Hausbau im Außenbereich: Räte verweigern gemeindliches Einvernehmen
"Nein" zu Wunschstandort

Ein "Neuer" sitzt für die Freie Wählergemeinschaft im Vorbacher Gemeinderat: Bürgermeister Werner Roder (links) vereidigte Sebastian Pittner, beglückwünschte ihn zu seiner neuen Funktion und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit. Pittner folgt auf Eduard Stopfer, der nach 20 Jahren seinen Rücktritt erklärt hatte. Bild: wmi
Politik
Vorbach
06.06.2016
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In mehrfacher Hinsicht problematisch ist das Bauvorhaben von Carina Biersack aus Vorbach. Sie möchte im Außenbereich - links im Anschluss an die bestehenden Anwesen - ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage errichten. Der Gemeinderat verweigerte das Einvernehmen. Bild: wmi

Es ist in mehrfacher Hinsicht problematisch: Das Bauvorhaben von Carina Biersack aus Vorbach sorgte für reichlich Diskussion im Gemeinderat. Die Bauwerberin möchte in der Menzlaser Straße, also beim Siedlungsgebiet in Richtung Menzlas, ein Einfamilienwohnhaus mit Doppelgarage errichten.

Bürgermeister Werner Roder führte in der Sitzung des Gemeinderats dazu aus, dass sich der vorgesehene Standort im Außenbereich befinde und somit das Bauvorhaben nach gültigem Baurecht nicht machbar sei. Bereits vor vielen Jahren sei eine Bauanfrage für dieses Grundstück vom Landkreis negativ beschieden worden. Zusätzlich beeinträchtige die Baumaßnahme öffentliche Belange, da der Standort auch außerhalb des Flächennutzungsplanes liege und eine Splittersiedlung verfestige.

"Gangbare Alternative"


Nicht zuletzt sei aktuell die Erschließung nicht gesichert, da das neue Gebäude auf der bestehenden Wasserleitung vorgesehen sei. "Für mich ist der Vorbescheidsantrag in der vorliegenden Form nicht genehmigungsfähig", stellte Roder schließlich fest. Er schlug dem Gemeinderat vor, das Einvernehmen abzulehnen.

"Ich habe meine erheblichen Bedenken der Bauwerberin schon vorab in einem persönlichen Gespräch aufgezeigt und ihr eine gangbare Alternativlösung aufgezeigt", informierte der Bürgermeister weiter. Der von ihm ins Gespräch gebrachte Standort liege in unmittelbarer Nähe des bisher vorgesehenen Bauplatzes, sei im Besitz von Biersacks Vater und im Flächennutzungsplan als künftige Wohnbaufläche vorgesehen.

Außerdem wäre keine Verlegung der öffentlichen Wasserleitung erforderlich, merkte Roder an. Zudem könne eine Erschließung durch Sondervereinbarungen gesichert werden. "Die Bauwerberin will aber - trotz der aufgezeigten rechtlichen Bedenken - eine Entscheidung des Gemeinderats über das Einvernehmen am beantragten Standort."

Bauwillige vor Ort halten


Das Gremium war sich uneinig, ob trotz der Bedenken das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen sei oder nicht. Tobias Lautner etwa führte an, dass die Kommune doch das Einvernehmen erteilen und Carina Biersack damit beim Landratsamt vorstellig werden könne. Grundsätzlich sollte die Gemeinde alles tun, um Bauwillige vor Ort zu halten. Letztendlich liege die Entscheidungshoheit aber sowieso beim Landkreis.

"Die Gemeinde unterstützt alle Bauwerber im Gemeindegebiet. Niemand kann aber einfach im Außenbereich an der von ihm gewünschten Stelle ein Wohnhaus bauen. Auch die Gemeinde ist an Gesetze gebunden", entgegnete der Bürgermeister den Befürwortern. Wenn das Bauen auf einem Wunschstandort wirklich nicht gehe, könne die Kommune nur versuchen, Alternativlösungen aufzuzeigen. Mit 8:4 Stimmen lehnten die Gemeinderäte schließlich den Antrag auf das gemeindliche Einvernehmen ab.

Wie Werner Roder informierte, gebe das Landratsamt dem Antrag von Karin Schneider auf baurechtlichen Vorbescheid für die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Oberbibrach statt.

Lehrer, Fußballer und Brandschützer

Vorbach. (wmi) Sebastian Pittner (FWG) aus Vorbach hat den Amtseid abgelegt und gehört damit seit vergangener Woche dem Gemeinderat an. Der 39-jährige zweifache Familienvater beerbt Eduard Stopfer, der sich nach 20 Jahren im Ehrenamt aus dem Gremium verabschiedet hatte.

Pittner unterrichtet als Lehrer an der kaufmännischen Berufsschule II in Bayreuth und ist in den Vorbacher Vereinen sehr engagiert. So ist er seit seiner Kindheit aktiver Fußballer beim FC Vorbach und auch in der Feuerwehr aktiv. In beiden Vereinen engagiert er sich zudem im Vereinsausschuss. Darüberhinaus ist er Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft und der Sportkegler. Den Vorbacher Kulturverein hat er schließlich als Gründungsmitglied mit aus der Taufe gehoben.

Durch das Nachrücken von Sebastian Pittner ergeben sich verschiedene personelle Veränderungen im Gemeinderat und seinen Ausschüssen. Nachfolger von Eduard Stopfer als Fraktionsvorsitzender der FWG ist Manfred Plößner aus Oberbibrach. Als sein Stellvertreter fungiert künftig Sebastian Pittner. Er ersetzt zudem Eduard Stopfer als Mitglied im Wasserzweckverband und ist für die FWG erster Vertreter von Angelika Thurn im Rechnungsprüfungsausschuss.

Mit der Besichtigung der Radwegbaustelle in der Scheckengasse in Oberbibrach begann die jüngste Sitzung des Gemeinderats. Und das Gremium sah sich bestätigt: Es war eine sehr gute Entscheidung, den Radweg-Lückenschluss zwischen Oberbibrach und Speinshart nicht neben der teils engen und vielbefahrenen Kreisstraße NEW 5 herzustellen, sondern bestandsnah auf dem öffentlichen Feldweg, ausgehend von der Scheckengasse in Oberbibrach, nach Münchsreuth.

Bodenaustausch nötig


Der Radwegbau, ein Gemeinschaftsprojekt der Nachbargemeinden Vorbach und Speinshart mit finanzieller Unterstützung durch Staat und Landkreis, hatte im Spätherbst 2015 begonnen. Auch Dank der guten Arbeit der Baufirma Schreyer aus Ebnath sei er weit vorangeschritten, informierte Bürgermeister Werner Roder die Räte.

Aufgrund ungünstiger Bodenverhältnisse in der Verlängerung der Scheckengasse sei allerdings ein teilweiser Bodenaustausch nötig gewesen. Dieser habe zu Mehraufwand und einer Bauverzögerung geführt. Bis Ende Juni solle jedoch die gesamte Trasse asphaltiert sein, kündigte der Bürgermeister an.

Keine dritte Ausweichstelle


Auf der Radweg-Anbindung nach Münchsreuth wird es auch zwei Ausweichstellen geben. Einer von Marga Kreutzer angeregten zusätzlichen Ausweichstelle erteilte Roder eine Absage, weil sie weder geplant gewesen - und somit nicht in der Förderung sei - noch wirklich Sinn mache.

Als Baukosten für das Teilstück im Gemeindebereich Vorbach waren 300 000 Euro veranschlagt. Dabei werden 65 Prozent der förderfähigen Kosten vom Staat bezuschusst. Vom verbleibenden Betrag übernimmt der Landkreis zwei Drittel. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt danach bei rund 40 000 Euro. Somit sei eine gute Finanzierung der Maßnahme erreicht worden, freute sich der Bürgermeister.
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