Ergebnisse der Bürgerbefragung obersten Stellenwert haben. Völlig einig war man sich, dass ein Dorfladen natürlich nicht gegen den Wunsch der Bevölkerung gebaut werden soll. Mehrheitlich kristallisierte sich quer durch die Fraktionen eine wohlwollende Offenheit für einen Dorfladen heraus, auch wenn es natürlich kritische und nachdenkliche Stimmen gab.

Die Bandbreite reichte von einem euphorischen 3. Bürgermeister Gerd Retzer ("Wir müssten uns eigentlich einstimmig fragen: Wann fangen wir endlich an?") bis hin zu CSU-Fraktionssprecher Peter Stickling, der auf die ungewisse Folgekostensituation, die Frage des Neubaus, das Preisniveau im Laden sowie die Konkurrenzsituation mit anderen Geschäften in der Region hinwies.
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