Neuer Dorfladen: Gemeinderat vergibt die ersten Aufträge
Baufirma in den Starlöchern

Die Pflöcke für den Dorfladen in Vorbach sind schon eingeschlagen: Der Gemeinderat hat die ersten Aufträge erteilt. Ab Ende des Monats wird die Firma Zeitler aus Kemnath mit den Arbeiten für die Bodenplatte sowie die Verkehrs- und Außenanlagen beginnen. Bild: do
Politik
Vorbach
12.07.2016
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Pflöcke einzuschlagen: Das ist für Bürgermeister Werner Roder und seinen Gemeinderat sinnbildlich - auch beim geplanten Dorfladen. Dieser soll dem Ort einen neuen Mittelpunkt geben. "Ausgepflockt" ist das Gelände für das Gebäude schon. Jetzt kann es losgehen.

Die Kommune lässt sich den Kampf gegen Leerstand und Agonie eine Menge kosten: Eine Dreiviertel Million Euro will sie in einen Dorfladen investieren. Das künftige Einzelhandelsangebot auf einer Grundfläche von 28 mal 9 Metern soll auch zu mehr Lebensqualität führen. In seiner jüngsten Sitzung vergab der Gemeinderat bemerkenswert offen die ersten Gewerke für den Neubau.

In Anwesenheit von Diplom-Ingenieur Josef Schieder vom Weidener Planungsbüro Zwick ging es um Gründungsarbeiten, Bodenplatte sowie Verkehrs- und Außenanlagen. An der beschränkten Ausschreibung beteiligten sich fünf Firmen. Bei der Submission ergaben sich Angebotssummen zwischen 264 000 Euro und 343 000 Euro.

Belasteter Boden muss raus


Als günstigsten und wirtschaftlichsten Bieter ermittelte Josef Schieder die Kemnather Erdbau-Firma Zeitler: Er errechnete eine Vergabesumme von 264 230 Euro brutto. Dieser Betrag liegt um circa 15 Prozent über der Kostenberechnung des Planungsbüros. Grund für die Mehrkosten ist die Entsorgung von circa 600 Kubikmetern belastetem Boden, die ursprünglich nicht berücksichtigt war. Im bescheidenen Umfang von 1800 Euro bewegen sich weitere Mehrkosten für die Verwendung von Betonsteinpflaster im Bereich der Verkehrsanlagen.

Eine Mehrheit der Vorbacher hat sich zwar schon vor längerem für den Dorfladen ausgesprochen, umstritten ist die Wiederbelebung der Dorfmitte in Vorbach aber nach wie vor. Das zeigte sich bei der Entscheidung über die Vergabe. Noch immer ist ein Bürgerladen in kommunaler Hand für einige Gemeinderäte suspekt. Besonders aus Oberbibrach kommt Gegenwind: Marga Kreutzer, Irmgard Bauer und Martin Wiesend, allesamt aus der Ortschaft und Mitglieder der CSU-Fraktion, stimmten gegen die Vergabe.

Außerdem sprachen sich die Drei gegen die beabsichtigte Betriebsform aus. Geplant ist ein Regiebetrieb als rechtlich unselbstständiger Teil der Gemeinde, erläuterte Werner Roder. Der Bürgermeister erwartet dadurch eine höhere Attraktivität der Arbeitsplätze einschließlich Anspruch auf Zusatzversorgung.

Innenausbau im Winter


Derzeit werden weitere Leistungsverzeichnisse ausgearbeitet. "Die Ausschreibungen werden vorbereitet", teilte Roder dem Gemeinderat mit. Der Zeitplan ist eng: Bis 7. Oktober soll die Bodenplatte betoniert sein, Rohbau und Innenausbau folgen im Herbst und in den Wintermonaten. Architekt und Bürgermeister rechnen für Mai 2017 mit dem Abschluss des Neubaus.

Optimistisch zeigte sich der Gemeindechef mit Blick auf die Finanzierung des künftigen Dorfladens, der auch zu einem Kommunikationsmittelpunkt werden soll. Roder rechnet fest mit staatlichen Fördermitteln aus dem Dorferneuerungs- und dem Leader-Programm. Dabei handelt es sich um Gelder der Lokalen Aktionsgruppe Forum Neustadt Plus (LAG).

Bei Gesamtkosten von 756 000 Euro - einschließlich Inneneinrichtung, Parkplätze, Zufahrtsstraße, Außenanlagen, Dorfbrunnen und Freisitz - erwartet die Kommune insgesamt 306 000 Euro an Zuschüssen aus den verschiedenen Fördertöpfen. Weil der Dorfladen als Betrieb gewerblicher Art geführt wird, kommt auch Geld vom Finanzamt zurück: voraussichtlich circa 121 000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt somit 329 000 Euro.
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