Anita Kopp aus Speichersdorf erzählt von ihrer Heimat China
Eine besondere Reise

Vermischtes
Vorbach
14.04.2016
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"Kommunisten-Christen"Anita Kopp ist Christin - wie viele ihrer chinesischen Landsleute. Dennoch gibt es einen Unterschied: Viele der in der Heimat lebenden Getauften sind "Kommunisten-Christen". Sprich, alle die sich zur Gemeinschaft der Kirche in Rom mit ihrem Bischof, dem Papst, bekennen, können dies nur im Untergrund leben. Andernfalls werden sie von der kommunistischen Regierung verfolgt und belangt. Und so sind beispielsweise auch christliche Geschenke - wie Bilder von Papst Franziskus, Bücher oder liturgische Gegenstände - verboten. Wer erwischt wird, dem droht schon mal eine nicht unerhebliche Gefängnisstrafe. (hfz)

Oberbibrach. "China, meine Heimat": Es war eine weite Reise, auf die Anita Kopp aus Speichersdorf die vielen Besucher, die auf Einladung von Pfarrgemeinderat und Katholischem Frauenbund in die "Alte Schule" gekommen waren, mitnahm. Neugierig ließen sich die Zuhörer auf dieses Abenteuer, auf das Unbekannte und Fremde ein. Durch die vielen Bilder, die Erzählungen und Geschichten bekam das für die meisten unbekannte Land ein Gesicht.

Anita Kopp ist gebürtige Chinesin. 1986 holte sie der damalige Pfarrer von Thurndorf, ihr Onkel, nach Deutschland. In seiner Pfarrei übernahm sie für ihn den Haushalt. Zunächst einmal musste sie sich zurechtfinden und die Sprache lernen. Und das tat sie bei den einfachen Leuten: "Da lernt man am besten."

Nach dem Tod ihres Onkels ging Kopp vor 20 Jahren nach Speichersdorf, wo sie seitdem ebenfalls als Pfarrhaushälterin arbeitet. In dieser Zeit lernte sie auch ihren Ehemann kennen. Mittlerweile ist sie in Speichersdorf "angekommen", aber ihre Heimat ist und bleibt doch China.

Nach 20 Jahren nach Hause


Und so kam es nicht von ungefähr, dass sie sich im August 2014 mit ihrer Familie auf den Weg dorthin machte. "Es war schon etwas eigenartig, aber dennoch besonders, nach 1994 erstmals wieder nach Hause zu fahren", berichtete sie. Damit Freunde und Bekannte in Bayern die große Reise miterleben konnten, starteten die Töchter eigens einen Live-Blog, eine Art Tagebuch im Internet. Nach einem über zehnstündigen Flug von Frankfurt nach Peking reiste die gespannte Familie mit dem ICE noch fünf Stunden weiter, bevor es ein großes Wiedersehen mit den beiden Schwestern und deren Familien sowie dem 80-jährigen Vater gab.

Jeder für sich verantwortlich


Auch in Kopps kleinem Heimatdorf ist die Zeit nicht stehen geblieben. Zu Kindeszeiten war der Ort beschaulich und ruhig, jetzt hingegen werden teils gigantische Hochhäuser und Wohnblocks gebaut. Aber für die Sicherheit der auf den Baustellen arbeitenden Menschen ist keineswegs gesorgt: Kein Gerüst, kein Geländer - jeder ist selbst für sich verantwortlich. Das gilt auch fürs Auskommen. Eine Rente gibt es nicht.

Aber, wie Anita Kopp in ihren Bildern zeigte und erzählte: Die Chinesen sind wahre Weltmeister, wenn es ums Überleben geht. Es werden einfach mit allem und jedem Geschäfte gemacht. Hauptsache, man kann ein Handy, ein Auto und einen großen Fernseher sein Eigen nennen.

Beim Thema Ernährung sind die Chinesen ebenfalls Künstler. Es wird stets frisch und kalorienarm gekocht und es gibt viel Gemüse und Fisch. Wenn man beispielsweise zu Besuch ist, gibt es nicht Kaffee und Kuchen - vielmehr kommt frisches Obst auf den Tisch.

Schließlich ging eine besondere Reise zu Ende. Am Ende des mit viel Herzblut und Begeisterung gestalteten Abends überraschte Anita Kopp die Besucher mit einem Lied aus ihrer Heimat.
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