Rektor Dieter Kraus geht in Ruhestand
Radtour in die ganz langen Ferien

Ein großes Buch bekam der scheidende Rektor Dieter Kraus von seinen Schülern. Er wiederum spendete ihnen zu seinem Abschied viel Applaus, denn: "Ihr habt mein Leben bereichert." Bild: edo
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Vorbach
22.02.2016
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Er war 40 Jahre lang Lehrer, Pädagoge und Manager mit Vorliebe für Sport. Und deshalb wurde Dieter Kraus, Rektor der Grundschule Oberbibrach, auch - wie hätte es anders sein können - sportlich in den Ruhestand verabschiedet: von Kollegen, Schülern, Familie, Elternbeirat, Schulpersonal und vielen Ehrengästen.

Oberbibrach. Mit den Schülern der Grundschule inszenierten die Lehrerinnen Andrea Zumpe, Elisabeth Pesch und Birgit Schraml in der Turnhalle eine Radtour, bei der Dieter Kraus vielen seiner langjährigen Weggefährten begegnete. Der Rektor trat auf einem Ergometer selbst kräftig in die Pedale: Sport war ihm im Unterricht seit jeher ein großes Anliegen, ganz nach dem Motto: "ein gesunder Geist in einem gesunden Körper".

Ära geht zu Ende


In der Historie der Grundschule Oberbibrach, die er seit 1997 leitete, hinterließ Kraus Spuren. Bürgermeister Werner Roder erinnerte dabei unter anderem an die Schulhaus-Generalsanierung 2009/2010 für 1,15 Millionen Euro, die einen erheblichen Beitrag zur Standortsicherung darstellte. "Gerade weil du deine eigene Meinung hast, schätze ich dich", sagte das Gemeindeoberhaupt bei der Verabschiedung.

"Seine Amtszeit bildet einen geschichtlichen Zeitrahmen im Schulwesen des Landkreises Neustadt/WN", erklärte Schulrätin Elisabeth Junkawitsch. Kraus habe viele schulische Entwicklungen mitgetragen und gestaltet und sei in seinem Amt als Pädagoge, Lehrer und Manager gefragt gewesen. Man könne deshalb ohne Übertreibung behaupten: "Eine Ära geht zu Ende."

Einen speziellen Gruß übermittelte Pater Adrian, der sich auf Exerzitien befand, per musikalischer Video-Botschaft. Auch von der Grund- und Mittelschule Grafenwöhr, an der Dieter Kraus insgesamt 18 Jahre tätig war (siehe Infokasten), kamen bewegende Worte zum Abschied. Konrektor Thomas Schmidt erinnerte im Namen von Rektor Gerhard Götzl an so manch aufregende und schöne Tage.

Ein Ständchen widmeten die Musikschüler der offenen Ganztagsschule unter der Leitung von Benno Englhart ihrem Rektor. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Karola Groher, dankte für die unkomplizierte Zusammenarbeit und die gute Verköstigung bei den Sitzungen. Den aktuellen Schülern bleibt Kraus aufgrund eines besonderen "Schmankerls" in Erinnerung, das er ihnen in seinem letzten Halbjahr ermöglichte: einem mehrtägigen Schullandheim-Besuch in Lambach im Bayerischen Wald. Viele Mädchen und Buben waren deshalb im extra dafür entworfenen T-Shirt erschienen.

"Das war echt cool", sagte einer der Kleinen stellvertretend: "Daran werde ich wohl noch in vielen Jahren denken." Zum Abschied versprach der Direktor eine gemeinsame Brotzeit. "Ihr habt mein Leben bereichert", richtete er seine Worte an die Schüler. "Danke für diese schöne Zeit. Ich habe jetzt ganz lange Ferien."

Hängematte zum Abschied


Dass er es nun gemütlich angehen lasse, sei jedoch nicht zu erwarten: "Wir wünschen dir alles Gute für deinen Ruhestand, wobei man eher davon ausgehen kann, dass es ein Unruhestand wird", prophezeite Bürgermeister Werner Roder augenzwinkernd. Nun könne er seiner großen Leidenschaft, dem Sport allgemein und dem Fußball im Speziellen, nachgehen und vor allem mehr Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen. Der Verein "Hängematte", seit 14 Jahren für die Mittagsbetreuung beziehungsweise die offene Ganztagsschule verantwortlich, überreichte ihm für die ruhigeren Stunden daher eine Hängematte.

Quer durch die nördliche OberpfalzDie Schule nimmt einen großen Platz im Leben von Dieter Kraus ein. Eingeschult wurde 1958 in Hirschau. Später besuchte er das Gregor-Mendel-Gymnasium in Amberg, wo er Abitur machte.

An der pädagogischen Hochschule Eichstätt absolvierte er das Lehramtsstudium, nach dem ersten Staatsexamen 1976 ging es zum Referendariat an die Grund- und Mittelschule in Windischeschenbach. Nur ein Jahr später folgte die Versetzung nach Grafenwöhr. Dort legte er 1978 erfolgreich die Prüfungen zum zweiten Staatsexamen ab. Sein damaliger Seminarlehrer war der spätere Schulamtsdirektor Heiner Kohl aus Eschenbach.

13 Jahre blieb Kraus in der Kasernenstadt, wo er heimisch wurde und sich bis heute auch stark im Sportverein engagiert. 1990 folgte dann die Berufung als stellvertretender Schulleiter an die Grund- und Mittelschule Kirchenthumbach. Bereits 1992 ging es aber als Konrektor zurück nach Grafenwöhr. 1997 trat er schließlich die Stelle als Rektor der damals noch Grund- und Teilmittelschule Oberbibrach/Schlammersdorf an. Dank zollte er seiner Sekretärin Petra Schlöger: "Sie ist wie ein Sechser im Lotto." (edo)
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