BMW-Betriebsratsvorsitzender Werner Zierer blickt im Interview auf Erfolgsgeschichte im ...
Gute Fachkräfte der Schlüssel

Lokales
Wackersdorf
19.12.2014
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Der Innovationspark lebt vom Wandel - das bedeutet auch Herausforderungen für die Mitarbeiter. Sie vertritt Werner Zierer (55). Er ist Betriebsratsvorsitzender des BMW-Werks Regensburg und als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der BMW-Group.

Herr Zierer, beim Festakt zu 25 Jahre BMW Wackersdorf vor wenigen tagen blickten Sie zurück auf eine "Erfolgsgeschichte mit Turbulenzen". Was waren aus Ihrer Sicht als Betriebsratsvorsitzender die bedeutendsten Entscheidungen?

Werner Zierer: Die bedeutendste Entscheidung war natürlich die Unterzeichnung des Ansiedlungsvertrags 1989: Die Zusage von BMW auf dem Gelände der ehemaligen WAA-Baustelle einen neuen Produktionsstandort zu errichten. Diese Nachricht gab einer gesamten Region neue Hoffnung auf moderne und sichere Arbeitsplätze. Die spätere Weiterentwicklung des Standorts zum Innovationspark war der zweite große Schub für die Region. Dreitausend moderne Arbeitsplätze zeugen heute vom dauerhaften Erfolg dieser Idee.

Sie sind seit 1985 bei BMW, seit 2000 Betriebsratsvorsitzender des Werkes Regensburg und seit 2001 als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der BMW-Group. Was ist aus Ihrer Sicht die Grundlage für den Erfolg des Standortes Wackersdorf mit heute rund 3000 Arbeitsplätzen?

Nach der Öffnung des Ostens entwickelte sich die Oberpfalz zum Zentrum Europas. Die verkehrsgünstige Lage, aber auch die Qualität der hier lebenden und arbeitenden Fachkräfte machte den Standort für unterschiedliche Unternehmen attraktiv. Die gut entwickelte Infrastruktur und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Behörden und Verwaltung unterstützten diesen Prozess. Also insgesamt ideale Bedingungen für die Ansiedlung von Investoren.

Was sehen Sie für den Standort Wackersdorf als den wichtigsten Erfolg des Betriebsrates in den vergangenen Jahren?

Unser wichtigster Erfolg war der Erhalt des BMW-Versorgungszentrums. BMW verfolgte 2008 den Plan, diesen Betrieb an externe Logistik-Dienstleister zu vergeben. Logistik wurde nicht mehr als BMW-Kernkompetenz betrachtet. Hunderte von Arbeitsplätzen waren in realer Gefahr. Dagegen wehrten wir uns erfolgreich und unterstützten in der Folge einen Modernisierungsprozess. Heute wird unser Logistik-Betrieb in Wackersdorf als das Herz der Versorgung unserer Auslandswerke betrachtet. Seine Wichtigkeit für das internationale Produktionsnetzwerk stellt im Unternehmen niemand mehr in Frage.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten der weiteren Unternehmen im Innovationspark?

Nicht in allen Unternehmen haben Betriebsräte solche Gestaltungsmöglichkeiten wie wir bei BMW. Während wir uns das über viele Jahre erarbeitet haben, bestehen viele Arbeitnehmervertretungen aufgrund der Veränderungen am Standort erst seit kurzer Zeit. Deshalb informieren und unterstützen wir alle Kolleginnen und Kollegen in Wackersdorf. Bei Problemen helfen wir oft auch informell. Auch die IG-Metall ist dabei für alle Wackersdorfer ein zusätzlicher, wichtiger Partner.

Auch der Innovationspark unterliegt einem stetigen Wandel. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus aus Ihrer Sicht für die Mitarbeiter?

Dieser Wandel bietet Chancen und Risiken. Die Welt und damit die Wirtschaft verändern sich heute in rasendem Tempo. Erfolgreiche Unternehmen müssen sich ständig anpassen an neue Situationen. Das erfordert auch hier in Wackersdorf immer wieder Veränderungsbereitschaft von allen Mitarbeitern. Oft ist dies nicht konfliktfrei und Kompromisse zu finden gestaltet sich schwierig. Aber diese gemeinsame Anpassungsfähigkeit garantiert Beschäftigung. So werden sichere Arbeitsplätze hier in der Oberpfalz erhalten und neue geschaffen.
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