30 Jahre Backofenfest der Feuerwehr, 20 Jahre Backofen
Brandschützer als Hobby-Bäcker

Die ersten Backversuche im Backofen des Anwesens Hösl unternahmen (von links) Else Schatz und ihre Mutter Theresia Lehner, beide erfahrene Bäckerinnen, zusammen mit den "Lehrlingen" Josef Busch und Werner Schmid.
Vermischtes
Vorbach
15.07.2016
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Beim Backofenfest, das heute beginnt, wird auch ein Jubiläum gefeiert: Der Hauptdarsteller wird 20 Jahre alt. Ende Juni 1996 nahm der heutige Backofen allmählich Form an. Mehrere Maurer und etliche Handwerker mehr waren über Wochen mit der Errichtung des Neubaus beschäftigt. Repros: edo (2)

Das Backofenfest im alten Schulhof ist mittlerweile mehr als ein Geheimtipp in der Region. Leckere Schmankerl und Live-Musik bei freiem Eintritt, lautet das erfolgreiche Rezept. Der Hauptdarsteller selbst feiert heuer seinen 20. Geburtstag, doch die Geschichte des Fests reicht noch länger zurück.

Oberbibrach. Es war im Jahr 1986, als zum ersten Mal ein Gartenfest im alten Schulhof gefeiert wurde. Den idyllisch am Biberbach gelegenen, von alten Bäumen gesäumten Platz bezeichnete Bürgermeister Werner Roder jüngst als "schönsten Flecken in der Gemeinde". Gehegt und gepflegt wird das Areal bis heute von der Feuerwehr.

Selbst gebackenes Brot gab es damals schon, allerdings wurde es nicht vor Ort, sondern im Backofen des Anwesens Hösl an der Kreuzung - der dafür erst wieder instandgesetzt werden musste - zubereitet. Das Know-how dafür lieferten Else Schatz, ihre Mutter Theresia Lehner aus Münchsreuth und Hermine Utner. Die Rezepte der erfahrenen Bäckerinnen sind noch heute die Grundlage für Brot sowie Zucker- und Zwiebelkuchen. In den ersten Jahren wurde der Teig noch mit Muskelkraft beim "Lescher-Seppl" geknetet, später übernahm diese beschwerliche Arbeit eine Maschine. Die damals noch ausschließlich männlichen Floriansjünger erwiesen sich als wissbegierige Helfer und fanden Gefallen an der Brotherstellung: Die Idee zu einem Fest, das bei der Verpflegung der Besucher ohne die "üblichen Verdächtigen" - wie Steak und Bratwurst - auskommt, war geboren. Und der Erfolg gab den Brandschützern Recht: Von Jahr zu Jahr kamen immer mehr Besucher.

Stein für Stein


Zu Beginn der 1990er Jahre entflammte bei den Hobby-Bäckern dann der Wunsch nach einem eigenen Backofen. Sie holten sich Rat bei einem erfahrenen Maurer aus dem Bayerischen Wald. Zur Finanzierung trugen viele Bürger bei, indem sie einzelne Steine erwarben. Unter der Leitung von Maurer Hermann Sendlbeck und den beiden Vorsitzenden des Bauausschusses, Heiner Schatz und Werner Schmid, wurde das Projekt in Angriff genommen.

Viele Abende verbrachten die zahlreichen Helfer nun damit, das Werk zu vollenden. Der gemütliche Teil kam dabei jedoch nicht zu kurz. "Wir haben regelmäßig nach getaner Arbeit Brotzeit auf der Baustelle gemacht", erinnert sich Hannes Hübner. Zum Backofenfest 1996 erfolgte die offizielle Einweihung.

Im Laufe der Jahre fanden die leckeren Spezialitäten immer mehr Fans. Nicht nur aus der Gemeinde, sondern aus der ganzen Region strömen die Besucher ins Bibertal. Dabei ist die Feuerwehr darum bemüht, das Ambiente im alten Schulhof stetig zu verbessern. So wurden in den vergangenen Jahren die Wirtschaftsräume erneuert, wetterfeste Schirme angeschafft und aktuell der Platz auf Vordermann gebracht. Zudem schmückt der 2007 erbaute Floriansbrunnen das Ensemble.

Bilder und Gstanzl


Anlässlich des "20-Jährigen" zeigt die Wehr am Samstagabend einen mit Musik umrahmten Bilderrückblick zur Geschichte des Fests. Auch die "Biwricher Gstanzl-Dichter" werden einige Anekdoten zum Besten geben.

Um den Besuchern an dem dreitägigen Fest wieder ein abwechslungsreiches Programm und kulinarische Köstlichkeiten zu bieten, werden auch heuer wieder an die 100 freiwillige Helfer im Einsatz sein. "Das Backofenfest ist das Oberbibracher Dorffest", erklärt Feuerwehr-Vorsitzender Martin Kräml.
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