Carbon-Ara trifft Kuh Plung

Dort oben, auf dem Überrollhügel, weidet die Kuh Plung. Oder so ähnlich. Willy Astor bei seinem Auftritt beim BMW-Mitarbeiterfest. Bild: sus
Lokales
Wackersdorf
01.12.2014
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Mit 300 Mitarbeitern ging's vor 25 Jahren los. Heute sind im BMW-Innovationspark rund 3000 Menschen beschäftigt. Der wirtschaftliche Motor des Landkreises verwandelte am Samstag eine Halle in einen Konzertsaal, um mit Willy Astor die Garanten des Erfolgs zu feiern.

"Den Erfolg haben wir euch zu verdanken," sagte Standortleiter Thomas Dose vor knapp 2000 Mitarbeitern. Sie alle - ob bei BMW oder den Zulieferern im I-Park beschäftigt - hatten am späten Nachmittag zuerst an Hunderten Biertischen Platz genommen, ließen sich das spendierte Abendessen (Schweinebraten oder gratinierte Canneloni, Salate, Zwetschgenknödel) und (alkoholfreie) Getränke schmecken. Gegen 20 Uhr ging's ein paar Meter weiter in die "Konzert-Arena", die ebenfalls in der Halle der BLG-Logistik aufgebaut war. Ganz locker, genauso hatten sich Dose und Organisator, BMW-Pressesprecher Walter Huber, die Feier vorgestellt. Das Konzept ging auf.

Der Standortleiter und Betriebsratsvorsitzender Werner Zierer erinnerten an die wechselvolle Geschichte. Im Eingangsbereich der Halle war eine kleine Ausstellung aufgebaut, die vor allem von den jüngeren Mitarbeitern interessiert aufgenommen wurde. Bilder und Artikel, unter anderem aus dem NT-Archiv, zeigten den Wandel von der WAA-Baustelle hin zum Gewerbegebiet, das heute für Landrat Thomas Ebeling der "wirtschaftliche Motor" des Landkreises ist.

Der Nabel der Welt

Mit langen Reden hielten sich Dose und Zierer aber nicht auf. Angesichts der Erfolgsgeschichte fragte sich Dose aber schon, "was der BMW-Konzern (gegründet 1916, Anm. der Red.) - 73 Jahre lang ohne den Standort Wackersdorf gemacht hat". Zierer erinnerte daran, dass es in den 25 Jahren seit dem Standortvertrag einige Umwälzungen gab - zunächst baute BMW hier Karosserien für ein Cabrio, schließlich wurde das Konzept für den Innovationspark verwirklicht. Die Auslandsverpackung sorgte auch schon für Sorgen bei den Arbeitnehmervertretern. Für die Logistik innerhalb des Konzerns ist Wackersdorf nunmehr "der Nabel der Welt", bekräftigt nun auch ein Standort-Film, der zum Jubiläum gedreht und am Samstag gezeigt wurde. Die Auslandsverpackung ist eines der drei Standbeine, auf denen der Wackersdorfer Erfolg ruht. Dazu die Cockpit-Produktion und, seit kurzem, die Kohlefaser-Technik für die Elektromobile des Konzerns. "Die Kohle ist zurückgekehrt nach Wackersdorf", sagte Dose.

Virtuoser Gitarrist

Für solche Steilvorlagen ist Wortakrobat Willy Astor natürlich sofort zu haben. Er erfindet kurzerhand einen Papagei, der durch die Produktionshallen kreist - den "Carbon-Ara". Ob der in "Kohlefaser-Gelegen" brütet? Wahrscheinlich lebt er ganz in der Nähe des "Überrollhügels", wo das kleine "Radkäppchen" unterwegs ist, der "Benzinhahn kräht" und die "Kuh Plung" weidet. Dass sich der Wackersdorfer Bürgermeister am Samstag entschuldigen musste, war für Astor sonnenklar. "Der hat einen Nebenjob in Spanien als Zitronen-Falter".

Willy Astor ist aber nicht nur der bekannte Pointen-Feiler. Er ist ein herausragender Gitarrist. Sein Instrumentalprojekt "The Sound of Islands" feiert beeindruckende Erfolge. Am Samstag schob Astor das Mikrofon zur Zugabe zur Seite. Die riesige Halle erwies sich als idealer Resonanzraum für sein virtuoses Instrumentalstück "Nautilus".
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