Sitzung des Schulverbands Vorbach/Schlammersdorf
"Klein aber fein"

Erstmals "regierten" bei einer Schulverbandssitzung die Damen. Das "Sagen" hatten allerdings nur die Herren. Dennoch traf man sich zum Wohl der Grundschulkinder der Gemeinden Vorbach und Schlammersdorf im Sitzungssaal des Gemeindezentrums Vorbach in freundschaftlicher Atmosphäre. Unser Bild zeigt von links Bürgermeister Gerhard Löckler, zweite Bürgermeisterin Tanja Renner (Schlammersdorf), Bürgermeister Werner Roder, Kämmerer Michael Eisner, Rektorin Hedwig Forster, Elternbeiratsvorsitzende Karola Groher u
Politik
Vorbach
20.11.2016
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2000 verzeichnete der Schulverband Vorbach/Schlammersdorf 158 Schüler. Derzeit besuchen 70 Buben und Mädchen die Grundschule in Oberbibrach. 34 Kinder kommen aus dem Gemeindebereich Schlammersdorf, 36 aus Vorbach. Wichtigstes Ziel des Zweckverbands ist die Sicherung der Grundschule.

Bürgermeister Werner Roder erklärte die Aufgabe zur dauerhaften Zementierung des Schulstandortes Oberbibrach bei der Schulverbandssitzung im Gemeindezentrum Vorbach als vorrangiges Ziel zur Wahrung des Bildungsstandortes. Sein Plädoyer für die Grundschule im Ort klingt überzeugend: "Klein aber fein, überschaubar, heimelig mit guter Einbindung der Elternschaft." Trümpfe, die nicht jede große Schule zu bieten hat, bemerkte Roder.

Einigkeit bei Bürgermeistern


Diesen grundsätzlichen Feststellungen folgte die Verabschiedung des Schulverbandshaushaltes für das 2017. Novum ist die Zusammensetzung der Verbandsversammlung. Sie besteht nur aus zwei Mitgliedern, nämlich den Bürgermeistern der Gemeinden Vorbach und Schlammersdorf. Bei unterschiedlichen Meinungen gäbe es ein Pat. Doch beide Gemeindechefs demonstrieren Solidarität. In den Sitzungen sind auch die Bürgermeister-Stellvertreter, die Schulleiterin und die Elternbeiratsvorsitzende willkommen. Roder freute sich in seiner Eigenschaft als Verbandsvorsitzender über den Besuch der zweiten Bürgermeisterinnen Angelika Thurn (Vorbach) und Tanja Renner (Schlammersdorf), von Schulleiterin Hedwig Forster und Elternbeiratsvorsitzender Karola Groher.

Das Zahlenwerk des Verbandshaushaltes für das Kalenderjahr 2017 erläuterte Kämmerer Michael Eisner (VG Kirchenthumbach). Der Finanzchef verwies auf Gesamtausgaben- und Einnahmen im Verwaltungshaushalt in Höhe von 171 000 Euro und auf ein Volumen von 20 000 Euro im Vermögenshaushalt. Aus einem nicht gedeckten Bedarf von 136 700 Euro errechnete Eisner bei 70 Schülern eine Schulverbandsumlage je Schüler von 1952 Euro. Eine Investitionsumlage von 10 000 Euro erhöht den Gemeindeanteil je Kind im Jahr um weitere 143 Euro. Bei 34 Kindern aus dem Gemeindegebiet Schlammersdorf beträgt deren Gesamtanteil an den Schulverbandskosten 71 254 Euro. Die Gemeinde Vorbach muss bei 36 Kindern 75 444 Euro zu den Verbandskosten beisteuern. Für die Gemeindehaushalte bedeuten die höheren Umlagen unter Berücksichtigung veränderter Kinderzahlen Mehrausgaben von 12 629 Euro in Schlammersdorf und 20 171 Euro in Vorbach.

278 Euro je Schüler


Im Vergleich zum Vorjahr erhöht sich die Verbandsumlage um 278 Euro pro Schüler. Roder und Eisner begründeten die Umlageerhöhung mit der pauschalen Mitfinanzierung des Ganztagsangebotes in Höhe von 10 500 Euro und den deutlich gestiegenen Schülerbeförderungskosten. Erwartet werden im kommenden Jahr circa 60 000 Euro Ausgaben. Hintergrund seien unter anderem die Kosten der Schülerbeförderung für die offene Ganztagsschule und für Fahrten zum Schwimmunterricht. Ein Griff in die Rücklage zur Deckung erhöhter Aufwendungen ist nur noch bedingt möglich. Die Kasse ist fast leer. Deshalb können nur noch 10 000 Euro aus der Allgemeinen Rücklage zur Finanzierung ungedeckter Investitionsausgaben entnommen werden. Es verbleibt eine "eiserne Ration" von 9000 Euro.

Die im Vermögenshaushalt eingestellte Summe von 20 000 Euro soll dem Erwerb von "beweglichen Sachen" dienen, wie es in der Haushaltssprache heißt. Gemeint sind unter anderem neue Wandschränke für die Räumlichkeiten der Ganztagsbetreuung, die Ausstattung eines Klassenzimmers mit neuen, höhenverstellbaren Tischen und eine teilweise Neuausstattung der Küche, wie Werner Roder erläuterte. Zur Beschaffung der Möblierung erteilte das Duo Roder/Löckler dem Vorsitzenden Generalvollmacht. (Hintergrund)

HintergrundEinstimmigkeit vorprogrammiert

Die beiden Verbandsräte waren sich über die Solidität des Haushaltsplanes für 2017 einig. Einstimmigkeit war vorprogrammiert. Formsache war die Feststellung der Jahresrechnung für 2015. Stellvertretender Verbandsvorsitzender Gerhard Löckler bemerkte: "Es gab nichts festzustellen." Für die Entlastung war Verbandsvorsitzender Werner Roder allerdings ausgeschlossen. Vorbachs zweite Bürgermeisterin Angelika Thurn war vom Landratsamt beauftragt, die Vertretung zu diesem Tagesordnungspunkt zu übernehmen. Ohne Beanstandungen erteilte Angelika Thurn die Entlastung.

Noch einmal brauchte die Verbandsspitze die Zustimmung der Stellvertreter. Ein Beschluss über die Höhe der Sitzungsgelder war auf Anregung des Landratsamtes in die Rechtsform einer Satzung zu gießen. So lautet ab sofort eine neue Formulierung in der Entschädigungssatzung des Schulverbandes: "Die Höhe der Entschädigung des Verbandsvorsitzenden beträgt 84 Euro je Monat, die Entschädigung des Stellvertreters des Verbandsvorsitzenden beträgt 32 Euro je Monat" . (do)

Drei Lehrer für vier Klassen

Brainstorming nannte Werner Roder die anschließende Diskussion mit Schulleiterin Hedwig Forster und Elternbeiratsvorsitzender Karola Groher. Mit Genugtuung registrierte das Gremium die Feststellung der Rektorin: "Es läuft." Derzeit werden vier Klassen von drei Lehrkräften unterrichtet, berichtete die Pädagogin. Als Kombi-Klassen würden die Jahrgangsstufen 1 und 2 sowie 2 und 3 geführt.

Diese Einteilung bedauerte Karola Groher. Die Elternbeiratsvorsitzende nannte Kombi-Klassen als wenig glücklich. Rektorin Hedwig Forster sah dagegen keine Chance, an beiden Kombi-Klassen zu rütteln und verwies unter anderem auf die Schülerzahlen. Als hilfreich nannte sie die Unterstützung von Lehramtsanwärterinnen. Zudem herrsche in den Grund- und Mittelschulen Bayerns bedingt durch die Flüchtlingswelle Lehrernotstand. Keine Einflussmöglichkeiten auf die personelle Besetzung sah Werner Roder vonseiten des Schulverbands und der Gemeinden. Zu einem Gespräch stehe er jedoch bereit. (do)
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