Standesamt der VG Kirchenthumbach
Entscheidung ärgerlich

Ein Entwurf des Dorfladenlogos. Aus dem Halbkreis soll ein ganzer werden und auf den Zusatz "Vorbach" wird verzichtet. Die Idee für die Gestaltung stammt von Malermeisterin Viola Busch-Seuferth. Bild: edo
Vermischtes
Vorbach
19.04.2017
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Die angedachte Übertragung der Aufgaben des Standesamts der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach an die Nachbar-VG Eschenbach sorgt weiter für Debatten. Die Vorbacher verstehen das Veto nicht.

Bürgermeister Werner Roder blickte beim Treffen mit dem Vorbacher Gemeinderat auf die Sitzung der Gemeinschaftsversammlung in Kirchenthumbach zurück, in der gegen die Übertragung der Standesamtaufgaben an die VG Eschenbach gestimmt wurde (wir berichteten). Schade finde er, dass bei der Abstimmung Befindlichkeiten entschieden haben und nicht sachliche Argumente, so Roder: "Ich sehe nach wie vor in einer Verlagerung die sinnvollste Lösung." Er nannte dafür auch Gründe, die vielen der Anwesenden vorher nicht in vollem Umfang bewusst waren: Zunächst könnten die Aufgaben ohne Probleme in Eschenbach erfüllt werden. So müssen viele ohnehin schon nach Eschenbach, um sich zum Beispiel eine Geburtsurkunde ausstellen zu lassen. Und heiraten könne man ohnehin in der Gemeinde.

Weiterhin gäbe es für die Bürger keine Beeinträchtigungen, da es für Vorbacher, Schlammersdorfer oder Oberbibracher keinen Unterschied mache, ob man nach Eschenbach oder Kirchenthumbach fahre. Zudem könnte vieles bereits telefonisch oder online geregelt werden.

Das schlagkräftigste Argument Roders bezog sich auf die jährlich anfallenden Kosten. Circa 26 000 Euro pro Jahr könnten sich die drei Mitgliedsgemeinden unterm Strich durch eine Verlagerung sparen. Dies bestätigte auch ein Mitarbeiter der VG, der den Betrag sogar noch deutlich höher ansetzte. Zudem hätte eine Auslagerung auch für den internen Arbeitsablauf eine nicht unwesentliche Erleichterung bedeutet, da man damit ein stichhaltiges Vertretungssystem hätte schaffen können.

"Erfreulich ist zumindest", meinte Roder, "dass ein Struktur- und Organisationsgutachten für die VG Kirchenthumbach verhindert werden konnte." Dieses auf circa 50 000 Euro angesetzte, externe Gutachten, das vom VG-Vorsitzenden befürwortet wurde, hätte keine wesentlichen Erkenntnisse gebracht. Zudem habe sich anhand der jüngsten Ereignisse eine allgemeine Sinnfrage gestellt: "Was nutzt mir ein teures Gutachten, wenn die Gemeinschaftsversammlung mehrheitlich nicht bereit ist, sachlich und wirtschaftlich gebotene Maßnahmen umzusetzen, wie zum Beispiel die Übertragung der Standesamtaufgaben, obwohl deren Sinnhaftigkeit auf der Hand liegt."

In der Sitzung des Vorbacher Gemeinderates ging es zudem um die konkreten Züge, die das Gewerbegebiet in Unterbibrach allmählich annimmt. Der Gemeinderat stimmte dafür, die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans zu beantragen. Zudem einigte sich das Gremium auf eine Änderung des Bebauungsplans. Da in den Stellungnahmen von Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange erneut keine erheblichen Bedenken geäußert wurden, fiel das Votum für beide Vorschläge einstimmig aus. Grund für die Maßnahme ist das Vorhaben des Unternehmens ZS 2Radteile zur Erweiterung des Firmengebäudes. Als Kompensationsmaßnahme sollen auf Bestreben des Wasserwirtschaftsamtes Weiden am Rande der Creußen zwei Laichgewässer für Amphibien angelegt werden.

Auch die Realisierung des Dorfladens schreitet zügig voran. Roder berichtete aus der letzten Sitzung des Arbeitskreises. Den daraus resultierenden Vorschlägen zur Gestaltung der Außenfassade in den Farbtönen "Umbrien 16" und "Barolo 65" (an der Nord- und Südseite) sowie dem von Viola Busch-Seufert entworfenen Logo gaben die Räte ihr Einvernehmen. "Laienhaft ausgedrückt ist der Grundton Beige und wird an zwei Seiten mit Weinrot aufgelockert", übersetzte der Rathauschef die Farben. Bei Namen und Logo sei explizit auf den Ortsnamen "Vorbach" verzichtet worden. So soll das Geschäft schlicht "Dorfladen" heißen.

Zurückgestellt wurde hingegen die Umgestaltung eines Teils des Vorplatzes. Da im Laufe der Diskussion verschiedene Szenarien zu Kriegerdenkmal und Brunnen vorgetragen wurden, kam das Gremium zum Konsens, der nächsten Sitzung eine Ortsbesichtigung voranzustellen. Nachdem das Amt vier Monate vakant war, konnte die Gemeinde zudem mit Dominik Eckert aus Oberbibrach einen neuen Jugendbeauftragten engagieren.
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