Anschluss an die weite Welt

Der Gleisanschluss des Innovationsparks Wackersdorf wurde um rund 290 Meter verlängert. Standortleiter Thomas Dose (am Pult) erläuterte die Vorteile, die die Investition von rund 1,5 Millionen Euro für das BMW-Versorgungszentrum bringt. Die Container werden von hier zu den Seehäfen gebracht und in alle Welt verschifft. Bild: Götz
Lokales
Wackersdorf
14.04.2015
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Die weite Welt beginnt mit einem Stichgleis: Im Innovationspark Wackersdorf ist der Anschlusspunkt an die Seehäfen, von hier werden täglich etwa 60 See-Container mit dem Zug auf ihren Weg in BMW-Werke in zehn Länder auf fünf Kontinenten verschickt. Jetzt noch rationeller.

Mit einer Investition von rund 1,35 Millionen Euro hat der BMW-Konzern den Standort des "Versorgungszentrums Ausland" für die logistische Zukunft gerüstet: Das Anschlussgleis im Innovationspark wurde um knapp 290 Meter verlängert. Außerdem wurde der Container-Umschlagplatz um 9000 Quadratmeter vergrößert.

Nun können, ohne Rangierfahrten, ganze Züge auf das Gleis geschoben werden. Bislang mussten die Züge in zwei Schritten abgefertigt werden. Das bringe neben einem Kapazitäts- auch einen Zeitgewinn, erläuterte Standortleiter Thomas Dose am Dienstag bei der offiziellen Eröffnung der Gleisanlage.

Drei statt zwei Züge

Mit Landrat Thomas Ebeling und Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter durchschnitt er symbolisch ein Band. Die Gemeinde nahm rund 200 000 Euro in die Hand, erweiterte die Gleisanlagen auch auf öffentlichem Grund, um die Verlängerung zu ermöglichen. Künftig könnten drei statt zwei Züge pro Tag abgefertigt werden, sagte Dose. Die Bauzeit betrug rund vier Monate. Das Versorgungszentrum Wackersdorf bezeichnete der BMW-Standortleiter als die weltweite Drehscheibe für den BMW-Konzern. Von hier aus werden die Materialströme zu den ausländischen Montagewerken gesteuert. 30 000 Sachnummern von rund 1300 Lieferanten heißt es, logistisch zu beherrschen.

Rund 7500 Kubikmeter Stauraum in den Containern werden pro Arbeitstag vollgepackt und auf ihre lange Reise geschickt. Besonders hob Dose die reibungslose Zusammenarbeit mit Gemeinde und Landratsamt hervor. Dies sei schon immer ein Standortvorteil für BMW in Wackersdorf gewesen. Den Dank gaben Bürgermeister Falter und Landrat Ebeling zurück, der "kurze Dienstweg" habe sich bewährt. Falter erinnerte daran, dass die Gleisverlängerung nicht die einzige Investition der Gemeinde im Umfeld des Innovationspark bleiben wird. Die Industriestraße soll nun geradewegs mit einem Durchstich südlich an der Kartanlage vorbei mit der Altenschwander Straße verbunden werden.

Zollvorteile

Mit der Fertigung im Ausland verschafft sich der Konzern Zollvorteile. Die Container mit den in Wackersdorf kommissionierten und verpackten Einzelteilen gehen in die USA, nach China, Südafrika, Indonesien, Thailand, Indien, Russland, Malaysia, Ägypten und Brasilien. In den Auslandswerken lässt BMW rund 750 000 Fahrzeuge produzieren.
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