BMW ein treuer Ehepartner

"Silberhochzeit" feierte BMW mit der Gemeinde Wackersdorf: Im Dezember 1989 begann eine Erfolgsgeschichte für beide Seiten. "Wir sind gerne hier und fühlen uns sehr wohl", betonte Standortleiter Thomas Dose vor rund 200 geladenen Gästen, die sich in einer Halle eingefunden hatten, die zum Versorgungszentrum für die Auslandsfertigung gehört. Bilder: Götz (2)
Lokales
Wackersdorf
05.12.2014
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"Wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass Wackersdorf für BMW zum Herz der Welt wird?" - hieß es in der Firmenpräsentation, die den Festakt einleitete. BMW feierte Jubiläum und ließ erkennen: Die Erfolgsgeschichte setzt sich mit den aktuellen Ausrichtungen auch weiterhin fort.

Die brasilianisch angehauchte musikalische Begleitung durch "Viviane de Farias & Walter Lang Trio", mit Samba und Bossa Nova, besaß Symbolkraft. Die BMW-Niederlassung in Wackersdorf etablierte sich in den 25 Jahren ihres Bestehens als Drehscheibe für die internationale Autoproduktion. Vor wenigen Wochen erst lief in Brasilien das erste Fahrzeug vom Band - die Teile kamen aus Wackersdorf.

Standortleiter Thomas Dose zeigte gestern Abend bei der Jubiläumsfeier auf, wie sich das BMW-Werk in diesem Vierteljahrhundert vorteilhaft veränderte. Es machte in der Ehe mit Wackersdorf einen Wandel vom Stahlbau für Karosserien zu drei neuen Kompetenzfeldern durch: Heute steuert es die Auslandsversorgung, widmet sich der Cockpit-Fertigung und geht in der Carbon-Verarbeitung ganz neue Wege.

"Es ist eine Erfolgsgeschichte, wenn auch mit zahlreichen Turbulenzen", fasste Betriebsratsvorsitzender Werner Zierer den Lauf der Zeit zusammen. Er dankte dem mitanwesenden Altlandrat Hans Schuierer ("Sie haben sich nicht brechen lassen"), der mit dem WAA-Widerstand die allererste Voraussetzung dafür geschaffen habe, dass BMW nach Wackersdorf kommen konnte. Ja, es sei wohl eine politisch motivierte Entscheidung gewesen, sich hier anzusiedeln. Tatsache ist, es entstanden viele Arbeitsplätze für eine damals strukturschwache Region. Heute stehe das Werk mit dem 1998 gegründeten Innovationspark für moderne Zukunftstechnologie.

Der Standort ist nicht wirklich älter geworden, stattdessen leistungsfähiger und flexibler. Das unterstrich der Logistik-Leiter im BMW-Produktionsressort, Jürgen Maidl. Was hier nun bei der Bearbeitung von kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff geschieht, gelte weltweit als einzigartig, erfülle somit alle Innovationskriterien.

Bürgermeister Thomas Falter dankte dafür, dass BMW 1989 das "Wunder von Wackersdorf" einleitete. Egal, aus welcher Warte man es betrachte: Ohne den Einsatz der Bayerischen Staatsregierung wäre es nicht möglich gewesen, den Grundstein für den neuen Spitzen-Standort zu legen. Er wünschte BMW ein "Glück auf am Nabel der Welt".

Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller blendete zurück auf den 18. Juli 1989, an dem der damalige Ministerpräsident Max Streibl die Ansiedlung von BMW in Wackersdorf verkündete. Und sie wollte gesagt haben: Nicht wegen des Widerstands sei die WAA vorher eingestellt worden, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. Sie hob den Einsatz der einstigen Landtagsabgeordneten Otto Zeitler und Marianne Deml hervor, die sich erfolgreich um Ausgleich bemühten. "Heute ist BMW ein hervorragender Arbeitgeber für die ganze Region", betonte sie angesichts der rund 3000 Stellen, die zusammen mit Zulieferfirmen geschaffen wurden. Damit habe BMW wesentlich dazu beigetragen, dass die Arbeitslosigkeit deutlich zurück ging und in der Oberpfalz heute quasi Vollbeschäftigung herrsche. (Seite 19)
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