Besucher strömen in Scharen zum Backofenfest der Feuerwehr Oberbibrach
Alles Fans von Else und Hermine

Heiße Rhythmen bei kalten Temperaturen: Die Band "Downlookers" sorgte bei der Italienischen Nacht beim Backofenfest zumindest musikalisch für südländische Atmosphäre. Am Samstag und Sonntag war dann auch das Wetter sommerlich - und die Besucher strömten in Scharen herbei. Bild: edo
Vermischtes
Vorbach
19.07.2016
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Für Feinschmecker aus der Region ist das Backofenfest der Feuerwehr ein beliebter Anlaufpunkt. Doch auch viele "Exil-Biwricher" kehren dazu alle Jahre Mitte Juli wieder zurück in die Heimat. Zum 20-jährigen Jubiläum des steinernen Ofens gibt es heuer eine besondere Einlage: Gstanzln im Stil bekannter Sportmoderatoren.

Oberbibrach. Zumindest wurde die Ausgeh-Garderobe nicht zu einseitig beansprucht. Denn das Wetter beim dreitägigen Fest der Feuerwehr bot ein mindestens genauso breites Spektrum wie die Speisenauswahl und das kulturelle Angebot. Ausgerechnet bei der Italienischen Nacht am Freitag sank das Thermometer im alten Schulhof empfindlich unter die Zehn-Grad-Grenze. Kein Wunder, dass sich so mancher an das weihnachtliche Nikolaus-Haus an gleicher Stelle erinnert fühlte.

Doch aus dieser Not machten viele eine Tugend: Zu den Klängen der Grafenwöhrer Kult-Kombo "Downlookers" war die Tanzfläche stets proppenvoll. Für mediterranes Ambiente sorgten auch die professionellen Cocktailshaker hinter der Bar und die Pizza-Bäcker der Feuerwehr.

Brotrezept-Erfinderinnen


Richtige Sommerstimmung kam dann jedoch am Samstag auf. Zum 20-jährigen Bestehen des Backofens hatte die Kreativabteilung der Wehr um Christoph Hübner eine besondere Einlage ausgearbeitet: Der erfahrene Dichter griff in seinen Gstanzln die zu Ende gegangene Fußballeuropameisterschaft auf und berichtete zusammen mit Musikant Alex Thurn im Stile bekannter Sportmoderatoren von den baulichen Entwicklungen im alten Schulhof seit Beginn der 1990er Jahre bis heute.

Unterstützung erhielten die beiden von den Ultra-Gruppen "Brigade Else Boier" und "Hermine-Höllerl-Supporters". Diese erboten mit Fangesängen den beiden Erfinderinnen des bis heute verwendeten Rezepts für den Brotteig ihre Ehrerbietung, zum Beispiel mit: "Else vor - noch ein Brot - ins Rohr!". Der "Horrido-Express" heizte die Stimmung weiter auf. Viele Besucher traten den Nachhauseweg erst in den frühen Morgenstunden an.

Schwülwarm ging es am Sonntag weiter. Nach dem Frühschoppen strömten am Nachmittag die Kuchen- und Tortenfreunde heran. Die Entscheidung fiel angesichts 50 verschiedener Backspezialitäten allerdings nicht leicht. Die Kleinen vergnügten sich derweilen in der Hüpfburg und beim Kinder-Schminken oder genossen eine Fahrt im Feuerwehrauto. Viele Besucher warfen auch einen Blick ins Dorfmuseum, in dem Heimatpfleger Sigurd Burucker unter anderem die neueste Errungenschaft, eine Hochzeitstruhe von 1842 (wir berichteten), präsentierte.

Strahlende Gewinner


Die "Eslarner-Zoigl-Blousn" verlieh dem Backofenfest mit zünftiger Musik echte Biergarten-Atmosphäre. Strahlende Gewinner gab es bei der großen Tombola, bei der an die 100 Preise neue Besitzer fanden. Neben dem selbst gebackenen Brot, das wieder in über zehn Varianten zu haben war, fanden auch die von Julian Utner zubereiteten Makrelen großen Zuspruch. Zufrieden waren die Organisatoren um Feuerwehr-Vorsitzenden Martin Kräml angesichts der drei Tage: Das Backofenfest wurde seinem Ruf als "inoffizielles Dorffest" wieder gerecht.

Doch nicht nur Einheimische, Neubürger aus den USA und Polen sowie Besucher aus der Region schätzten das große Angebot zu familienfreundlichen Preisen: "Es ist schön, dass jedes Jahr wieder viel 'Exil-Biwricher" zum Fest kommen", sagte der ehemalige Vorsitzende Konrad Schweiger.

Beispielsweise aus Nürnberg, Regensburg, Würzburg, Freising, dem Rheinland und der Schweiz kehrten sie in die alte Heimat zurück. "Das gehört einfach dazu", erklärte etwa der Wahl-Kölner Michael Hübner. Dabei freue er sich immer besonders auf das "ganze Gwaf" seiner alten Kumpels.
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