Bergbau-Relikt muss weichen

Die Tage des ehemaligen BBI-Gemeinschaftshauses sind gezählt. Es muss einem Neubau weichen. Bild: rid
Lokales
Wackersdorf
18.06.2015
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Die Entscheidung fiel überraschend deutlich aus. Mit 17:3 Stimmen sprach sich der Gemeinderat am Mittwoch gegen eine Sanierung des ehemaligen BBI-Gemeinschaftshauses aus. Damit war der Weg frei für den Neubau einer Veranstaltungshalle an gleicher Stelle.

In einer weiteren Abstimmung votierten die Gemeinderäte dann einstimmig für die größere Lösung mit 599 Sitzplätzen. Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden. Die Zuhörer drängten am Mittwochabend in den Sitzungssaal wie einst zu WAA-Zeiten.

Drei Varianten

Sachverständiger Marc Feil von der Firma "ecoplan" erläuterte noch einmal die drei möglichen Varianten. Eine Generalsanierung des 60 Jahre alten Gemeinschaftshauses vom Dach bis zum Boden und vom Brand- bis zum Wärmeschutz hätte 1,29 Millionen Euro gekostet. Ein vergleichbarer Neubau mit ebenfalls 499 Sitzplätzen wäre auf 1,38 Millionen Euro gekommen. Die Gemeinderäte entschieden sich schließlich für die dritte Lösung, einen Neubau mit 599 Sitzplätzen, der 1,5 Millionen Euro kosten wird. Dafür sind im Haushalt für heuer 500 000 Euro eingestellt.

Der Knappenverein hatte sich im Vorfeld schriftlich an die Gemeinderäte gewandt und betont: "Die Sanierung des Gemeinschaftshauses ist ein Bekenntnis zu den Wurzeln von Wackersdorf". Das renovierte Gebäude wäre für die Gemeinde ein Alleinstellungsmerkmal und zentraler Ausgangspunkt für Rundgänge und Exkursionen. Schließlich verfüge der bestehende Saal über eine hervorragende Akustik, die in einem Neubau so nicht zu erreichen sei.

Pro und Contra

Dass Wackersdorf eine Halle dieser Größenordnung braucht, darin waren sich die Gemeinderäte einig. "Veranstaltungen in der Sporthalle sind in Zukunft nicht mehr gewährleistet", machte Bürgermeister Thomas Falter mit Hinweis auf die Auflagen zum Emissions- und Brandschutz deutlich. Eine eigene Veranstaltungshalle würde ferner den Sportbetrieb entlasten. Der Bürgermeister beobachtet zudem ein "wachsendes Interesse" der ansässigen Firmen und Betriebe" an einem größeren Saal. Thomas Falter ist auch überzeugt, "dass ein eigenes Veranstaltungsgebäude das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Gemeinde verstärken wird".

Für den Bürgermeister wäre das Gemeinschaftshaus "sanierungsfähig und auch sanierungswürdig" gewesen. Auch CSU-Fraktionsvorsitzender Helmut Kraus favorisierte den Erhalt "des Relikts aus der Bergbauzeit". Der Sprecher der Freien-Wähler-Fraktion, Alfred Jäger, sieht dagegen in einem Neubau den Vorteil "der besseren Gestaltungsmöglichkeit". Ähnlich argumentierte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Günther Pronath, der sich für Wackersdorf "eine zukunftsorientierte und moderne Halle" wünscht. Beim Erhalt des bestehenden Gebäudes hätte "so gut wie alles saniert" werden müssen.

Bürgermeister Thomas Falter machte einen letzten Versuch, die Gemeinderäte umzustimmen. Vergebens. Neben ihm sprachen sich nur noch CSU-Fraktionsvorsitzender Helmut Kraus und sein CSU-Kollege Johann Schießl für eine Sanierung aus.
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