Maria Kastner feiert 80. Geburtstag - Beschuss durch Alliierte 1945 hautnah miterlebt
Fleißige Kirchgängerin

Inmitten ihrer Kinder, Enkel und Urenkel: Die ganze Familie feierte mit Maria Kastner (vorne, Mitte) ihren 80. Geburtstag. Strahlender Sonnenschein begleitete den Ehrentag der Pflanzenliebhaberin. Bild: edo
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Vorbach
16.09.2016
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Sie hat viel erlebt: die Bombardierung ihres Heimatorts zum Beispiel. 1945 musste Maria Kastner dabei zusehen, wie ihr Elternhaus und der dazugehörige Hof abbrannten. Somit ist sie eine der wenigen, die noch wissen, wie sich Krieg anfühlt.

Oberbibrach. Vielleicht gerade deshalb genießt Kastner das Leben mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln und ist, wie diese sagen, "auch immer für jeden Spaß zu haben". Zu ihrem 80. Geburtstag versammelten sich zahlreiche Gäste im Schützenhaus, das nur einen Steinwurf von ihrem Wohnhaus, dem "Schneidmüller-Hof", entfernt ist.

Mit dabei war natürlich die große Schar an Nachkommen: Ihre zwei Töchter sowie die sechs Enkel und die drei Urenkel feierten zusammen mit der 1936 Geborenen. Nicht weit vom Schützenheim hat Maria Kastner auch das Licht der Welt erblickt: im Anwesen Lins beziehungsweise "Brui", wo sie zusammen mit ihren zwei Schwestern und zwei Brüdern auch aufwuchs.

Noch in guter Erinnerung ist der Jubilarin ein einschneidendes Erlebnis aus ihrer Kindheit: Als Achtjährige erlebte sie im April 1945 den Beschuss von Oberbibrach durch die Alliierten hautnah mit. "Über uns zischten die Bomben und wir haben nur noch geschaut, dass wir in den Erdäpfel-Keller in der Rosamühle kommen." Da Elternhaus und Hof beim Angriff nahezu vollständig zerstört wurden, kam Maria Kastner mit ihrer Mutter Theresia und den Geschwistern bei den Nachbarn unter.

Nach der Schule verbrachte sie einige Jahre bei Verwandten in Ramlesreuth und half dort bei der anstrengenden Waldarbeit. Der Liebe wegen zog sie schließlich zurück ins Bibertal; Ehemann Jakob verstarb jedoch bereits im Jahr 1977.

Ihre Freizeit verbringt die Jubilarin mit Stricken und der ausgiebigen Pflege ihrer Blumen. Zudem zählt sie zu den fleißigsten Kirchgängern im Ort: Maria Kastner und der Pfarrer seien bei Gottesdiensten eigentlich immer da, wird berichtet. "Neulich war ich einmal in Speinshart in der Kirche, und dann haben sich viele gefragt, ob ich wohl krank sei", merkt Maria Kastner augenzwinkernd an.
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